Staatssekretärin Kramme in der Essener "Perspektive"

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Meeting in der „Perspektive“ (v.l.): Frank Müller (SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Essener Ausschusses für Arbeit ), Dirk Heidenblut (SPD-Bundestagsabgeordneter und Gesundheitsexperte), Anke Grunden (Geschäftsführerin „Perspektive“), Anette Kramme (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Ulrike Geffert (Geschäftsführerin „Essener Kontakte“) und Katharina Hoppen (Leiterin des Zentrums für Joborientierung). Foto: Kirstein

Die Parlamentarische Staatssekretärin des Ministeriums für Arbeit und Soziales, Anette Kramme, besuchte den Altendorfer Verein "Die Perspektive e.V.". Vor Ort machte sie sich ein Bild von dessen Arbeit und beriet sich mit Essener Experten für Gesundheit, Arbeit und Soziales über die Erfolge der Perspektive – und zeigte sich begeistert.

Der gemeinnützige Verein „Die Perspektive“ bietet ein breites Spektrum der Unterstützung bei Erziehungsschwierigkeiten, betreutem Wohnen und besonders auch bei der Joborientierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Viele haben noch keine konkreten Vorstellungen, welche Richtung sie in der Arbeitswelt einschlagen möchten – was durch möglicherweise sprunghaftes Verhalten von psychisch Erkrankten auch zu einer belastenden Unsicherheit für den Arbeitgeber werden kann.
Die Perspektive bietet hierbei eine Hilfe bei der Orientierung zwischen verschiedenen alternativen Arbeitsplätzen. Dabei soll den Teilnehmern durch qualifizierte Begleitung der Übergang und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Durch die Beschäftigung wird den Teilnehmern zusätzlich ein geregelter Tagesablauf ermöglicht.
„Der Zeitraum, in dem man an einem ZfJO-Programm teilnehmen kann, ist üblicherweise 18 Monate“, so Dirk Heidenblut (SPD-Bundestagsabgeordneter und Gesundheitsexperte) über den Übergang hin zum Arbeitsleben.
Zuerst beginnt dieser Zeitraum mit einer Vorstellung bei einem Fallmanager des Arbeitsamtes, die erforderlich ist, um in das Programm des Zentrums für Joborientierung (ZfJO) zugewiesen zu werden. Die Fallmanager werden von Fachärzten der LVR-Klinik psychologisch geschult und geben eine Einschätzung ab, ob der Arbeitssuchende in die Zielgruppe passt.
Ulrike Geffert, Geschäftsführerin der „Essener Kontakte“, sprach an, dass für diejenigen, deren psychiatrischer Zustand die Teilnahme an diesem Programm nicht zulässt, häufig nur noch der Weg über einen Rentenantrag aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit bleibe.
Wie bei nahezu allen gemeinnützigen Vereinen mangelt es teilweise auch der Perspektive an finanziellen Mitteln. „Wir stellen in der Perspektive 100 Plätze zur Verfügung. Als Finanzierung unserer Maßnahmen erhalten wir eine Teilnehmerpauschale vom Jobcenter. Ansonsten sind wir als Verein natürlich auf Spenden angewiesen“, berichtete die Perspektive-Geschäftsführerin Anke Grunden. Da der Arbeitsmarkt begrenzt und Arbeitsplätze limitiert sind, finden auch viele psychisch kranke Arbeitslose nach der Heranführung an den Arbeitsmarkt durch die Perspektive keine Anstellung.
Dazu SPD-MdB Dirk Heidenblut: „Es ist gut, dass Essen jetzt auch an Projekten des sozialen Arbeitsmarktes teilnimmt. Bedenkt man aber, dass alleine rund 600 Teilnehmer jährlich bei den Zentren für Joborientierung sind - und das ja nur ein kleiner Teil der Jobsuchenden ist - sind rund 400 Stellen im Programm zwar ein Anfang, wir benötigen jedoch eine dauerhafte und größere Lösung.“
Auch Anke Grunden ließ die Chance nicht verstreichen, mit der Parlamentarischen Staatssekretärin an einem Tisch zu sitzen: „An die Staatssekretärin hätte ich den Wunsch, dass die Politik weiterhin daran arbeitet, dass unsere Arbeitslosen auch nach der Zeit in der Perspektive auch eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt erhalten.“
Anette Kramme begeisterte besonders die Art und Weise, wie die Perspektive den Schwierigkeiten begegnet, psychisch Erkrankte in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Die Perspektive stellt einen riesigen Fortschritt dar, jedem die Teilhabe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, lobte die gebürtige Essenerin. „Die Arbeit der Perspektive ist wertvoll, weil Menschen hier wieder einen beruflichen Alltag erfahren. Ob sie dann in eine weitere Maßnahme wechseln, ein Praktikum durchlaufen oder sogar auf den Arbeitsmarkt zurückkehren, richtet sich auch nach dem Grad der psychischen Erkrankung. Die Bundespolitik hat dafür gesorgt, bei Arbeitgebern Anreize zu schaffen, so dass z.B. 75 bis 100% der Lohnkosten übernommen werden, wenn Menschen eine berufliche Chance gegeben wird. Jeder Mensch hat ein Recht auf Teilhabe am Arbeitsmarkt.“
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