Theologisches-Kamingespräch

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Hubbert Hüppe, 1956 geboren, ist studierter Diplom-Verwaltungswirt (FH), verheiratet und hat drei Kinder, von denen der jüngste Sohn mit Spina bifida geboren wurde. Er ist Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1998 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender der Enquête-Kommission Ethik und Recht der modernen Medizin. 2006 bis 2009 gehörte er außerdem dem Fraktionsvorstand an. 2009 wurde Hüppe vom Bundeskabinett zum Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderte Menschen ernannt.

Thema: Bioethik und Menschenbild

Der achte Tag der Schöpfung - wie beeinflusst die Bioethik unser Menschenbild

Essen. Am Freitag, dem 26. April 2013, 18.00 Uhr, lädt der Evangelische Arbeitskreis der CDU Essen alle interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürger zum traditionellen Theologischen-Kamingespräch im Frühjahr in das Essener Rathaus, Porscheplatz 1, Raum 2.12, recht herzlich ein. Nach der offiziellen Begrüßung durch den EAK-Vorsitzenden, Ratsherrn Dirk Kalweit, wird der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, einen Gastvortrag zum Thema “Der achte Tag der Schöpfung - wie beeinflusst die Bioethik unser Menschenbild” halten und sich anschließend der Diskussion stellen. Der diesjährige Gastreferent ist u.a. stellvertretender Bundesvorsitzender der Christdemokraten für das Leben (CDL) und spricht sich für ein Verbot eines Bluttests zur Erkennung der Trisomie 21 (Down-Syndrom) aus.
Erneut diskutiert der Evangelische Arbeitskreis der CDU Essen im Rahmen seiner Gesprächsreihe Theologische-Kamingespräche ein Themenfeld, das gesellschaftlich polarisiert und ethische Grenzbereiche tangiert.

Der achte Schöpfungstag – oder anders gesagt, darf der Mensch Gott spielen?

Gerade viele Nachrichtensendungen bringen es auf den Punkt: Wir Menschen scheinen nicht so perfekt zu sein, wie wir sein wollen. Auf diese Kontrasterfahrung beziehen sich Utopien. Eine Utopie setzt auf die medizinischtechnische Optimierung des Menschen. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg schlugen Wissenschaftler vor, mittels Eugenik und Selektion den Staat von sog. Ballastexistenzen zu befreien. Wie die Nationalsozialisten diesen Vorschlag wenig später im Rahmen ihres wissenschaftlich begleiteten menschenverachtenden Euthanasieprogramms in die Tat umsetzten, ist historisch hinlänglich bekannt.

Die heute aktuell diskutierten biomedizinischen Visionen sind jedoch ethisch ebenfalls nicht unproblematisch. Die Präimplantationsdiagnostik z.B. soll genetisch belasteten Eltern den Wunsch nach gesunden Kindern erfüllen; die Forschung an embryonalen Stammzellen soll in Zukunft schwere, bislang unheilbare Krankheiten besiegen helfen. Die Kehrseite der Medaille: Frühes menschliches Leben wird für das Wohlergehen geborener Menschen getötet! Und weil dies gar zu brutal klingt, werden die Sachverhalte sprachlich verschleiert: Die Rede ist von „Zellklumpen“ oder „Präembryo“, geschädigte Embryonen werden „verworfen“, verwaiste Embryonen werden zur Gewinnung embryonaler Stammzellen „genutzt“.

Die Kirchen lassen sich in diesem thematisch-/politischen Zusammenhang leiten von einem Menschenbild, das zugleich bescheidener und anspruchsvoller ist. So u.a. der Limburger Bischof Dr. Franz Kamphaus: „In Jesus Christus hat Gott sich mit jedem Menschen verbunden und den neuen Menschen par excellence, zur Welt gebracht. Im Glauben an ihn wird jeder Mensch wiedergeboren, ein neuer Mensch, aber kein Christus-Klon oder Abziehbild, sondern ein Original.“
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