Traditionelles CDU-Fastengespräch praktizierte den Dialog der Religionen

Anzeige
Fastengespräch bei der CDU / Vertreter dreier Weltreligionen im freundschaftlichen / Dialog zu einem aktuellen Streitthema: „Gotteslästerung versus Religionsfreiheit“ / Dr. Uri Kaufmann (Jude und Leiter der Alten Synagoge – Haus der jüdischen Kultur in Essen), Cemile Giousouf (Muslimin und CDU-Bundestagsabgeordnete) und Henning Aretz (Christ und Jurist) diskutierten unter der Moderation des EAK-Vorsitzenden Ratsherrn Dirk Kalweit beim diesjährigen Fastengespräch.

Gotteslästerung versus Religionsfreiheit



Meinungsfreiheit und Respekt sind zwei Seiten einer Medaille in einer liberalen pluralistischen Gesellschaft

Essen. Das „Theologische-Passions- und Fastengespräch des Evangelischen Arbeitskreises der CDU“ ist dafür bekannt, dass es sich kirchlich-theologisch und gesellschaftspolitisch heiklen Themen in regelmäßigen Abständen widmet und dabei auch konfessionelle, religiöse und ethische Streitthemen bewusst nicht ausspart. In diesem Jahr war das gewählte Thema nicht minder Spannungsgeladen. Im Kontext des islamistisch terroristischen Angriffs von Paris am 7. Januar 2015 auf die Redaktion von Charlie Hebdo lautete es „Gotteslästerung und Religionsfreiheit – Christen, Juden und Muslime im Dialog“.

Unter der Moderation des EAK-Vorsitzenden Ratsherrn Dirk Kalweit diskutierten der Staatsrechtler und Christ Henning Aretz, die Politikwissenschaftlerin und muslimische CDU-Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf und der Historiker und Leiter der Alten Synagoge Dr. Uri Kaufmann, u.a. die Frage, wie in einer pluralistischen Gesellschaft der Aspekt der Meinungsfreiheit - inklusive des Rechts auf Respektlosigkeit und Unverschämtheit – und der Aspekt der Verhältnismäßigkeit in Bezug „auf das, was anderen buchstäblich heilig ist“, wie es der Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert formulierte, in Einklang zu
bringen sei. Weitestgehend einig waren sich die Diskutanten mit den über 80 Gästen aus unterschiedlichen Religionen, dass nicht alles, was man juristisch schreiben, zeichnen, sagen und kulturell darstellen darf, auch in der gewählten Form immer so nötig und sinnvoll sei. Dass auch die Frage nach dem Stil, der Form und dem Respekt dritter gegenüber eine Rolle in einer liberalen Gesellschaft spielen sollte oder gar muss.

Nach über drei Stunden intensiver religionsspezifischer, historischer, politischer und rechtlicher Betrachtungen zum gewählten Thema endete ein Fastengespräch, dass am Ende mehr interreligiöse Gemeinsamkeiten in Wertungsfragen als denn Differenzen übrig ließ.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.