Das Telefon und das Verhalten der Nutzer

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Wie sprechen wir noch miteinander...nur noch auf Distanz?
Ich erinnere mich noch daran, wie das erste Telefon bei einem Nachbarn in unserer Straße angeschlossen wurde. Was für ein Luxus. Der Mann war sofort der König bei uns, musste aber auch darunter leiden, denn die Zahl der Besucher wuchs an: "Entschuldigung, darf ich vielleicht mal bei dir...." ? Wenn man unterwegs war, hatte man immer darauf geachtet, 20 Pfennig passend für die Telefonzelle parat zu haben. Alles vorbei!

Doch wie telefonieren wir heute? Eigentlich überall und zu jeder Gelegenheit, oder nicht? Die gute alte Telefonzelle, wo man sich noch kurz fassen musste, oder bei Ferngesprächen einen Sack Kleingeld benötigte, ist weitgehend ausgestorben. Zuhause gibt es jetzt Komplettpakete. Die Flatrate ist da! Ein Preis für Festnetzgespräche, das Handy, Internet und Fernsehen. Wer kennt noch die Gespräche, wo man zu bestimmten Uhrzeiten bestimmte Vorwahlnummern nutzen konnte, um billiger zu telefonieren? Vorbei. Wir können jetzt "kommunizieren" bis der Akku leer ist oder das Ohr in Flammen steht.

Zwischendurch noch eine E-Mail, oder eine SMS und eben die zahllosen Foren und Communities im Netz...wie eben auch hier. Wenn man Bus und Bahn benutzt, so kann man das Pech haben, dass jemand Helene Fischer hört. Ich werde dann auch immer ganz atemlos das es kracht. Die Privatsphäre hört auf zu existieren. "Ich hab´ mein Konto bis zum Anschlag überzogen". Oder: "Die neue Hämorrhoidensalbe wirkt Wunder". Dann die Liebesbekundungen: "Ich kann ohne Dich nicht leben". Die Frontschweine unter den Eheleuten drohen: "Warte ab, bis ich zu Hause bin".

Dann wären noch die kleinen Möchtegernmanager zu nennen: "Okay, mal seh´n, gleich hab´ ich ein wichtiges Meeting...Du weißt schon...danach check´ ich mal meinen Terminkalender...habe gerade Stress pur!" Aus einer anderen Ecke ertönt: "Ey, alta, watt machse grade?" Lustig sind die Standortmeldungen. "Ich bin Steele". Gelegentliche Wutanfälle werden lautstark zu Gehör gebracht. Was bedeutet es, wenn Jugendlich hektisch sagen: "Mach´ schnell, ich hab´ nur noch 10 Prozent !" Naja, ein leerer Akku kommt fast einem Herzstillstand gleich.

Doch nun zu uns: Beobachten wir uns bei unserem Verhalten mit den allgegenwärtigen Kommunikationsmitteln? Online auf der Toilette? Die extrem gefährliche SMS während der Autofahrt? Die Frage an alle: Wie gehen wir mit dem digitalen Siegeszug um? Können wir noch abschalten um am wirklichen Leben teilzuhaben, oder sind wir auch wie der junge Mann, der mir begegnete und wie in einer anderen Welt alles um sich herum ausgeblendet hatte?

Kennen wir noch diese Dinger aus Papier, die man Buch nennt, zur Hand nimmt, ins Bett geht, sich von den Worten fesseln lässt und mit Paprikachips im blinden Griff nach rechts in die Tüte genießt? Ich werde das jetzt machen. In diesem Sinne...tschüss Du digitale Welt !
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6 Kommentare
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 14.03.2015 | 22:14  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 15.03.2015 | 11:44  
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 15.03.2015 | 11:54  
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 15.03.2015 | 11:56  
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Thomas Ruszkowski aus Essen-Ruhr | 15.03.2015 | 12:42  
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 15.03.2015 | 12:45  
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