Der Tod braucht nur Sekunden!

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Sekunden zwischen Leben und Tod. Fotomontage: Gottfried Czepluch
Am Haltepunkt Überruhr spitzt sich die Lage zu. Jeder, der mit der S-Bahnlinie 9 fährt, dürfte folgende Situation kennen. Die Schranken am Bahnübergang sind geschlossen, aber trotzdem wird der Gleisbereich noch überquert. Oftmals sogar noch, wenn schon ein Zug in Sichtweite ist.

Einige Lokführer sind deswegen sehr verärgert und geben laut Signal, wenn eine Person sich vor dem Zug in akute Lebensgefahr begibt. Das die alte Fußgängerbrücke zum Haltepunkt Überruhr wegen der Sperrung eine Ursache ist, mag richtig sein. Dennoch kann man der Bahn keinen Vorwurf machen, denn jeder Fahrgast, der über den geschlossenen Bahnübergang läuft, handelt auf eigene Verantwortung.

Genau hier aber, ist ein erheblicher Mangel feststellbar. Wer von der Bundespolizei im Gleisbereich erkannt wird, zahlt 25€ für eine Ordnungswidrigkeit. Wer eine Störung, oder Nothalt auslöst, hat mit einer Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr zu rechnen. Im schlimmsten Fall zahlt man mit seinem Leben. Das defizitäre Verhalten von Personen, die sich nicht um die Regeln kümmern, wächst zunehmend.

Es geht für viele davon darum, sich einen Zeitvorteil zu verschaffen. Die durchschnittliche Wartezeit von nur drei Minuten, steht aber in keinem Verhältnis zur theoretischen Restlebenszeit eines Menschen. Das Erwachsene hier auch eine erhebliche Verantwortung gegenüber Kindern haben, wird außer Acht gelassen. Kinder werden durch das Verhalten Erwachsener maßgeblich geprägt. So wird das lebensgefährliche Fehlverhalten als normal empfunden und nicht hinterfragt.

Die Aussagen, dass man Züge rechtzeitig sieht oder hört, ist ein dummes und brandgefährliches Standardargument geworden. Nebengeräusche wie Wind, und Straßenlärm mögen als Beispiel dienen, um in den Tod zu laufen. Die modernen Fahrzeuge der Bahn sind zudem sehr leise geworden. Sie verfügen über eine sehr hohe Spurtstärke. In Überruhr benötigt die S9 von der Abfahrt am Bahnsteig bis zum Bahnübergang weniger als 10 Sekunden.

Gespräche vor Ort zeigten, dass viele Fahrgäste beratungsresistent zu sein scheinen. Wenn es dann aber doch zu einem tödlichen Personenunfall kommt, so ist das Leid für alle Beteiligten sehr groß. Der Lokführer wird das Bild in seinem Kopf nie wieder los. Die Angehörigen der Opfer stellen die Frage nach dem warum dann zu spät. Kinder sollten eindringlich auf die Gefahren hingewiesen werden und die Erwachsenen in einer ruhigen Stunde über ihr Verhalten nachdenken.

Man sollte sich zu Lebzeiten an Blumen erfreuen. Auf einem Friedhof sind sie nur ein Dokument von Leid und Trauer!
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5 Kommentare
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 24.04.2013 | 21:01  
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Thomas Ruszkowski aus Essen-Ruhr | 25.04.2013 | 00:11  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 25.04.2013 | 11:34  
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Rolf Reithmayer aus Essen-Ruhr | 25.04.2013 | 18:26  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 25.04.2013 | 19:52  
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