Rodung macht Blick auf Bergbaugeschichte frei!

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Die Kohlerutschen: Zeitzeugen aus Beton.
Am S-Bahn Haltepunkt der Linie 9 in Überruhr Holthausen sind nun alle Bäume an der Hanglage neben Gleis 1 im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht gefällt worden. Es handelte sich in erster Linie um Wildwuchs wie Pappeln, Robinien und Birken. Als die Stämme am Boden lagen, wurde der Blick auf ein Stück Bergbaugeschichte frei.

Die alten Kohlerutschen von Zeche Heinrich sind wieder zu sehen


Aus dem Hang ragt eine große Betonkonstruktion und einige Bürger fragen sich, wozu sie einmal gedient haben soll. Die alten Überruhrer quittieren diese Frage mit einem milden Lächeln, denn die Erklärung ist einfach.

Am unteren Ende fuhr früher natürlich keine S-Bahn. Es gab gar keinen Halt für Personenzüge, denn diese fuhren ohne Stop zwischen Überruhr und Kupferdreh. Doch die Kohlezüge, die das schwarze Gold abtransportierten, standen unter den Rutschen und wurden dort befüllt. Es rutschte reichlich Kohle in die Waggons, was dazu führte, dass der damals auch für normale Haushalte begehrte Brennstoff während der Fahrt auf die Gleise fiel.

Diese Tatsache war unter den Anwohnern der Eisenbahnlinie schnell bekannt. So stand man mit Blecheimern bewaffnet im Gebüsch, wartete bis der nächste Kohlezug vorüber war, um dann die Eimer für die private Nutzung zu füllen. Die Beute wurde zur Entlastung der Haushaltskasse in die Keller verbracht. Doch die Zeiten änderten sich spätestens, als es für Zeche Heinrich "Deckel auf´m Pütt" hieß, also die Schließung im Jahre 1968 erfolgte.

Wer nun auf Gleis 1 steht und auf einen modernen Elektrotriebzug wartet, kann sich einmal umdrehen und einen Blick auf gelebte Geschichte werfen!
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