War es ein Giftköder, an dem Hündin Susi aus Überruhr starb?

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Susi lebt nicht mehr. Vermutlich brachte Rattengift das schöne Tier um. Foto: privat
Susi starb in der Nacht auf den Dienstag dieser Woche. Die Mischlingshundedame war gerade mal fünf Jahre alt, stammte aus dem Tierheim und hatte bei der Familie in Überruhr-Holthausen ein liebevolles Zuhause gefunden. Ihre Menschen konnte ihren Schützling leider nicht vor diesem grausamen Tod bewahren, denn er lauerte möglicherweise im eigenen Garten.

Vermutlich Rattengift war es, das Susi umbrachte. „Hunderprozentig kann man das allerdings nur sagen, wenn der Hund obduziert werden würde“, berichtet Susis Frauchen (Name der Redaktion bekannt). „Jedoch sprechen alle Hinweise dafür, dass Susi Rattengift und speziell den Wirkstoff Cumarin, einen Blutverdünner, aufgenommen hat“, so die Halterin.
Die Umstände legen auch die Vermutung nahe, dass der Giftköder im Garten der Familie (Nähe Dellmannsweg/Laub­rockweg) platziert worden war, denn seit dem 30. Dezember war die Hündin nicht mehr Gassi gegangen. Wegen der (vor-)silvesterlichen Knallerei war der Familienhund nur auf das eigene Grundstück nach draußen gelassen worden. „In dieser Zeit rund um Silvester und Neujahr oder kurz danach muss Susi das Gift aufgenommen haben“, erzählt die Überruhrerin.
Das als Todesursache vermutete Rattengift, so erfuhr die Hundehalterin später von Tierärzten, habe eine Latenzzeit von zwei bis drei Tagen. Susi verhielt sich also zunächst unauffällig, litt nach einer Weile aber unter blutigem Durchfall, schaumigem Erbrechen und Einblutungen in den Augen - Symptome, die durch den in Rattengift enthaltenen Blutverdünner verursacht werden.
Sofort eingeleitete Rettungsmaßnahmen bei der örtlichen Tierärztin und in der Tierklinik konnten Susi leider auch nicht mehr retten.
Susis Halter haben den Fall umgegend der Polizei gemeldet und appellieren auch an alle anderen, die Giftköder finden oder deren Tier gar Schaden genommen hat, sofort Meldung bei der Polizei zu machen.

Polizei rät zur Umsicht, warnt aber vor Panikmache

Ein Rat, den auch Werner Mulas von der Essener Polizei Betroffenen gibt. „Die Leute sollten umsichtig sein“, rät Mulas, „aber die Gefahr ist nicht so groß wie sie scheint.“ Im Jahr 2011 und den ersten Januarwochen 2012 vermeldete die Essener Polizei aus dem gesamten Stadtgebiet lediglich acht zur Anzeige gebrachte entsprechende Fälle. „Davon ist nur ein Hund nachweislich vergiftet worden“, berichtet der Beamte. Das Problem, so Mulas, sei, dass die meisten Hundehalter aus Kostengründen keine Obduktion machen ließen. Eine solche ist aber notwendig, um genau zu klären, ob der Hund vergiftet worden ist oder nicht. Mulas: „Die Symp­tomlage ist unklar. Krebs oder Tumore können auch zu einer seltsamen Blutgerinnung führen.“ - Mit durchaus ähnlichen Symptomen wie bei einer Vergiftung mit Rattengift.
Der Kommissar warnt vor Panikmache: „Es kommt immer wieder mal auf, dass solche Giftgeschichten erzählt werden.“ Dass ein „Hunderipper“ in Essen sein Unwesen treibt, daran glaubt der Beamte nicht. „In ländlichen Gebieten muss man natürlich immer mit Rattengift oder giftigen Pflanzenschutzmitteln rechnen.“ Auch seien einzelne Vergiftungsfälle im Rahmen von Nachbarschaftsstreitigkeiten möglich - oder eben eine Krankheit des Tieres, die ein ähnliches Symptombild zeigt wie eine Vergiftung. Dennoch sei es natürlich „vernünftig, dass die Leute vorsichtig sind“.
Susis Familie und die Nachbarschaft in Überruhr-Holthausen wollen eine Belohnung aussetzten für denjenigen, der der Polizei sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des Täters oder der Täter liefern kann.
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2 Kommentare
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 12.01.2012 | 22:29  
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Wilhelm Hannweg aus Bochum | 25.01.2012 | 17:43  
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