Bei der SG Kupferdreh-Byfang ist auch der Kabinentrakt top!

Anzeige
Nachdem die SG Kupferdreh-Byfang vor zwei Jahren einen Kunstrasenplatz erhielt, wurde vor einigen Wochen der letzte Bauabschnitt, der Kabinentrakt, im Wilhelm-Haneke-Stadion in Kupferdreh beendet. Mit einer Gruppe von handwerklich begabten Freiwilligen hatte Siegbert Imberg, Vorsitzender des Vereins, das Projekt in die Hand genommen. Das Endergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Im Bild: Siegbert Imberg (l.) und Franz-Josef Kohlmann (r.)
 
Siegbert Imberg (l.) und Franz-Josef Kohlmann (r.) hinter der Theke des frisch renovierten Kiosks
Essen: Wilhelm-Haneke-Stadion |

2011 bekam die SG Kupferdreh-Byfang ihren neuen Kunstrasenplatz. Jetzt, knapp drei Jahre später, erstrahlt auch der komplette Kabinentrakt im Wilhelm-Haneke-Stadion in neuem Glanz. Kürzlich wurde der letzte Bauabschnitt beendet. Es ist ein Projekt, das der Vorstandsvorsitzende Siegbert Imberg angestoßen hatte. Umgesetzt hat er es mit einer kleinen Gruppe von Rentnern.

Ihren Anfang nahmen die Baumaßnahmen kurz nachdem der Kunstrasenplatz fertiggestellt worden war. Ein Top-Spielfeld, aber ein veralteter, teils maroder Kabinentrakt? Das gefiel dem Vorstandsvorsitzenden Siegbert Imberg gar nicht. Der gelernte Stuckateur scharte handwerklich begabte Freiwillige um sich, die sich gleich an die Arbeit machten. Über zweieineinhalb Jahre lang wurde der Kabinentrakt Bauabschnitt für Bauabschnitt von einem Team erneuert, das fast ausschließlich aus Rentnern besteht. Etwa Franz-Josef Kohlmann, der gelernter Fliesenleger ist, dann aber 35 Jahre als Busfahrer arbeitete und eigentlich seinen Ruhestand genießen wollte. „Dann hat er einen Fehler gemacht“, erzählt Imberg lachend. „Er hat mich kennengelernt.“
Tatsächlich war Kohlmann schon vorher Mitglied im Verein, allerdings eher passiv. Durch die Sanierungsarbeiten wurde er zu einer Art Festangestellten. „Meine Frau hat die letzten Monate gar nicht mehr gefragt, wohin ich gehe, wenn ich morgens aus dem Haus bin. Die wusste eh: Ich gehe wieder zum Platz.“ Imberg, der ebenfalls Rentner ist, ergänzt schulterzuckend: „Wir hatten nun mal Zeit für die Arbeit.“ Zum überschaubaren Bautrupp zählten darüber hinaus Andreas Olejniczak, Manni Nieft, Lothar Thies, Klaus-Peter Pfeifer, Harry Tödtloff, Rainer Möller, Klaus Kirtzel und. „Ich hoffe, dass ich da niemanden vergessen habe“, ergänzt Imberg.


Unterstützung aus Politik, Geschäfts- u. Vereinswelt

Doch so zahlenmäßig klein das Team auch war, es klotzte richtig ran. Auf 2.500 Arbeitsstunden schätzt Imberg den gesamten Arbeitsaufwand. Es wurden Wände eingezogen, sodass neue Räume entstanden und alte neu geschnitten wurden. Es wurde fleißig gefliest und tapeziert, viel geschweißt, neue Fenster eingesetzt, Wasserleitungen verlegt und neue Heizungen installiert - mit dem Ergebnis, dass in den Katakomben des Stadions neue Schiedsrichterkabinen, eine Waschküche und ein Materialraum entstanden sind, ein Geschäftszimmer und ein Besprechungsraum eingerichtet sowie der Kiosk komplett renoviert und die Grillstation neu gestaltet wurde - sie ist jetzt vollständig gefliest, verfügt über eine komplette Küche und ist ab sofort windgeschützt. „Und das alles haben wir geschafft, ohne dass wir einen Euro aus der Vereinskasse genommen haben“, berichtet Imberg.
Denn so knapp die freiwilligen Arbeitskräfte waren, so groß war die Unterstützung von ortsansässigen Betrieben und der Politik. Die Sparkasse unterstützte die Sanierungsarbeiten mit ihrem Programm „Prämien, Gewinnen, Sparen“. Geschäfts- und Privatleute, vor allem Vereinsmitglieder, spendeten Geld für die Baumaßnahmen. Wichtig waren aber vor allem die Sachspenden. „Die gesamten Baumaterialien sind uns von Kupferdreher Firmen gespendet worden“, berichtet Imberg, der auch das Engagement von CDU-Ratsherr Dirk Kalweit lobt. Denn nachdem das Sport- und Bäderamt auf die Eigeninitiative aufmerksam wurde, finanzierte diese einen Teil der Elektroarbeiten - und half auch darüber hinaus. „Das Sport- und Bäderamt hat uns in allen Dingen zur Seite gestanden, aber auch freie Hand gelassen“, lobt Imberg.
So konnten die Baumaßnahmen reibungslos ablaufen. „Der Siggi hat das bis ins Letzte geplant“, lobt Kohlmann. „Der hatte schon vorher alles ganz akribisch aufgezeichnet.“ Der so Gelobte bleibt bescheiden und sagt, dass er das nicht gemacht habe, um Lobeshymnen einzufahren. Gleichwohl erklärt Imberg: „Ich bin da schon stolz drauf, was wir geschaffen haben.“
Nun sind alle ursprünglich geplanten Baumaßnahmen abgeschlossen. Bleibt eigentlich nur noch die Frage, was die rüstigen Rentner mit der vielen Zeit machen, die sie plötzlich zur Verfügung haben.


Neue Bauprojekte bereits ausgemacht

„Man gibt sich ja nie mit dem Erreichten zufrieden“, erzählt Imberg lächelnd. Und so hat der Vorstandsvorsitzende an der Platzanlage auch schon neue Bauprojekte ausgemacht. Die Garageneinfahrt beispielsweise. „Die ist ja ein Schandfleck, wenn man den Hinsbecker Berg hochgeht“, echauffiert sich Imberg, der darüber hinaus offenbar auch noch ein Großprojekt im Auge hat. „Das ganze Haus ist jetzt von oben bis unten saniert worden - mit Ausnahme der leerstehenden Hausmeisterwohnung. Da hab’ ich auch schon eine Idee. Ist aber noch nicht spruchreif.“ Das klingt so, als müssten einige Kupferdreher Rentner ihren Ruhestand noch weiter aufschieben.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.