Jugendliche zeigten Theaterstück zum bundesweiten Josefstag 2017

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Interessiert verfolgten die Zuschauer das Treiben auf der Bühne. Fotos: Janz

Unter zunehmender Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus leiden gerade auch benachteiligte Jugendliche, die oft einen Migrationshintergrund und/oder eine Behinderung haben. Ihre schwierige Situation stellt die bundesweite Aktion „Josefstag“ in den Mittelpunkt.

Dabei sollte das diesjährige Motto „Eine/r von uns – Gemeinsam für ein buntes Land“ gezielt ein Zeichen gegen Rechts setzen. Aus dem Franz Sales Haus beteiligen sich seit zehn Jahren die Teilnehmer der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB-Reha) am Josefstag. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die meist keinen Schulabschluss und wenig Perspektiven haben, erhalten hier Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf. Ehemalige Förderschüler, lern– und psychisch beeinträchtige oder benachteiligte Jugendliche können mit Hilfe des multiprofessionellen Teams der BvB-Reha ihre Chancen auf eine gelungene Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft deutlich verbessern.
Mit einer selbst erarbeiteten Adaption des Theaterstücks „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner setzten die jungen Teilnehmer das Thema des Josefstags 2017 um. Die Geschichte von Emil, der auf der Fahrt zu seiner Oma in Berlin bestohlen wird und mit Hilfe einer cleveren Gruppe von jungen „Detektiven“ den Räuber schnappt, erhielt viel Beifall. Mit charmanten und witzigen Einfällen hatten die Jugendlichen das Stück modern präsentiert—und zeigten damit den Zuschauern, was man als bunte Gemeinschaft auf die Beine stellen kann.
Denn darum ging es den Akteuren auch im musikalischen Finale: um ein Zeichen für das Zusammenhalten und gegen jede Art von Ausgrenzung. Für ein offenes, buntes Miteinander, unabhängig von Herkunft, Religion oder Behinderung, machten sich auch die Gäste der Veranstaltung stark: Rudolf Jelinek, 1. Bürgermeister der Stadt Essen, und der Essener Landtagsabgeordnete Mehrdad Mostofizadeh (Bündnis 90/Die Grünen) sprachen sich für Vielfalt aus, für die es in der Stadt schon einige gute Beispiele gibt. Christine Stoppig, evangelische Pfarrerin und Leiterin der „Aktion Menschenstadt“, und Joachim Derichs, Seelsorger im Franz Sales Haus, stellten die ökumenischen und inklusiven Gottesdienste in der Marktkirche vor. Dabei banden sie in beeindruckender Weise zwei Menschen mit Behinderung in die Darstellung ein.
Deutlich wurde aber auch, dass Vielfalt von jedem Einzelnen Toleranz fordert und manchmal Unterstützung braucht, damit auch benachteiligte Menschen teilhaben können und echte Inklusion gelingt. Genau diese Unterstützung erhalten die jungen Teilnehmer der Reha-BvB von den Mitarbeitern der Maßnahme.
Ziel des Josefstags ist es, den Jugendlichen Perspektiven zu eröffnen und der Gesellschaft sowie Akteuren aus Kirche und Politik einen konkreten Einblick in die Lebenswelt und Nöte von jungen Menschen zu geben. An der Aktion beteiligten sich zahlreiche katholische Einrichtungen, die junge Menschen im Alltag unterstützen.
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