Barmherzig zum Nächsten

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„Beginen Heute e.V.“ - Gleichgesinnte Frauen machen sich stark für Schwache

Kennen Sie Beginen? Hätten Sie gewusst, dass die europäische Befreiungsgeschichte der Frauen von ihnen ausgeht? Die Beginen - vom lateinischen Wort „Bengina“, die Gütige, die Gutherzige - gelten als erste religiöse Frauenbewegung, die stark sozial tätig war. Und heute wieder ist.

„Man tut Dinge, die man alleine nie gemacht hätte“, sagt Gertrud Hofmann. „die Gemeinschaft stärkt enorm.“ Sie sagt es aufrichtig und mit einem glücklichen Ausdruck, einem zufriedenen Strahlen. Und dies, obwohl die selbst auferlegten Aufgaben am Mitmenschen beizeiten schon stark an den körperlichen Kräften der 90jährigen nagten. Gertrud Hofmann ist Mitbegründerin und heute Ehrenvorsitzende des Vereins „Beginen Heute e.V.“ (Für-Einander „Interessengemeinschaft Beginen“), zudem mittlerweile Mitglieder in ganz Deutschland und darüber hinaus zählen. Unter seinem Dach formieren sich drei Kreise.
Der erste, der Gebetskreis, richtet sich vor allem an kranke und alte Menschen. „Wir haben erlebt, dass gemeinsames beten wirklich Wunder wirkt“, sagt die Begine, „und wir haben erlebt, dass wir den Kranken wieder einen Lebenssinn geben konnten. Beten hilft.“ Für die Beginen ist die einzige Verpflichtung das Gebet. So tun sie dies dreimal täglich beim Angelusläuten - jede an ihrem Platz, zuhause in der Wohnstube. „Wenn die Glocken läuten, wissen wir, dass alle beten“, sagt Gertrud Hofmann. Und dies vereint sie gleich einem geistlichen Treffen, aus dem sie Kraft ziehen. Ebenso aus ihrem Versprechen, fromm und karitativ zu leben. Sie versprechen, dass sie auch innerhalb ihrer Gemeinschaft der Gleichgesinnten füreinander da sind.
Dem zweiten Kreis, dem Verein „Beginen Heute e.V.“, gehören auch Freunde und Ehemänner der Beginen an.
Den dritten Kreis schließlich bilden die Beginen als religiöse Gemeinschaft selbst.

Doch was tun diese Frauen, die grundsätzlich ökumenisch arbeiten, nun eigentlich? Ihnen geht es vor allem darum, die stetig wachsende Isolation der Menschen aufzubrechen und zu helfen, die Einsamkeit zu überwinden. „Uns liegt das Diakonat am Herzen“, meint Gertrud Hofmann, „und alles, was zur Nächstenliebe gehört.“ Und man werde dabei, so fügt sie hinzu, immer reicher beschenkt, als man selber geben kann.“ Sie selbst engagierte sich stark in der Sterbebegleitung. In den ersten sechs Jahren ihrer Tätigkeit als Begine - nach dem Tod ihres Mannes fand sie hierin eine neue Aufgabe - sie hatte in dieser Zeit kaum noch eine Nacht in den eigenen vier Wänden verbracht. Jede von ihnen arbeitet nach den individuellen Fähigkeiten - ob als „Grüne Dame“ im Krankenhaus, als Begleiterin Älterer für Spaziergänge und in die Kirche oder auch als Telefon-Seelsorgerin. Da rufen Kranke an, „die einfach reden wollen“, sagt Gertrud Hofmann, „und auch Frauen, die es in ihrer Ehe schwer haben.“ Für sie haben die Beginen immer ein offenes Ohr. Die Hauptsache sei, Freude und Sinngebung zu vermitteln.
Auch ganz konkret treten die „barmherzigen Samariterinnen“ im Alltag auf. Im Mai stand sie Aldin, gerade neu auf diese Welt gekommen bei. Ihre Eltern hatten auf der Flucht vor zwei Jahren nicht an ihre Geburtsurkunden gedacht. Daher kann für Aldin wohl keine Urkunde zur Geburt in Essen ausgestellt werden. „Wie sieht die Zukunft eines Mädchen aus, dass keine Geburtsurkunde bekommt?“ Fragt Gertrud Hofmann, bleiben sie ihr die Antwort nicht schuldig. Mama, die schon Obdachlose beherbergte, die sie am Essener Bahnhof um Hilfe baten. Sie nahm sie mit zu sich nach Hause, gab ihnen ein Quartier für die Nacht und kochte ihnen sogar deren Leibspeise. Sauerkraut mit Speck. „Was die für eine Freude hatten, das Badezimmer zu benutzen“, erinnert sich die ehemalige Religionslehrerin und Mutter von vier Kindern, „da freut man sich richtig mit.“

Liebste Mama, wie gut Gott dich doch behütet, du hast den Krieg überlebt, trotz Hitler Witze, Arbeitsdienst und Bombenhagel. Auch Krankheit und Fußbruch. Heute kann sich kaum einer vorstellen, dass ihm nicht einmal Gips zum Schienen zur Verfügung steht, oder Penicilline fehlt, Schmerzmittel nur für die Befreier da war - mehr als Luxus. Der Rhein eine natürliche Trennung war, die Brücken zerstört – schlimmer als heute, nur belastbar bis 3,5 Tonnen ;) Krankenhäuser jedoch auf der anderen Seite lagen.
„Nie wieder Krieg“, hat Deutschland dieses umsonst gerufen? Als sich die CDU im Berliner Keller, im Untergrund gründete, mit dem Vorsatz: „Keine Waffe in deutsche Hand“ … Du warst an der University of California in Berkeley und hast auch in München studiert … Hattest ein Visum für Spanien aus den USA mitgebracht … Du hast die Flucht überlebt und Papa starb nicht an einem der Anschläge … Wir mögen in einem Rechtsstaat leben, jedoch hat Gott uns um Barmherzigkeit gebeten - nicht um Gesätze!
Gottes-Segen Dir im ausgerufenen außerordentlichen „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“, das am Dienstag beginnt und viele Menschen die mit dir über Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit reden …
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Reinhard Gebauer aus Oberhausen | 03.07.2016 | 13:48  
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