Für einen Schulabschluss ist es nie zu spät! Abendrealschule Eiberg bietet vielen eine zweite Chance - auch vormittags

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Schulleiter Dr. Jörg Prieß und Lehrer Burkhard Wegener (v.l.) von der Abendrealschule - sie freuen sich auf jede Menge neuer Schüler.
 
Die Abendrealschule Eiberg erweitert ihr Angebot - ab August kann man hier auch vormittags die Schulbank drücken.
Essen: Abendrealschule | Der Schulabschluss - Voraussetzung für die meisten Ausbildungsberufe und eine berufliche Karriere. Wer keinen hat, der schaut häufig in die Röhre - Perspektive Mangelware. Die Gründe dafür, keinen Schulabschluss vorweisen zu können sind vielfältig - vom Schulverweigerer über die Alleinerziehende bis zum Teenager der beinah auf die schiefe Bahn geraten wäre. „Bei uns sind sie alle willkommen - vorausgesetzt sie sind mindestens 17 Jahre alt! Eine Chance bekommt bei uns jeder“, erklärt Dr. Jörg Prieß, Schulleiter der Abendrealschule Eiberg. Und er meint es auch so!

VON JULIA COLMSEE

Idyllisch eingebettet zwischen Wiesen, Feldern und Bäumen liegt das Gebäude der ehemaligen Hauptschule Eiberg am Sachsenring 301 - seit nunmehr acht Jahren bereits die Heimat der Abendrealschule der Stadt Essen. Rund 350 Schüler drücken hier die Schulbank und streben entweder den lange ersehnten ersten Schulabschluss ihres Lebens an oder möchten sich schlicht und ergreifend verbessern. „Unsere Schüler kommen natürlich mit sehr unterschiedlichen Vorraussetzungen zu uns. Da ist ein ausführliches Beratungsgespräch im Vorfeld sehr wichtig!“
Sowohl der Hauptschulabschluss nach Klasse 9, als auch der nach Klasse 10, sowie der mittlere Schulabschluss mit und ohne Qualifikation (Realschulabschluss) können in Eiberg erreicht werden. Wer gänzlich ohne Abschluss starten möchte, startet mit einem speziellen Vorkurs. „Wichtig ist außerdem, dass unsere Schüler mindestens ein halbes Jahr schon einmal gearbeitet haben oder zur Zeit arbeiten. Dazu zählen auch Praktika, ein freiwilliges soziales Jahr oder Erziehungszeiten -wir beraten auch in diesen Fällen natürlich ausführlich und gerne.“
Eingeteilt sind die Schuljahre in Semester - so kann sowohl im Sommer-, als auch im Winterhalbjahr gestartet - und auch zwei Mal im Jahr ein Abschluss erworben werden.
Warum viele junge Menschen hier das schaffen, was ihnen an einer Regelschule nicht möglich war, erklärt Burkhard Wegener, Lehre für Deutsch und Geschichte, so: „Wir versuchen natürlich, die Schüler da abzuholen, wo sie stehen. Die Klassen sind recht klein - 20 Schüler sind schon viel. Das ist also gut umsetzbar. Bei uns hat außerdem jeder die Möglichkeit, seinem eigenen Lerntempo entsprechend zu arbeiten. Das ist uns mindestens genau so wichtig, wie ein angstfreies Lernen. Die meisten kommen ja mit einer gewissen Vorgeschichte und meist jeder Menge Frust. Aber bei uns - und da spreche ich für das ganze Kollegium - wird niemand allein gelassen. Keiner ist uns egal - wir gehen den Weg zum Abschluss mit jedem einzelnen!“ Unterstützt wird das Team dabei außerdem von einem Sozialpädagogen, der mit Rat und Tat zur Seite steht.
Ein gutes Konzept! Aber gänzlich ohne Schwierigkeiten? „Verstehen Sie mich nicht falsch - wir sind hier natürlich nicht weltfremd und auf der ‚Insel der Glückseligkeit‘. Manche Situationen sind schon auch schwierig. Aber wir haben klare Regeln und behandeln alle gleich. Ein wichtiger Punkt ist beispielsweise: Wer schlägt, der fliegt! Gott sei Dank kommt das nur sehr selten vor - aber in so einem Fall führen wir auch keine langen Gespräche. Die Konsequenz ist immer ein Schulausschluss, was unter anderem für den Schüler auch den Verlust jeglicher finanzieller Unterstützung wie Schüler Bafög bedeutet. Das macht natürlich die Runde…“
Mittlerweile werden auf der Abendrealschule auch rund 100 Flüchtlinge unterrichtet - sehr zur Freude von Schulleiter Dr. Prieß. „Das klappt wunderbar - Inklusion ist bei uns kein schwieriges Thema! Die meisten freuen sich einfach sehr, etwas lernen zu können und das merkt man einfach!“
Ab dem im August startenden Semester freuen sich Schulleiter Prieß und sein Team ein neues Angebot präsentieren zu können. „Ab dem kommenden Semester wird es auch eine Vormittagsschiene geben. Die Kernunterrichtszeiten liegen zwischen 8.45 und 14.30 Uhr. Wir möchten so auch Alleinerziehenden mehr Möglichkeiten bieten, bei uns ihren Schulabschluss zu machen. Die Kinderbetreuung liegt ja nunmal primär im Vormittagsbereich.“ Die beiden bereits vorhandenen Unterrichtszeiten, in der Zeit von 13.30 bis 19.15 Uhr oder von 17.05 bis 21.40 Uhr die Schulbank zu drücken, werden natürlich weiterhin möglich sein. Wer sich für das Angebot der Abendrealschule interessiert, kann unter der Rufnummer 0201 - 884 700 00 weitere Informationen erhalten. Auch Fragen per E-Mail an info@abendrealschule-essen.de werden gerne beantwortet. „Wie gesagt: Bei uns bekommt jeder eine Chance - wenn er will!“
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