Sie sind das, wonach sich Schwangere sehnen, wie die Prinzessin nach dem Ritter auf dem weißen Pferd: echte Kreißsaal-Krieger. Sie haben mit IHR alle pränatalen Kurse durchgehechelt und sind atemtechnisch quasi besser drauf als die Frauen selbst. Sie haben die ergonomischen Qualitäten des Stillkissens gecheckt, den "Regenbogenfisch" auswendig gelernt und können in unter einer Minute Maxi Cosis in verschiedene Kombis ein- und ausbauen. Natürlich waren sie (oft sogar mehrfach) bei der Geburt dabei, haben mitgezählt, mitgelitten und natürlich alles digital für die Nachwelt festgehalten. Nein, diese Typen brauchen keine "I did it"- oder "Born with me"-T-Shirts, sie tragen die Überlegenheit des wahren Helden auf der Stirn. Das merkt "mann" schnell, wenn man angibt, beim Zur-Welt-Kommen nicht unbedingt dabei sein zu wollen. "Ich gerate in Panik, wenn ich Menschen leiden sehe, die mir wirklich was bedeuten und bin dann eher eine Belastung." - "Ich trau' mir das einfach nicht zu." Solche Einlassungen werden von den "Die-Nabelschur-mit-nur-einer-Hand-Durchtrennern" verächtlich kommentiert. Du fühlst dich als ängstlicher Versager zwischen lauter Übervätern. Na gut, meine Freundin Petra hat ihren Geburtshelfer ziemlich rüde angeschrien, als der nach 18 Stunden Wehen immer noch alles besser wusste und ihn aus dem Zimmer verwiesen. Und Kumpel Bodo mit der Piratennarbe überm linken Auge? Er war bei der Geburt des kleinen Hauke auf alles vorbereitet - theoretisch. Als es dann losging und das Nesthäkchen völlig problemlos das Licht der Welt erblickte, war's für den Papa längst stockdunkel. Der Zwei-Meter-Mann war schlichtweg ohnmächtig geworden und mit der Birne gegen einen Schrank gefallen. Um seine Platzwunde sollen sich dann mehr Ärzte gekümmert haben, als um die werdende Mutter. Nach dieser "gemeinsamen" Erfahrung ist ihr Kleiner bis heute Einzelkind geblieben.
Haha! Ja den mit der Platzwunde haben wir auch im Bekanntenkreis!! Aber zur Sorte Kreissaal Krieger gehört er eigentlich nicht. Und eigentlich hätte er beim dritten auch schon etwas abgeklärter sein sollen. Als dann aber die böse Schwester die Rückenmarks-Spritze für die werdende Mama klarmachte, hat es ihn auch zerlegt und die dumme Heizung war im Weg.
Mein Mann war auch bei beiden dabei, aber ehrlich gesagt nicht wirklich soooo gerne. Aber er hatte es versprochen und war mir auch eine große Hilfe, obwohl er nur meine Hand hielt!! ;-)) Und ich hab mich auch bei beiden beeilt, damit es für ihn nicht so ganz arg wurde. Als er bei der zweiten erst mich im Kreissaal abgeliefert hat und dann noch eben die Tasche aus dem Auto geholt hat, war unser Töchterchen schon fast da. Ratz fatz - fertig und der glückliche Vater war pünktlich zu den ersten Bundesligaberichten im Fernsehn wieder zuhause!! ;-))))
Und wenn die Zwerge dann da sind, verklärt sich doch eh meist vieles und dann berichtet auch der Nicht-Krieger ganz stolz von dem Erlebten, oder!?
Ich habe keine Kinder, aber ich glaube, ich hätte auch nciht gewollt, dass der Erzeuger bei der Geburt dabei wäre. Ich würde es ja auch nicht sehen wollen.
@ Bea - Das versteh ich aber nicht. Eines der natürlichsten Sachen der Welt ist eine Geburt, oder!? Warum sollte man das nicht sehen wollen. Es gibt viele, viele andere Sachen die ganz schlimm sind und da schauen alle ganz fasziniert zu. Mich wundert das immer ungemein. Und vor allem, wenn man als Mann doch bei der „Produktion“ dabei war ist man doch auch eingebunden in die ganze Sache!! Und so viel vom eigentlichen Geschehen muss er ja auch gar nicht „ertragen“ wenn er hinter der Frau sitzt. Aber er ist da und das ist doch für die meisten Frauen wichtig!! Ich glaube die Zeiten sind doch wohl endgültig vorbei, wo der Mann weggeschickt wurde, wenn die Frau im Wochenbett lag.
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