Falscher Vergleich der EVAG mit der Düsseldorfer Rheinbahn durch den Oberbürgermeister

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Leistungsfähiger moderner ÖPNV, gleich ob Strassenbahnen, Busse oder U-Bahnen ist kaum mit gekürzten Zuschüssen zu leisten - sonst haben wir bald ein fahrbares Museum auf den schienen oder müssen unsere U-Bahnröhren wieder dichtmachen.
Essen: Stadtmitte |

Paß vergleicht Äpfel mit Birnen

Am 13.12.2014 hat Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) in einem Lokalzeitungsinterview bemängelt, dass der Düsseldorfer Nahverkehrsbetrieb Rheinbahn einen geringeren Zuschussbedarf als die Essener Verkehrsbetriebe (EVAG) hat, obwohl sie mehr Fahrleistung erbringt. Dazu erklärt Rolf Fliß, grüner Ratsherr und EVAG-Aufsichtsratsmitglied:
„OB Paß vergleicht Äpfel mit Birnen. Die beiden Verkehrsunternehmen haben völlig unterschiedliche Kostenstrukturen und Systemvoraussetzungen. Bis auf die Stadtbahn-Nordstrecke befindet sich die gesamte ÖPNV-Infrastruktur im Eigentum der EVAG. Anders als die Rheinbahn muss die EVAG dadurch jährlich rund 17 Mio. Euro an Aufwendungen für den Unterhalt der Infrastruktur zahlen.
Die Düsseldorfer Rheinbahn hat außerdem mehr Einnahmen, da Düsseldorf doppelt so viele Einpendler wie Essen hat und ein größeres Verkehrsgebiet bedient wird. Mit einem ÖPNV-Nutzungsanteil von 22 Prozent liegt Düsseldorf über dem 19 Prozentanteil des ÖPNV am Modal Split in Essen. Auch der höhere Anteil an Straßenbahnstrecken mit eigenem Gleiskörper verschafft der Rheinbahn Vorteile.

Leistungskürzungen im öffentlichen Nahverkehr abwenden


Auch wir Grüne verkennen nicht die Notwendigkeit zum Sparen. Der von OB Paß mit der mittelfristigen Finanzplanung bei der städtischen Holding EVV vorgezeichnete Weg führt allerdings zwangsläufig zu massiven Leistungskürzungen im öffentlichen Nahverkehr. Hierdurch würde eine Abwärtsspirale eingeleitet, denn ein Wegfall von Nahverkehrsleistungen führt auch zu Einnahmeausfällen.
Neben einer verstärkten Förderung des Nahverkehrs durch Bund und Land muss stattdessen die interkommunale Zusammenarbeit ausgebaut werden. Der VIA-Zusammenschluss mit Duisburg und Mülheim hat bereits einige Synergien gebracht, die nicht aufs Spiel gesetzt werden dürfen. Inzwischen häufen sich aber insbesondere im Bereich der personellen Besetzung von wichtigen Positionen Probleme, so dass wir uns auch einen Zusammenschluss mit anderen oder zusätzlichen Nahverkehrsbetrieben vorstellen können.“
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