"Noch nie war die Welt so friedlich wie heute" - Unsere Wahrnehmung sagt etwas anderes - Militärschlag gegen Syrien

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Essen: Syrien | Vergangene Nacht: Gezielter Militärschlag gegen Syrien. Die USA, Frankreich und Großbritannien signalisieren dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad: Du kannst dich nicht ungestraft über die international in der Chemiewaffenkonvention beschlossene Ächtung von Chemiewaffen hinwegsetzen. Bundeskanzlerin Merkel, die im Vorfeld bereits ausgeschlossen hatte, dass sich Deutschland an einem militärischen Eingreifen beteiligen würde, begrüßt den Militärschlag allerdings als gerechtfertigt, betont zugleich aber ihre Präferenz für diplomatische Bemühungen.

Wir in unserer doch friedlichen europäischen Welt schütteln weiterhin die Köpfe, schauen wir uns den Krisenherd Naher Osten an. Kriegerische Auseinandersetzungen, an der sich immer mehr Parteien beteiligen. Immer mehr "Mitspieler" betreten die Kriegsschauplätze, immer mehr selbsternannte "Schiedsrichter" kommen hinzu. Der Kampf gegen den IS scheint gewonnen, dennoch tritt keine Ruhe ein. In Syrien ist es neben den regional verwurzelten Konflikten längst zu Stellvertreterkriegen auf verschiedenen Ebenen gekommen - und nun könnte es auch zu einem direkten Aufeinandertreffen des Westens, allen voran die USA, und Russlands kommen, das verzweifelt um seine Weltgeltung kämpft. Es ist ein Spiel mit dem Feuer.

Krieg ist immer schäbig, wenn er auch manchmal nicht zu umgehen scheint. Aber durch und durch gute Kriege? Nein, die gibt es nicht. Es geht neben den langfristigen Absichten immer um Zerstören und Töten.

Regionale Konflikte gibt es immer wieder. Aber helfen überregionale militärische Einmischungen? Zweifel dürfen angemeldet werden. Es kommt einem so vor wie bei privaten Konflikten, bei denen eine gewaltsame Auseinandersetzung zweier Personen mitunter zu einer Massenschlägerei ausartet. 

Bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen, die wir auf unserer Welt beklagen, sollten wir nicht aus den Augen verlieren, was die "Zukunftsinstitut GmbH" aus Frankfurt schreibt:

"Noch nie war die Welt so friedlich wie heute. Im Vergleich zu den Gewalterfahrungen ALLER Generationen vor uns nimmt die Gewalt deutlich und kontinuierlich ab. Nicht nur die organisierte Kriegsgewalt, sondern auch die Alltags-Gewalt zwischen Menschen. Mord und Totschlag, Amok und Attentat – alle Arten, in denen Menschen Menschen zu Schaden oder zu Tode bringen, sind auf breiter Front und in der überwiegenden Anzahl aller Länder und Regionen auf dem Rückzug. ... OBWOHL die Weltbevölkerung massiv anstieg, ist die Anzahl der Kriegsopfer enorm zurückgegangen. Nur in den letzten beiden Jahren zeigt sich ein leichter Anstieg, was vor allem auf den Syrien-Konflikt zurückzuführen ist. In allen anderen Kontinenten, in denen vor zwanzig, dreißig, vierzig Jahren noch grausame Bürgerkriege herrschten, ist die Anzahl der Konflikte aber massiv gesunken. Zum Beispiel sind Süd- und Mittelamerika sowie fast ganz Asien heute meistens friedlich."

Trotzdem haben wir häufig den Eindruck, in der Welt würde es immer schlimmer. Da verweist das Zukunftsinstitut darauf, dass "unser subjektiver Eindruck immer nach dem Prinzip der KOGNITIVEN DIFFERENZ funktioniert: je weniger alltäglich die Gewalt, desto “skandalöser” – und emotional schmerzvoller – erscheinen uns Kriege und Gewalttaten durch das Brennglas der medialen Berichterstattung. Noch in den 80er und 90er Jahren gab es in zahlreichen Ländern viele, viele Kriege, aber von diesen sah man kaum etwas auf den Bildschirmen – im Kongo waren einfach keine Fernsehreporter unterwegs, außerdem interessierte uns das nicht sonderlich. Mit der zusammenwachsenden Welt, der “endgültigen Globalisierung”, rücken uns diese Konflikte immer näher. Weil alles mit allem zusammenhängt. Und weil Flüchtlinge in einer vernetzten Welt leichter über Grenzen kommen."   
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 14.04.2018 | 15:57  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 14.04.2018 | 18:37  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 14.04.2018 | 18:41  
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Bernfried Obst aus Herne | 14.04.2018 | 22:10  
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Volker Dau aus Bochum | 14.04.2018 | 22:24  
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Volker Dau aus Bochum | 14.04.2018 | 22:25  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 14.04.2018 | 22:28  
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Volker Dau aus Bochum | 14.04.2018 | 22:29  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 14.04.2018 | 22:45  
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Volker Dau aus Bochum | 14.04.2018 | 22:45  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 14.04.2018 | 22:59  
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Volker Dau aus Bochum | 14.04.2018 | 23:00  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 16.04.2018 | 18:32  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 16.04.2018 | 21:03  
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Volker Dau aus Bochum | 16.04.2018 | 22:50  
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Volker Dau aus Bochum | 16.04.2018 | 23:12  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 17.04.2018 | 00:04  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 17.04.2018 | 12:59  
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