Thomas Kufen: Cooler Auftritt von einem, der für Essen „brennt“

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CDU-OB-Wahl-Kandidat Thomas Kufen sagt: „Es wird Zeit. Überall, wo wir hinschauen, ist Arbeit - Arbeit, die getan werden muss. Teure Wahlversprechen wird es nicht geben. Die hohe Schuldenlast unserer Stadt darf aber nicht jede Idee und Kreativität ersticken.“ Foto: Janz
Essen: Ruderverein |

Es war heiß beim Sommerempfang der CDU Steele, zu dem Ratsherr Dirk Vogt mit seinem Ortsverbandsteam eingeladen hatte. Ging ja auch nicht anders, denn unter dem Motto „Ich brenne für Essen“ präsentierte sich OB-Kandidat Thomas Kufen - ganz persönlich.

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Essener Fraktionschef will im September Oberbürgermeister werden. Allerdings nicht von Essen, sondern für Essen, das ist für Kufen ein großer Unterschied. „Der Thomas“ weiß wie er sich verkaufen will. So redete er auch nicht auf die zahlreichen Besucher ein, sondern stellte sich dem Radiomoderator Uwe Loch zum - allerdings vorab natürlich vorbereiteten - Interview und hinterher den wenigen Fragen des Publikums.
Kufen sieht sich selbst als Original-Essener „mit Leib und Seele“, deutet an, dass er ledig, aber in festen Händen und ein überhaupt kein strenger Onkel und glühender (da ist das wieder mit der Hitze) RWE-Fan ist.
Bei den für eine OB-Wahl typischen Themen wie Stadtverschuldung, Sparmaßnahmen, Infrastruktur, Sport und Kultur antwortet der Vollblutpolitiker taktisch: Ja, sparen muss man wohl, nein, Stadtteile, Vereinskultur usw. dürfen aber nicht kaputt gespart werden - das hatten und haben wir alles schon.
Neu und durchaus überzeugend stellt sich Kufen allerdings als Problem-Erkenner und dann auch Macher dar. Als Unternehmersohn wisse er, dass man Geld, das man investieren will, erst einmal haben muss. Als neuer OB sei er auch kein Alleskönner, aber eben ein Alles-Anpacker, wobei er guten Ratschlägen - von welcher Seite auch immer - stets ein offenes Ohr leihe.
Warum bündelt Essen in regelmäßigen Treffen zwischen Mandatsträgern auf Landes-, Bundes- und Europa-Ebene nicht parteiübergreifend Kompetenzen, um in Düsseldorf, Berlin und Brüssel Fördermittel zu erhalten? Gute Frage.
Warum vergleicht sich Essen eher mit Herne oder Castrop Rauxel, als mit Metropolen wie z.B. Barcelona? Eine Frage des Selbstwertgefühls.
Als Oberbürgermeister würde Kufen zwar auch Hände schütteln, sie viel lieber aber denjenigen reichen, die Essen durch Kommunikation und Interaktion nach vorne bringen können. Das sitzt.

Die EVAG nicht
kaputt sparen


Genauso wie sein mutiger Lösungsansatz für die Stadttochter EVAG: Hier müsse man nicht dauernd an den Indianern, sondern an den Häuptlingen sparen. Kufen will sich für ein, höchstens zwei Verkehrsbetriebe im gesamten Revier einsetzen und so teure Geschäftsführungen, Aufsichtsratsposten usw. einsparen.
Na gut, dass auch er den Soli-Ost infrage stellt und die Gelder lieber in bedürftige West-Städte lenken würde, ist keine neue und bisher auch nie umgesetzte Idee.
Und bei den Grundschulen will der Kandidat demnächst die Eltern nicht alleine lassen, sondern so zwei Wochen vor Ferienende nachsehen, wo es am meisten fehlt und dann mit Ehrenamtlern, einer Stadtverwaltung, die beauftragte Handwerker genau unter die Lupe nimmt, selbst bei Renovierungsarbeiten mit anpacken.

Schul-WCs: Doch lieber
scheuern, statt erneuern?


Das hatte sich im Kommunalwahlkampf 2014 noch anders angehört. Unter dem Motto „Erneuern statt scheuern“ forderte auch Kufen damals gleich neue Schul-WCs und verweigerte im Rat eine zweite wöchentliche Putzeinheit. In der CDU-SPD-Koalition nach der Wahl einigte man sich aber schließlich genau darauf. Wie viele Klos die CDU nun wirklich erneuert hat, das ist ein heißes Thema. Eindeutig zu viel für den hitzigen Sommerempfang in Steele, auf dem sich insgesamt ein sehr hemdsärmeliger, vertrauenswürdiger OB-Kandidat kompetent und sogar cool präsentiert hat.
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2 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 17.06.2015 | 18:47  
Detlef Leweux aus Essen-Steele | 17.06.2015 | 21:10  
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