Entspannen lernen - Mitmachbuch für Kopfschmerzpatienten hilft

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Dr. Thomas Rampp, Leiter des Instituts für Naturheilkunde, Traditionelle Chinesische und Indische Medizin an den Kliniken Essen-Mitte, mit einer Nadelreizmatte, die auch bei Kopfschmerz-Patienten zum Einsatz kommt. Foto: P. de Lanck
Essen: Knappschaftskrankenhaus |

"Circa acht Millionen Bundesbürger leiden unter Migräne", berichtet Dr. Thomas Rampp, Leiter des Instituts für Naturheilkunde, Traditionelle Chinesische und Indische Medizin an den Kliniken Essen-Mitte. Grund genug, sich dem Thema Kopfschmerzen ausführlicher zu widmen und zu schauen, wie sie entstehen, wie sie behandelt werden - und vor allem auch wie Patienten selbst aktiv werden können, um den eigenen Schmerzzustand zu verbessern und dem Kopfschmerz prophylaktisch entgegen zu wirken.

Im täglichen Umgang mit seinen Patienten kennt Dr. Thomas Rampp viele individuelle Kopfschmerzzustände. Immer wieder sind am Institut für Naturheilkunde der Kliniken Essen-Mitte Patienten stationär vor Ort, um den richtigen Umgang mit ihrem Schmerz zu lernen und sich therapieren zu lassen.
Man unterscheidet vier Hauptgruppen von Kopfschmerz: Migräne, Spannungskopfschmerz, Kopfschmerzen durch Schmerzmittel und Clusterkopfschmerz.
Sie alle haben ganz individuelle Ausprägungen. In diesem Herbst bringt Thomas Rampp einen Leitfaden in Buchform heraus, der dem Patienten neben Infos rund um das Thema Kopfschmerz auch die Möglichkeit gibt, aktiv auf den Krankheitsverlauf Einfluss zu nehmen. Ernährung, Bewegung, Spannungsregulation und Stressverarbeitung sind dabei wichtige Stichworte.
"Wichtig ist eine Schulung, wie die jeweiligen Medikamente zu nehmen sind, da die Gefahr besteht, in den medikamenten-induzierten Kopfschmerz zu rutschen", betont der Oberarzt. Soll heißen: Kopfschmerzmittel können ihrerseits je nach Dosierung wiederum Kopfschmerzen auslösen. Als Faustregel gilt hier, dass Schmerzmittel nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden sollten.
Bezüglich Migräne ist es wichtig zu wissen, dass es eine genetische Bereitschaft dazu gibt. Inwiefern diese zum Tragen kommt - und in welcher Intensität - kann dann auch vom individuellen Tagesablauf abhängen. Hier kommen die Themen Stressreduktion, Achtsamkeit und das Erlernen bestimmter Entspannungstechniken ins Spiel.

Stressreduktion und Achtsamkeit

"Das können Yoga, Progressive Muskelentspannung (PME) oder auch Autogenes Training sein", informiert Rampp: "Generell schützt das Prinzip 'Relaxation/ Response' vor Stress. Das sollte dann zum Tagesablauf gehören wie das Zähneputzen." Auch ausreichendes Trinken und regelmäßiges Essen können sich bereits bemerkbar machen. Eine Zusammenstellung des Speiseplans sollte mit Bedacht erfolgen, da bestimmte Lebensmittel Unverträglichkeiten auslösen oder Kopfschmerzen begünstigen können.
Der Ratgeber "Frei von Kopfschmerzen" von Dr. Thomas Rampp und Sabine Pork will dem Patienten Unterstützung bieten. Er soll dabei helfen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu steigern. Raum für eigene Aufzeichnungen dokumentieren persönliche Ziele und Meilensteine: 'Was habe ich erreicht, was hat mir gut getan'. So formt sich im Laufe der teilnehmenden Lektüre ein genaues Bild des jeweiligen Schmerzpatienten mit Bewegungsprotokoll und konkreten Übungen für den Alltag. Das gibt Aufschluss über bestimmte Therapieformen, die helfen können.
"Circa 80 Prozent der Patienten unserer Klinik für Naturheilkunde berichten über eine signifante Besserung ihrer Symptome", resümiert Dr. Thomas Rampp. Einige Krankenkassen unterstützen bereits den ganzheitlichen Therapieeinsatz und bieten ihren Versicherten spezielle Programme zum Thema an.
"Auch der beste Kopfschmerzexperte kann die Schmerzen nicht wegzaubern", betont Rampp, "aber er kann dem Patienten dabei helfen, informiert und kompetent mit seiner Erkrankung umzugehen und seine Lebensqualität zu verbessern."
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