Großartige Natur am Ringkøbing Fjord erleben

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An der Westküste Jüdlands liegt der größte Küstensee Dänemarks. Rund um den im Durchschnitt nur 1,5 Meter tiefen Ringkøbing Fjord liegt eine reizvolle Ferienregion mit malerischen Orten, Wassersportangeboten und idyllischen Dünenketten. Nordsee und Fjord schaffen rund um die Stadt Hvide Sande optimale Bedingungen für einen entspannten Dänemarkurlaub. Untergebracht sind die meisten Gäste der Region in Ferienhäusern. Neben der abwechslungsreichen Natur sorgen verschiedene Museen, traditionelles Handwerk und gute Gastronomie dafür, dass ein Urlaub am Ringkøbing Fjord zwar entspannt aber niemals zu ruhig ist. Auch im Frühjahr und Herbst kann man viele der Angebote außerhalb des Trubels der Hauptsaison genießen und manche Sehenswürdigkeiten dann ganz für sich.

Der Dänemark-Urlaub beginnt bereits vor der eigenen Haustür. Wer im Ferienhaus wohnen und vor Ort mobil sein möchte, braucht das eigene Auto. Vor der Fahrt nach Hvide Sande gilt es zu planen, was an bequemer und wetterfester Kleidung in den Koffer gehört. Dass ich die deutsch-dänische Grenze hinter Flensburg passiert habe, merke ich in erster Linie daran, dass die anderen Autos plötzlich mit Abblendlicht fahren und sich das Tempo auf der Autobahn auf gemütliche 130 km/h reduziert hat. An diese Regeln sollte man sich auf jeden Fall halten, denn die Bußgelder sind in Dänemark deutlich höher als in Deutschland.

Auf der Fahrt lasse ich die Inseln Rømø und Fanø seitlich liegen. Mit der Zeit werden die Straßen kleiner und der Verkehr weniger. Dafür erstrecken sich auf beiden Seiten der Landstraße Felder, Seen und erste Dünenketten. Am Himmel zieht eine Schar Wildgänse in strenger Formation durch die Luft. Dann sehe ich zum ersten Mal den Ringkøbing Fjord. Auf den ersten Blick sieht man der 30 Kilometer langen und 12 km breiten Wasserfläche nicht an, dass sie so flach ist. So eindrucksvoll wirkt der See, der sich vor mir erstreckt. Auf beiden Seiten der Straße sehe ich immer wieder Ferienhäuser, die sich auch außerhalb der Orte in die Dünen ducken. Mehrere tausend freistehende Häuser müssen es allein in dieser Region sein. Das Angebot reicht dabei von kleinen Hütten bis hin zu luxuriösen Villen und modernen Hausbooten mit Designerausstattung. So kann jeder Urlauber das zu ihm passende Haus finden.

Bei schönem Wetter lohnt sich ein Besuch bei der Wakeboard-Anlage von Christian Estrup. Am Rande des Ringkøbing Fjord hat er eine Anlage bauen lassen, auf der Wasserskiläufer und Wakeboarder von der Startposition aus wie an einem großen Schlepplift über das Wasser gezogen werden. Je nach Geschick und Können endet bei vielen schon der Start im kühlen Nass. Wer mehr Übung hat, bekommt die Gelegenheit, ohne Hilfe eines Motorboots über das Wasser zu gleiten und auf Wunsch die am Rand der Strecke stehenden Hindernisse kunstvoll zu bewältigen. Zuschauen kann man dabei aus dem zur Anlage gehörenden Café. Dort sitzen auch die Begleiter der zum Teil aus Hvide Sande und Umgebung stammenden Jugendlichen, die die Anlage genau wie Urlauber nutzen. Damit auch Einsteiger das Wakeboarden ausprobieren können, verleiht man Neoprenanzüge und das restliche Equipment zu moderaten Preisen.

Auch für weniger sportliche Gäste geeignet ist eine Tour mit dem Kajak. Ich habe mir dafür den Hafen von Bork ganz im Süden des Ringkøbing Fjord ausgesucht. Martin Velling, Geschäftsführer von WestWind, bietet dort mit seinem Team eine Surfschule und den Verleih von Kajaks an. Nach dem Umkleiden in den auch hier obligatorischen Neoprenanzug heißt es Zupacken. Die Gäste bringen ihre Boote über den zum Teil steinigen Untergrund selbst zum Strand. An diesem sitzt zu meiner Überraschung ein Musiker, der mit Blick auf das Wasser in aller Ruhe und nur für sich einen seiner Songs probt. Bei starkem Wind geht es nach kurzer Einweisung und dem Anlegen der Schwimmweste ins Wasser. Einige Paddelschläge später kommt das Boot in Schwung. Und treibt anders als geplant nicht in Richtung Wikingerhafen, sondern genau in die andere Richtung. Schnell zeigt sich, dass es wenig lohnend ist gegen Wind und Wellen anzupaddeln. Also genieße ich den Schwung und lasse das Boot für einige hundert Meter parallel zur Küste treiben. Dann wird es höchste Zeit umzukehren. Der Sprung aus dem Boot ins Wasser gelingt. Wie erwartet kann man dort, rund zehn Meter vor der Küste, im Wasser stehen und das Boot fußläufig zurück zum Ausgangspunkt ziehen. Da andere Boote ähnliche Erfahrungen gemacht haben, entscheidet der örtliche Guide sich für einen Bustransfer, der Boote und Reisende zu einem schmalen Kanal im Naturschutzgebiet bringt, der an diesem Tag für durchschnittlich Trainierte mit dem Boot allein nicht zu erreichen wäre. Dort lässt es sich sanft und angenehm paddeln. Ziel der Tour ist ein ehemaliger Wikingerhafen, der heute Museum ist. Vom Wasser aus sehe ich Nachbauten historischer Schiffe und einige Gebäude. Dann ist es Zeit für den Rückweg. Der führt durch die Kanäle und schließlich wieder auf den Ringkøbing Fjord. Mit etwas Geschick lässt sich der Strand durch eine Vielzahl von rücksichtsvollen Surfern erreichen. Einige Minuten später sind das Kajak wieder verstaut, der Neoprenanzug gereinigt und ich stehe nach einer interessanten Tour zufrieden unter einer warmen Dusche.

Malerisch ist der Hafen von Stauning am östlichen Ufer des Fjords. Dort liegen alte und auf alt gemachte Schiffe vor Anker, die das Herz jedes „Postkartenfotografen“ höherschlagen lassen. Viele der Kutter sind in einem für die Region typischen hellen Blauton gestrichen. Wer sich satt gesehen hat, kann im Restaurant Stauning Havn einkehren. An manchen Tagen werden von hier auch Ausflugsfahrten angeboten. Ausflugsziel in der Region ist seit einigen Jahren auch die Destillerie Stauning Whiskey. Stefan Baumgart führt in deutscher Sprache durch den Betrieb, der modernste Technik mit handwerklichem Können verbindet. Bei der Führung erfahren die Besucher nicht nur, was den Stauning Whiskey von anderen Marken unterscheidet, sondern auch warum guter Whiskey richtig teuer sein muss. Bei der Tour durch die Produktionshallen bekommen die Gäste Einblick in die Entstehung des Whiskeys und dürfen am Ende die fertige Ware verkosten. Nicht fehlen darf der Blick in die Lagerräume, in denen Fässer mit mehreren hundert Litern reifen.

Wer gerne spazieren geht, ist in den Skjern Wiesen genau richtig. Das Naturschutzgebiet wurde der Natur einst abgerungen und mit Pumpstationen trocken gelegt. Seit einiger Zeit ist es nun renaturiert und wird von der Natur zurückerobert. Ein Spaziergang durch das Gebiet führt zu zwei besonderen Seilfähren. Diese werden nur mit Muskelkraft betrieben und müssen von den Spaziergängern selbst durch das Drehen einer Kurbel herangezogen werden. Auf der Fähre selbst ziehe ich kraftvoll an einer Leine und kann mich und die Fähre so über das Wasser bewegen. Ich bin erstaunt, wie wenig Kraft nötig ist, um die Fähre und ihre Passagiere in Bewegung zu bringen. Eine baugleiche Fähre führt aus dem Gebiet wieder heraus zur Pumpenstation Nord. Das gerade als technisches Denkmal eröffnete Gebäude informiert über die Geschichte der Skjern Wiesen und ist zugleich Aussichtsplattform. Von der obersten Etage lasse ich den Blick in die Ferne schweifen.

Bei schlechtem Wetter ist die Zeit optimal genutzt mit einem Besuch im Hofladen Vestkystens Gårdbutik. Statt sich nur auf die eigene Landwirtschaft zu verlassen, hat sich die Besitzerin mit erlesenen Produkten hier ein zweites Standbein aufgebaut. Viele Produkte wie Mangoessig und Nordseekäse dürfen sogar verkostet werden. Besonders angetan hat es der Besitzerin der Lakritz-Geschmack. Diesen hat sie nicht nur in eine eigene Eissorte verwandelt, sondern auch in Gebäck verarbeitet. Für süße Genießer sind neben dem selbst hergestellten Eis die milden und schokoladigen Rumkugeln eine Offenbarung. Natürlich umfasst das Sortiment auch Fleisch und Wurstwaren aus der Region sowie ausgewählte Produkte anderer Produzenten. Wer sich für Kunst interessiert, sollte die „Galleri Skippergården" besuchen. In ihrem alten Dünenhof zeigen zwei Künstler aus der Region ihre Werke. Astrid Hygom malt Szenen aus der Region in einem abstrakten, impressionistischen Stil. Leif H. Jacobsen präsentiert dazu seine schönen Aquarelle. Vergängliche Kunst bietet dagegen das Sandskulpturenfestival in Søndervig. Am nördlichen Ende des Fjords hat Besitzerin Annie Nielsen Sandkünstler ein von Sandmauern umschlossenes Areal gestalten lassen. Die Szenen präsentieren eindrucksvolle Momente aus der Zeit der Dinosaurier und begeistern nicht nur Kinder.

Ganz klassisches Nordseefeeling kommt beim Besuch des Leuchtturms Lyngvig Fyr auf. Der 38 Meter hohe Turm wurde im Jahr 1906 auf einer Düne errichtet, nachdem drei Jahre zuvor ein Dampfschiff an der Küste gestrandet war. Von April bis Oktober kann man vom kleinen Café unterhalb des Leuchtturms bis auf die obere Plattform gelangen. Durch den weiten Rundumblick wird man für die 228 Treppenstufen entschädigt und kann zudem im kühlen Wind an der Spitze des weißen Leuchtturms verschnaufen. Dann geht es wieder hinab und vielleicht noch auf ein Sandwich ins Café, das mit einer Ausstellung über die Küste verbunden ist, in der auch Rettungsraketen und Aufnahmen von Strandungen an der Küste zu sehen sind. Wer dann noch Energie hat, kann eine Fahrradtour nach Hvide Sande machen. Das sind zwar nur rund fünf Kilometer, doch bei Wind haben diese es in sich und werden zu einem echten Konditionstraining. Wer das nicht braucht, greift zum E-Bike und fährt mit einem Lächeln an den sich abmühenden Radlern vorbei.

Was man bei einem Urlaub an der Nordsee keinesfalls versäumen darf, ist das Meer. Je nach Wind und Wetter ist das in Jüdland malerisch sanft oder eindrucksvoll wild. Bei jedem Wetter bietet sich ein Spaziergang am schönen Sandstrand, der Hvide Sande sein für deutsche Zungen schwer aussprechbaren Namen gegeben hat, an. Ist die Brandung nicht ganz so wild, kann man sich am Südstrand ins Wasser wagen. Je nach Ausstattung und Vorkenntnissen geht man zum Schwimmen oder versucht Stand-up-Paddling, Surfen oder Wellenreiten. Wie beim Wakeboarden macht auch hier nur Übung den Meister, doch Spaß macht es auf alle Fälle. Erholen kann man sich dann im Ferienhaus, das in der Region üblicherweise für eine Woche gemietet wird.
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 20.11.2015 | 19:47  
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