Ökostrom aus der Steckdose?

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OK Power Gütesiegel plus (Foto: ok-power Zertifizierungsgeschäftsstelle Paul-Nevermann-Platz 5 22765 Hamburg)
  Essen: RWE-Konzern |

Aus unserer Steckdose fließt kein „grüner“ Strom, nur weil wir uns für die Nutzung von Ökostrom entschieden haben.

Wer sich für die Energiewende entscheidet, findet wenig 100 prozentige Ökostromanbieter. Nur wenn der Anbieter mehr erneuerbare Energie aus Wind, Sonne oder Wasser erzeugt als er als erneuerbare Energie direkt verkauft, ist dieser ein 100prozentiger Ökostromanbieter.

Alle Energieerzeuger speisen in das europäische Stromnetz von Portugal bis zur Ukraine von Dänemark bis Sizilien ein. Dieses muss ständig im Ausgleich zwischen Abnahme und Erzeugung bleiben. So kann mit leichten Schwankungen überall 230 Volt aus der Steckdose entnommen werden.

Zur Veranschaulichung wird das Bild eines Stromsees benutzt. Der Stromsee kann als tatsächlicher See verstanden werden, in den der erzeugte Strom unabhängig von der Energiequelle, aus der er gewonnen wird, eingeleitet wird. Auf der einen Seite steht der aus Kernenergie, Öl, Gas und Kohle gewonnene Strom, während daneben „sauberer“ Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wasser, Sonne, Wind und Biomasse in den See geleitet wird. Der Stromsee setzt sich deshalb stets aus einem untrennbaren Gemisch aus „grünem“ und „grauem“ Strom zusammen.

Der Bürger als Verbraucher, der sich ebenfalls an dem See befindet und aus diesem Strom bezieht, hat somit keine Möglichkeit zwischen Ökostrom oder Strom, der aus fossilen Energieträgern erzeugt wurde, zu wählen. Aus seiner Steckdose fließt stets das Stromgemisch des Stromsees, welches aus unterschiedlichsten Energiequellen gespeist wird. Bedeutet dies, dass der einzelne Verbraucher mit seiner Entscheidung für Ökostrom überhaupt keinen Beitrag zu einer saubereren Stromversorgung leistet? Mitnichten, denn jede Entscheidung für Ökostrom schlägt sich unmittelbar auf die Zusammensetzung des Stromsees nieder.

Damit sich ein Anbieter als Ökostromversorger bezeichnen darf, muss er nachweisen, dass er Strom aus regenerativen Quellen kauft, um seine Kunden zu beliefern. Das heißt aber noch lange nicht, dass er auch selbst sauberen Strom erzeugt. Allein der Kauf von sogenannten Herkunftsnachweisen genügt für den Ökostrom-Stempel.

Bisher verpflichtet sich nur ein einziger Anbieter in Deutschland seit dem ersten Tag, im Durchschnitt mindestens so viel Strom mit eigenen Windenergieanlagen ins Netz einzuspeisen, wie an die Kunden geliefert wird. Zudem ist der in allen Tarifen gelieferte Strom Ökostrom. Deshalb kann er das Label „Ok-Power plus“ - Das strengste Ökostrom-Siegel führen.

Das Ok-Power-Siegel, hinter dem das renommierte Freiburger Öko-Institut steht, sichert eine 100-prozentige Versorgung mit Ökostrom zu. Als einziges Siegel verpflichtet es die zertifizierten Versorger zusätzlich dazu, innerhalb von fünf Jahren Erneuerbare Energien-Kraftwerke zu errichten, die mindestens 50% des Neukundenbedarfs produzieren.

Mitglieder der Prokon eG, Eigentümern von EEG-geförderten Anlagen und Mitgliedern allen Mitglieder anderer Energiegenossenschaften wird ein Bonus in Höhe von 0,5 Cent/kWh (brutto) auf die von ihnen bezogene Strommenge gewährt. Der Anbieter wird von nunmehr 39.000 Genossen getragen und ist die Prokon eG. Jeder kann Genossenschaftsanteile zeichnen und als Mitglied damit den Bonus erhalten.
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