Jann Kulik (MTG Essen-Horst): 14 Jahre jung und schon zum zweiten Mal DM im Boxen

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Das Essener Boxtalent gewann alle 33 Kämpfe!


Er wird immer mehr zu Essens „Visitenkarte“ im Olympischen Boxen: Jann Kulik, 14 Jahre jung (am 5.3.1999 geboren), gelang das Kunststück, zum zweiten Mal hintereinander Deutscher Meister zu werden. Im Kadetten-Papiergewicht (46 Kg Körpergewicht), auch als U15 bekannt, besiegte der Gymnasiast aus Steele alle drei Gegner in Lindow souverän und holte sich die Siege 31, 32 und 33. Damit war klar: Nach dem Vorjahressieg bei der „DM“ in der 42 Kg-Klasse und der beeindruckenden Eroberung des NRW-Landestitels vor wenigen Wochen war Kulik auch der zweite deutsche Titel nicht zu nehmen.

Ein Siegertyp, wie er im Buche steht: Der schlanke Wolfskuhle-Gymnasiast Jann Kulik gilt auch mit seinen schulischen Leistungen als Vorbild (2,2 Zeugnis-Durchschnitt). Vor allem in den Fächern Latein und Mathe, für manch einen Leser ein Albtraum vergangener Tage, ist Kulik top. Lange Zeit wollte er Arzt oder Biologe werden. Jetzt hat er nachgelesen, dass auch Jura - ganz schön und finanziell lukrativ - ein tolles Ziel ist. Während die meisten Schulkollegen über die Hausaufgaben stöhnen, hat der junge Boxmeister noch Zeit, täglich zu trainieren. Im Vorjahr war Jann mit 13 Jahren der jüngste Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft in Lindow, der in der 42 Kilo-Klasse drei Punktsiege (19:8, 10:7, 12:10) bei den Titelkämpfen 2012 einfuhr und mit seiner herausragenden Boxtechnik beeindruckte. In 21 Kämpfen verließ Jann 21 Mal als Sieger den Boxring.

Diese Zahlen haben sich geändert: Jann Kulik ist in die 46 Kilo-Klasse „gewachsen“, sein Kampfrekord weist mittlerweile 33 Fights auf – nur ungeschlagen (null Niederlagen, null Remis) ist das Riesentalent noch immer! Bei den NRW-Titelkämpfen vor der „DM“ siegte Kulik im Finale in nur 27 Sekunden. Endkampfgegner Florian Dohrmann kassierte einen Leberhaken und ging K.o., Janns Titel Nr. 9!

Erneut war Lindow Austragungsort der „Deutschen“ und dem jungen Essener, der seit fünf Jahren boxt und 2009 sein Kampfdebüt gab, gelang die Titelverteidigung. Drei Kämpfe musste er bestreiten, alle gewann er eindrucksvoll. Coach und Entdecker Sebastian Tlatlik, selbst über Jahre ein Spitzenboxer, der auch in der Bundesliga einen guten Namen hatte: „„Erneut Deutscher Meister – wer hätte außer unseren Sportfreunden bei MTG Horst darauf getippt?“ zeigt sich Tlatlik, dessen Bruder Robert bei den Profiboxern Karriere macht und dort bereits internationaler Deutscher Meister ist, sehr zufrieden. „Auf Jann bin ich besonders stolz, denn er ist von mir 2008 an der Morungen-Grundschule im Sportunterricht als Talent entdeckt worden…“

Der Aufbau des Boxtalents sei kontinuierlich und behutsam erfolgt. Der Lohn: der zehnte Titel. Nach Gold bei Bezirks- und Niederrheinmeisterschaften (je 2x), dann vier Titel auf NRW-Landesebene. Und eben jetzt als nächste Krönung der zweite Deutsche Meister. 33 Kämpfe, alle gewonnen. Das gibt es nicht oft im Kampfrekord.

Cheftrainer Sebastian Tlatlik stellt klar: „Deutscher Meister zu werden, ist unheimlich schwer. Aber einen solchen Titel zu verteidigen, ist eine Kunst für sich…“

Vom Boxring in Lindow wird berichtet, dass Jann im Viertelfinale Renato Mustafi aus Südwest mit 9:2 Punkten besiegte, das Halbfinale war der vorweg genommene Endkampf. Gegen den Stuttgarter Erkan Bayrakter spricht Kulik von „Schwerstarbeit“. Der völlig unorthodox kämpfende Gegner zwang den Essener zur Höchstleistung. Nach einer Runde stand es 4:1 für den MTG-Boxer, nach zwei Runden hauchdünn 10:8 und nach der Schlussrunde 17:11. Das gute Training mit Sebastian Tlatlik und die ausgezeichnete Konditionsarbeit, zahlten sich aus.

Im Finale bekam es Jann Kulik mit Mosses Fischer (Thüringen) zu tun. STEELER KURIER im Internet: „Bereits in der ersten Runde eine wahre Schlacht, in dessen Verlauf Fischer stark begann, ehe Kulik aufkam und die letzte Minute mit mehreren Schlaghänden für sich entschied. In der 2. Runde schaltete Fischer noch einen Gang hoch und marschierte mit schweren Haken auf seinen Kontrahenten ein. Kulik setzte Konter, musste aber seinerseits den einen oder anderen Hammer einstecken. Das Publikum hatte sichtlich seine Freude an dem unterhaltsamen Gefecht, welches trotz aller Offensive nicht ohne technische Raffinesse geführt wurde. Im letzten Durchgang warf der Thüringer noch einmal alles nach vorne und konnte Kulik mehrere Male mit der Schlaghand erwischen. Dabei landete sein Gegner aber präzise Konter mit starken linken Haken, die ihm dabei halfen, seinen Vorsprung bis zum Schlussgong zu verteidigen. Mit 19:12 triumphierte Kulik und krönte damit seine starke Leistung…“
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Typisch Jann: Am Ende des STEELER KURIER-Pressegesprächs bat er, in den Bericht ein dickes Dankeschön für Trainer Sebastian einfließen zu lassen, da er dessen Training und seine menschliche Art „sehr schätze"... HUWIFOTOS
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