Stadtteilbüro für Kray - Aktion Kray-Chef Dickmann zieht positives Fazit zu Kamingesprächen

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Initiativkreis Aktion Kray-Vorsitzender Andreas Dickmann. Foto: Archiv
  Essen: Bauernhof am Mechtenberg |

Auf Einladung des Initiativkreis Aktion Kray trafen sich Vertreter der Politik, der Kirchen, der Vereine und Institutionen in Kray zu Kamingesprächen auf dem Bauernhof am Mechtenberg.

Wir haben dem Initiativkreis Aktion Kray-Vorsitzenden und Initiator der Kamingespräche, Andreas Dickmann, Fragen gestellt, Motto: Was hat die Veranstaltung gebracht?

Wie sind Sie mit der Premiere der Kamingespräche zufrieden?
Das Wort Premiere hört sich für mich immer nach Wiederholung oder Auftakt einer regelmäßigen Wiederholung an. Das haben wir bisher nicht beabsichtigt. Wir haben zu diesen Kamingesprächen eingeladen mit dem Gefühl, dass dieses Aufeinandertreffen von Politik, Vereinen, Kirchen, aktiven Bürgern, Schulen und Kindergärten, Vertretern der Stadt und zum Teil auch überregional arbeitenden Verbänden notwendig ist. Die Aktivitäten einzelner Vereine beschränken sich bei der Vereinsarbeit, der Terminwahl und bei der Ausrichtung für den Stadtteil immer mehr auf die eigenen Reihen. Das Gemeinsame geht immer mehr verloren. Dadurch ecken, großteils ungewollt, Personen miteinander an und das ergibt noch weniger Aktivitäten. Dazu wurde mit Absicht mal eine andere Location ausgesucht als das Krayer Rathaus. Mit dem Bauernhof am Mechtenberg haben wir uns absichtlich in einen weiteren schönen Teil von Kray (wenn auch in den letzten Zipfel) zurückgezogen, um die Vielfalt von Kray und Leithe zu zeigen.
Bereits bei den Zusagen merkten wir, dass wir mit der Meinung nicht alleine sind. Ein Großteil der Eingeladenen ist neugierig gekommen. Ein weiterer Teil konnte aus den unterschiedlichsten Gründen nicht teilnehmen, steht aber mit uns im regen Austausch (z.B. IHK, ev. Kirche, Awo, Diakonie, Schaustellerverband). Natürlich haben wir auch bei ein paar angesprochenen Vereinen völliges Desinteresse erfahren. Der Ablauf war, bis auf Kleinigkeiten, zumindest so wie wir uns das vorgestellt haben. Ob der Ort, der Umfang, die Redner, die Gäste, die Zeit und die Ergebnisse den Aufwand rechtfertigen, können wir erst in ein paar Wochen sagen. Wir wollten und haben die Gelegenheit genutzt, unser mittlerweile weites Tätigkeitsfeld im Stadtteil aufzuzeigen. Damit haben wir anderen Vereinen die Aktivitäten sichtbar gemacht und an einigen Stellen auch allgemein zur Zusammenarbeit aufgerufen und wollen dazu beitragen, dass bestehende Netzwerke ausgebaut werden und für Kray genutzt werden können.

Welche konkreten Ergebnisse nimmt der Initiativkreis von diesem Event für Kray und Leithe mit?
Wir sind und bleiben im Gespräch mit Frank Richter (Polizeipräsident Essen) in Bezug auf die Besetzung der Krayer Wache und der öffentlichen Wahrnehmung der Polizei im Stadtteil. Mehr sichtbare Polizei (auch Fußstreifen) sind der erste Weg zu mehr Sicherheit. Der Stadtspitze konnten wir nicht nur klar machen, dass wir in Kray nicht weiter abstürzen wollen, sondern aktiv mit Ordnungsbehörden und Stadtplanung sowie der EMG an Stadtteilverbesserungen arbeiten wollen und werden. Die wohl wichtigste Forderung an den OB ist: Wir brauchen für Kray und Leithe ein Stadtteilbüro mit Quartiersmanagern, die hauptamtlich dafür Sorge tragen, dass bestimmte Programme greifen und Verbesserungen durchgeführt werden. Das Kopfnicken des OB haben wir wahrgenommen. Im weiteren Gesprächen mit dem Leiter des Bildungswerkes, der islamischen Gemeinde, den Kirchen und den Lokalpolitikern wurde diese Forderung von allen Seiten unterstützt. Mit Ratsmitgliedern ist ein Versuch zur Verbesserung des Bereiches Krayer Straße / Kray Süd vereinbart worden. Frau Eckenbach und Herr Heidenblut sind beauftragt, auf Bundesebene Möglichkeiten zu finden, um dem Stadtteil Türen zu öffnen und Fördermöglichkeiten anzuzeigen. In den Gesprächspausen, bei Bier und Currywurst, haben viele Einzel- oder Gruppengespräche stattgefunden. Gemeinsam ins Gespräch kommen, das war ja eines der Hauptziele dieser Veranstaltung.

"Die Versuche, mit der Krayer Bürgerschaft zusammen zu arbeiten, enden leider seit über zwei Jahren nur in Gesprächen ohne greifbare Ergebnisse."

Krayer Bürgerschaft, Rathaus-Förderverein und Naturschutzverein Volksgarten waren "nur" Besucher. Wenn man gemeinsam etwas für den Stadtteil bewegen will, wäre dann ein gemeinsames Kamingespräch der genannten Aktivposten nicht die bessere Lösung gewesen?
Zum Naturschutzverein Volksgarten besteht ein sehr enger und freundschaftlicher Kontakt. Hier werden bereits viele Angelegenheiten gegenseitig unterstützt und Hand in Hand gearbeitet. Ähnlich sehen wir das auch beim Förderverein Krayer Rathaus, der nun mal satzungsgemäß sehr ortsgebunden ist und agiert. Die Krayer Geschäftswelt ist mit dem Förderverein ganz einer Meinung, was den Erhalt des schönen Krayer Rathauses angeht. Hier wachsen die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch auch stetig an. Die Versuche, mit der Krayer Bürgerschaft zusammen zu arbeiten, enden leider seit über zwei Jahren nur in Gesprächen ohne greifbare Ergebnisse. Man könnte sagen, dass die anfängliche Zusammenarbeit stückweise so zurückgefahren wurde, dass sie seit Mitte letzten Jahres bei Null liegt. Wir können nur vermuten, dass es hier an internen Problemen liegt und hoffen in der Zukunft auf Besserung. Grundsätzlich besteht auch hier Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit, allerdings nur, wenn diese einen Hauch einer Chance hat, Früchte zu tragen.
Wie uns mitgeteilt wurde, ist die Krayer Bürgerschaft auch drei Tage nach unserer Einladung genau auf die Idee gekommen, die Sie ansprechen. Aus meiner Sicht gehören auch die Kirchen, die Allbau AG, die Awo und der VKJ an so einen Arbeitstisch - in kleiner Gesprächsrunde. Wir freuen uns darauf, dass an dieser Stelle und nach langer Zeit wieder aktiv und sichtbar gearbeitet wird.
Mit Spannung erwarten wir die ersten Ergebnisse aus diesen Runden. Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass wir die Bereitschaft, gemeinsam etwas für Kray zu bewegen, von Einigen aufgenommen haben und uns natürlich mit vielen Vereinen in Einzelgespräche begeben. Hier muss natürlich geprüft werden, wo und wie eine Zusammenarbeit in Zukunft möglich ist.
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 05.04.2017 | 09:23  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 05.04.2017 | 17:31  
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