Ein Bildhauer als Zeichner

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Richard Deacon hier bei der Arbeit an "Big Screen", das eigens für das Museum Folkwang konzipiert wurde. Foto: Folkwang
Erste umfassende Einzelausstellung Richard Deacons im Folkwang

Das Museum Folkwang richtet die erste umfassende Ausstellung Richard Deacons aus. "Drawings and Prints 1968–2016" (2016) zeigt das zeichnerische Werk des Turner-Preisträger Richard Deacon und ist ab jetzt bis zum 13. November im Folkwang zu besuchen. Die Ausstellung bietet anhand von 150 Arbeiten erstmals einen repräsentativen Überblick zu Zeichnung und Druckgrafik des britischen Künstlers von 1968 bis heute.

Ausstellung zeigt Werke aus 48 Jahren Zeichenarbeit


Richard Deacon, geboren 1949 in Bangor, Wales, ist einer der wichtigsten Bildhauer weltweit. Bekannt geworden ist er mit ebenso raumgreifenden wie feingliedrigen Skulpturen, die das Verhältnis von Innen und Außen, Offenheit und Geschlossenheit auf außergewöhnliche Weise neu interpretieren.
Darüber hinaus ist Richard Deacon seit vielen Jahrzehnten ein leidenschaftlicher Zeichner: „Ich glaube, Zeichnen und Denken liegen sehr nahe beieinander.“ Zum ersten Mal widmet sich die großangelegte Sonderausstellung diesem wichtigen Bereich seines künstlerischen Wirkens. Gemeinsam mit dem Künstler wurden rund 150 Arbeiten ausgewählt, die den Zeitraum von seinen Anfängen in der Studienzeit bis in die unmittelbare Gegenwart hinein umfassen.
Die Ausstellung veranschaulicht, dass das Zeichnen für Deacon eine doppelte Funktion hat: Zeichnungen spielen im Entstehungsprozess seiner plastischen Arbeiten eine wichtige Rolle, ermöglichen sie es doch, die Gestalt einer Skulptur anhand von Skizzen und Studien zu erarbeiten, bevor mit der technischen Ausführung begonnen wird. In der Ausstellung gewähren mehrere solcher Studienblätter einen Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers.

Druckgrafiken und Bleistiftarbeit


Daneben entstehen aber auch Zeichnungen völlig unabhängig von der Realisierung plastischer Werke. Die formale Bandbreite dieser autonomen Arbeiten ist beträchtlich: Die Ausstellung zeigt kleinformatige Collagen und Zeichnungen aus den frühen 1970er Jahren, aber auch eine Auswahl der großformatigen Bleistiftzeichnungen aus der Serie "It‘s Orpheus When There’s Singing" von 1978. Einen Höhepunkt innerhalb der vielgestaltigen Gruppe der jüngeren und jüngsten Arbeiten stellt eine Wandzeichnung "Big Screen" (2016) dar, die Deacon eigens für den Eingangsbereich der Ausstellung konzipiert hat.
Am Beginn von Deacons künstlerischer Tätigkeit entstanden neben Zeichnungen und Skulpturen auch einige druckgrafische Arbeiten. In den letzten Jahren hat diese Technik für ihn an Bedeutung gewonnen, weshalb die Ausstellung auch einige herausragende Werke vorstellt, die nicht nur in klassischen Verfahren wie Radierung oder Siebdruck realisiert wurden, sondern auch in von Deacon neu entwickelten Drucktechniken, etwa dem Blockdruck für die Serie Bamako (2011/12).

Mischen von Zeichnung und Fotografie


Außergewöhnlich in ihrer Kombination der Medien sind die Zeichnungen, die Richard Deacon in Fotografien einfügt, wodurch sich bisweilen surreale Effekte ergeben. Hierzu greift er auf eigene, aber auch vorgefundene Fotos zurück, die in einzelnen Bereichen von spezifisch ausgewählten Zeichnungen überlagert werden.
Um den engen Zusammenhang zwischen zeichnerischem und bildhauerischem Denken bei Deacon anschaulich zu machen, sind außerdem an einigen Stellen Skulpturen kleineren und mittleren Formats in die Ausstellung eingefügt.
Die von Julian Heynen in enger Zusammenarbeit mit Richard Deacon konzipierte Ausstellung präsentiert Werke aus der Sammlung des Künstlers, dem Museum of Modern Art, Dublin, der Sammlung der National-Bank, Essen, sowie aus Privatbesitz. Viele Arbeiten werden erstmals öffentlich vorgestellt.
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