Gegen das Vergessen: Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer der NS-Zeit verlegt

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Verlegung von Stolpersteinen vor dem Haus Turmstr. 17 zum Gedenken an das ermordete Ehepaar Aron Leib und Klara Steuer: Suzanne Sanders, die Enkelin des Paares, die aus New York kam, OB Thomas Kufen und der Künstler Gunter Dennig (von links). Fotos: Debus-Gohl
Kürzlich verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig in Essen an insgesamt fünf Stellen 22 Stolpersteine, mit denen an Verfolgte des Nationalsozialismus erinnert wird. Am ersten Verlegungsort, Turmstraße 17 in der nördlichen Innenstadt (Seitenstraße der Friedrich-Ebert-Straße), begrüßten Oberbürgermeister Thomas Kufen und Hans Schippmann, der Vorsitzende des Historischen Vereins, die Gäste. Anwesend waren Angehörige der Verfolgten, die aus den USA, Schweden und Israel anreisten. Else Möller geb. Strauß aus Schweden war mit 89 Jahren die älteste Teilnehmerin, die die Verlegung der Steine für ihre ermordeten Eltern, Tante und Onkel und für sich selbst begleitete.

Stolpersteine an fünf neuen Stellen:

An diesen Punkten wurden Stolpersteine in den Boden gesetzt:
Turmstraße 17: für Klara und Aron Leib Steuer
Weiglestraße gegenüber Hausnummer 13 (Durchgang zur Helbingstraße, da die Bebauung nicht mehr existiert): für Hedwig und Arnold Strauß, ihre Kinder Martin und Else, die fliehen konnten und überlebt haben, Selma Herschmann, Schwester von Hedwig Strauß und ihre Tochter Lisel, die ebenfalls durch Flucht überlebt hat, sowie Siegfried Willner, den Bruder von Hedwig Strauß und Selma Herschmann
Glashüttenstraße 13: für Rachel Regina und Nathan Samuel Steuer, sowie ihre Kinder Max, Alexander und Anni, die auf dem Todesmarsch von Stutthof fliehen konnte
Gemarkenstraße 41: für Meta und Moritz Kadden und die Söhne Kurt, Gerd und Rainer, die durch Flucht überlebt haben.
Moorenstraße 35: für Dr. Norbert Nathan Rosenberg, seine Frau Anna und Sohn Werner, die nach Uruguay fliehen konnten.

Die Aktion „Stolpersteine“ wurde 1992 durch den Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Mit ins Pflaster eingelassenen Messingtafeln erinnert er an die Opfer der NS-Zeit. Verlegt werden die „Stolpersteine“ vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz der Opfer. „Stolpersteine“ liegen inzwischen in über 1.000 Orten in Deutschland und zwanzig Ländern Europas. Insgesamt wurden über 56.000 Steine verlegt. In Essen sind seit 2004 rund 300 „Stolpersteine“ verlegt worden.
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