Großzügigkeit und Strenge: Arbeiten im Hause Krupp

Anzeige
Nicht nur von außen interessant: das Leben der Bediensteten wird detailliert im Buch dargestellt. (Foto:LK/Ruszkowski)

Vierter Band der „Kleine Reihe Villa Hügel“

Welche Aufgaben hatte eigentlich der Lampenwärter in Diensten der Familie Krupp? Wie arbeiteten und lebten die Kindermädchen, Kammerzofen, Gärtner, Stall­knechte, Chauffeure oder Feuerwehrleute, die vom auslaufenden 19. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in großer Zahl „auf dem Hügel“ bei der Familie Krupp in Lohn und Brot standen?

Große Zahl vonBediensteten

Wer sich schon einmal diese und ähnliche Fragen zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen in der Villa Hügel gestellt hat, wird im vierten Band der „Kleinen Reihe Villa Hügel“ viele Antworten finden. Das reich bebilderte und 224 Seiten starke Buch trägt den Titel „Im Hause Krupp. Die Bediensteten der Villa Hügel“. 2002 war mit „Die Villa Hügel. Unter­nehmerwohnsitz im Wandel der Zeit“ der erste Titel der Reihe erschienen. 2005 folgte der zweite Band, „100 Jahre Historisches Archiv Krupp. Entwicklungen, Aufgaben, Bestände“, und im Herbst 2009 wurde mit „Der Park der Villa Hügel“ der dritte Band veröffentlicht. Die Buchreihe wird von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung herausgegeben.
Die beiden Autoren des Buches, der Historiker Stephen Pielhoff und die Journalistin Waltraud Murauer-Ziebach, konnten aus der reichhaltigen Überlieferung schöpfen, die im Historischen Archiv Krupp verwahrt und gepflegt wird. Zahllose Dokumente und Fotos berichten darüber, wie die Bediensteten der Familie Krupp in den rund 70 Jahren zwischen der Fertigstellung der Villa Hügel 1873 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges gelebt und zusammengelebt haben, wie viel sie verdienten, ob sie zufrieden waren oder Konflikte erlebten, wie sich die Beziehungen zur „Herrschaft“ gestalteten und wie sie im Vergleich mit anderen Angestellten und Arbeitern ihrer Zeit dastanden. Mit Fußnoten wissenschaftlich aufbereitet sind zahlreiche Informationen.
In ihrem Geleitwort schreibt Ursula Gather, die Kuratoriums­vorsitzende der Krupp-Stiftung: „‘Im Hause Krupp‘ ist eine der ersten Darstellungen, vielleicht die erste überhaupt, die über den Arbeitsalltag von Dienstboten in einem großbürgerlichen, äußerst vermögenden Unternehmerhaushalt vom späten 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts faktenreich und fachlich fundiert Auskunft gibt.“

Detaillierte Schilderung

Das Buch ist für interessierte Laien damit genauso interessant und aufschlussreich wie für Geschichts- und Sozialwissenschaftler, die daraus Anregungen zu weiterer Forschung ziehen können.

Bibliografische Hinweise: Stephen Pielhoff/Waltraud Murauer-Ziebach, „Im Hause Krupp. Die Bediensteten der Villa Hügel“. Herausgegeben in der „Kleinen Reihe Villa Hügel“ von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Deutscher Kunstverlag Berlin München, ISBN 978-3-422-02438-0; 224 Seiten, 216 Abbildungen; 12,90 Euro.

Besucher der Villa Hügel und des Parks können es auch an der Pforte der Villa Hügel erwerben.
3
Diesen Mitgliedern gefällt das:
1 Kommentar
74.235
Bodo Kannacher aus Essen-Süd | 17.05.2017 | 06:10  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.