Kohle und Stahl - war einmal!

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(Foto: Wolfgang Wiebold)
 
(Foto: Andreas Paehge)
Duisburg: Landschaftspark | 1957 begann mit dem Sputnik-Satelliten das Zeitalter der Raumfahrt. Für die Niederlande gewinnt Corry Brokken mit dem Titel „Net als toen“ den Eurovision Song Contest, der Film „Die zwölf Geschworenen“ und das Musical „West Side Story“ wurden uraufgeführt. Die europäische Wirtschaftsgemeinschaft galt mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge als gegründet und die „Rheinischen Stahlwerke zu Meiderich bei Ruhrort“ produzieren tonnenweise Spezialroheisen.

1957 entstanden vor allem im Ruhrgebiet unversehens große Haldenbestände an Kohle. Das Geschäft mit der Steinkohle stockte, viele der zahlreichen Bergwerke förderten im Überfluss, dass Zechensterben begann im Januar 1959 in Hattingen, als die Zeche Lieselotte schloss. Im gleichen Jahr wurde die Förderanlage Friedrich Thyssen 4/8 in Duisburg-Hamborn mit dem Nebenschacht Wittfeld komplett aufgegeben. Es begann eine andauernde Krise in der Montanindustrie, die in den kommenden Jahrzehnten zu Schließungen von Zechen, Hochöfen und Stahlwerken führte. In 2018 endet die Förderung der Steinkohle im Ruhrgebiet mit der Schließung des Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop.

1957 gehörte die Montanindustrie zum wichtigsten Broterwerb der Menschen im Revier. Mit dem Beginn der Kohlekrise schürten sich die Ängste vor einer ungewissen Zukunft für die Menschen im Revier. Die Existenzgrundlage von Millionen Menschen war gefährdet. Höhepunkte erreichte dieses Zechensterben immer wieder zwischen 1963 und 1975.

Auch heute noch, 59 Jahre nach dem Eintritt der Kohlekrise und der erfolgten Umstrukturierung einer ganzen Region, zeugen Spuren von der Vergangenheit und dem Strukturwandel.

2016 - In einer einzigartigen Ausstellung mit über 160 Bildern zeigt die IG RuhrPOTTFotografie das Ruhrgebiet, den „Ruhrpott“, mit seinen vielen Facetten. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - Montangeschichte, Industriekultur und die Moderne zeigen ein interessantes und so einzigartiges Ensemble. Über 210 Fotos der einstigen Montanindustrie, den Menschen und den Stadtlandschaften aus dem vergangenen Jahrhundert in schwarzweißer Vielfalt rundet die Ausstellung ab, die am 11. und 12. Juni 2016 auf der Messe „Photo+Adventure“ im Landschaftspark Duisburg-Nord gezeigt wird. Wir freuen uns auf Ihren Besuch zwischen 10.00 und 18.00 Uhr.



Die IG-RuhrPOTTFotografie, kurz IGR, ist eine frei organisierte Interessengemeinschaft von leidenschaftlichen Fotografen und Künstlern mit 900 Mitgliedern. Die IGR stellt nachhaltige Momentaufnahmen moderner Architektur, Facetten der Industriekultur und nicht zuletzt von verträumten Orten einer einzigartigen Region aus. Während die künstlerische Fotografie im Allgemeinen als Interpretation eines Moments gesehen wird, zeigt das dokumentarische Lichtbild die unverfälschte Realität. Qualitativ hochwertige Momentaufnahmen, welche die Realität dokumentieren, erfordern ein hohes Maß an künstlerischer und fototechnischer Begabung. Der IGR ist es wichtig, die Fotografie in ihrer dokumentarischen und künstlerischen Ausprägung als Alltagskultur zu sehen, zu verstehen und dafür zu werben!
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Herbert Lödorf aus Gelsenkirchen | 29.05.2016 | 23:43  
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