Künstlerische Auseinandersetzung mit den Spuren des Krieges

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Die Vernissage war gut besucht und lud zum regen Austausch ein.
 
Kleine Tafeln neben den Fotos geben Aufschluss über Inhalt und Künstler.

Kunstkennern und -interessierten ist der Kunstraum in der Apostel-Notkirche in Frohnhausen längst schon ein Begriff. Mit der aktuellen Ausstellung „Geschich_tet“ eröffnet erneut eine Ausstellung mit großer Botschaft.

Es ist die 104. Ausstellung innerhalb von 28 Jahren, wie Pfarrer Sonnenberg nicht ohne Stolz bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag, 10. September, erzählt: „Dieses Mal stellt eine ganz junge Künstlergenerations aus. Einige sind noch im Studium.“ Zu sehen sind Fotos aus Essen und der Umgebung. Die Künstler setzten sich über mehrere Jahre im Rahmen eines Studienprojekts mit den Spuren des zweiten Weltkriegs in ihrem Umfeld auseinander. Dies schloss auch Recherchen im Stadtarchiv ein, welches als Kooperationspartner an dem Projekt zwischen dem Museum Folkwang, der Universität Duisburg-Essen und der Folkwang Universität der Künste, mitwirkte. Die Ergebnisse wurden Anfang des Jahres in einem Buch veröffentlicht und Teile daraus nun erstmals im Rahmen der Ausstellung für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Dabei sind die Bilder nicht selbsterklärend, wie sich im Gespräch mit einigen Besuchern der Vernissage zeigt. Zwar bieten kleine Schilder neben den Werken Aufschluss über das jeweils Unterthema und den Künstler oder die Künstlerin, doch für ein tieferes Verständnis muss der Besucher sich intensiver mit den Ausstellungsstücken, zu denen auch Dokumente aus dem Stadtarchiv zählen, auseinandersetzen. „Ich bin noch nicht weit gekommen, weil ich immer wieder nachlese“, erklärt Heide Bauer, die in der Apostel-Notkirche schon ihre Konfirmation und Hochzeit feierte und daher regelmäßiger Gast der Ausstellungen ist, „Es ist auf jeden Fall interessant.“
Isabell Hoffmann, eine der Ausstellenden, hat einen Teil ihrer Fotoserie über Bunker mitgebracht. „Eigentlich sind es 40 Fotos, die zusammengehören. Es ist schwierig, dann nur einen Teil auszuwählen, wenn man eigentlich eine Botschaft mit den Fotos vermitteln möchte“, erklärt sie. Hoffmann hat im Rahmen ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema auch die Recherche im Stadtarchiv aktiv genutzt und ergänzt ihre Fotos durch einzelne Unterlagen. „Ich hoffe, dass den Besuchern Unterschiede auffallen und dass sie diese interpretieren“, so die Studentin. Neben ihren Fotos sind auch die Bilder von Mayk Förster, Tabea Borchardt und Janosch Rauter ausgestellt, die an diesem Abend ebenfalls anwesend sind und mit vielen der Gäste ins Gespräch kamen.
Doch nicht jedem sind die Werke, die auf zwei Ebenen ausgestellt werden, direkt zugänglich. Frau Feuermann aus Essen merkt an: „Ohne die Rede von Pfarrer Sonnenberg zu Beginn und das Buch als Erläuterung, sagt mir das hier gar nichts.“
Pfarrer Sonnenberg zeigt sich mit den Besucherzahlen am ersten Abend und der Resonanz insgesamt sehr zufrieden: „Ich bin der Überzeugung, dass man sich mit der Vergangenheit beschäftigen muss, um die Gegenwart zu verstehen und in die Zukunft zu gehen.“ Die Ausstellung ist eine Einladung hierzu und zeigt, glaubt man Isabell Hoffmann, einen klaren, unverfälschten Einblick in das Heute und das Gestern.
Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Oktober im Kunstraum der Apostelnotkirche in Essen-Frohnhausen geöffnet.
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