"Living Library": Wenn die Bibliothek lebendig wird

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Im Rahmen der "Living Library" boten Personen als "lebende Bücher" in der Zentralbibliothek im Gildehof ihr Wissen und ihre Erfahrungen an. (Foto: Foto: Bib)

Lebendige Bibliothek? Im Grunde geht es in einer Bibliothek ja quasi immer lebendig zu, wenn Bücher entliehen werden oder Menschen sich zwischen den Regalen über Literatur austauschen. Sprechende Bücher gibt es allerdings höchst selten ... Allenfalls bei Harry Potter. Das Phänomen der "Living Library" hat nun in der Zentralbibliothek im Gildehof Menschen zusammengeführt.

"Eine 'Living Library' kenne ich bereits aus den Bibliotheken in Malmö und Berlin", erinnert sich Klaus-Peter Böttger, Leiter der Stadtbibliothek Essen. Aus meiner Sicht war auch die jüngste Veranstaltung hier bei uns Ende Oktober ein voller Erfolg. Es war zwar kein Massenereignis, doch die Besucher, die gezielt kamen, fanden das Projekt hochinteressant."

Interkultureller Austausch


Gedankenwerk e.V., ein gemeinnütziger Verein, der sich für dialogische Kommunikation und interkulturellen Ausstausch einsetzt, kam auf die Essener Bibliothek zu. Anliegen war bzw. ist, mit der Aktion "Lebendige Bibliothek" einen Ort für Begegnungen mit Menschen anzubieten, die sonst im Alltag nicht ins Gespräch kommen würden.
Vor Ort standen u.a. ein Tai-Chi-Lehrer, ein Hundetrainer und ein Auto-Tuner zu Fragen und Gesprächen bereit. "So, wie man sonst in einem Buch liest, konnte man sich nun bei einem lebendigen Gesprächspartner informieren", erklärt Böttger.
Als „lebende Bücher“ schufen die Akteure eine Möglichkeit zur Begegnung und standen insgesamt eine Stunde lang im Dialog zum Austausch bereit.
Sowohl die Zuhörer, als auch die Berichterstatter hätten das Objekt hochinteressant gefunden, hebt der Bibliotheksdirektor hervor.
Laut Gedankenwerk e.V. soll die Aktion zudem dazu anregen, den Umgang mit Stereotypen und Vorurteilen zu reflektieren und Neugierde auf das Fremde zu entwickeln.

Neugierde auf Fremdes


Von "Living Library" angesprochen fühlen können sich alle Bürgerinnen und Bürger, die Interesse an Geschichten über das Leben von Menschen haben.
Die letzte Veranstaltung wird dies in Essen sicher nicht gewesen sein. "Wir überlegen derzeit, dies zu einer festen Institution an unserem Haus zu machen", so Klaus-Peter Böttger.
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