Meeresablagerungen in Essen - Funde aus der Kreidezeit

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Mitten in Essen hinterließ das Meer seine Spuren - wie man anhand der gefundenen Fasermuscheln feststellen kann. Bild: Stadt Essen
Zwischen der Hache-, Henrietten- und Selmastraße wurden im Zuge einer Baumaßnahme mächtige Auffüllschichten aus Mergelgestein gefunden. Der Mergel wurde verwendet, um die Bebauung in der Henriettenstraße trotz des alten Baches realisieren zu können: "Mergel gilt als wasserundurchlässig - dadurch konnten im 19. Jahrhundert auch Häuser in der Henriettenstraße errichtet werden", erläutert Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp. Die Schichten dienten dazu, den alten Bach "Limbecke" abzudecken.
Mit Hilfe des gefundenen Mergels kann der Stadtarchäologe nachweisen, dass mitten in Essen das Meer seine Spuren hinterlassen hat, denn das Material enthält besondere Boten aus der Vergangenheit: Uralte Muscheln. Die als Fasermuscheln (der lateinische Namen lautet "Mytiloides labiatus") bestimmten, etwa 90 bis 93 Millionen Jahre alten "Inoceramus-Muscheln" sind Namensgeber für den als "Labiatus-Mergel" bezeichneten Schichtabschnitt der Kreidezeit. "Wahrscheinlich wurden diese uralten Meeresablagerungen beim Kohleabbau abgetragen und gelangten – gewissermaßen in einer Wiederverwertung – an ihren neuen Standort", so Dr. Detlef Hopp.
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