Meisterwerke für alle: kunst-raum bricht die Grenzen auf

Galerie-Inhaber Colmar Schulte-Goltz, Künstler Holger Kurt Jäger und Galerie-Managerin Lisa Rosche schaffen Kunst. Foto: Hoch
Kunst für alle. Kann das gelingen? Ohne Berührungsängste? Im „kunst-raum“ an der Rüttenscheider Straße 56, der dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, geht man genau diesen Weg.

Ist das Kunst oder kann das weg? Diese Frage stellt sich nicht, aber sie wird gestellt, immer wieder, rein oberflächlich betrachtet. Was ist Kunst? Wie erkennt man Kunst? Manch ein Laie steht vor einem Bild, einer Skulptur auf der Suche nach dem Sinn. Aber er hat zumindest den Schritt gewagt, sich damit zu beschäftigen. Denn oft gibt es Berührungsängste, eine Galerie zu besuchen. Die Vorurteile: Zu elitär, zu teuer. Nichts für Otto Normal ?
Der kunst-raum Schulte-Goltz + Noelte an der Rüttenscheider Straße 56 (mit zweiter Galerie an der Huyssenallee 85) versucht, die Grenzen aufzubrechen. Und es gelingt.
Aber woran kann man Kunst festmachen? Inhaber Colmar Schulte-Goltz denkt da an „Ästhetik, Technik, Inhalt, Innovation, Individualität und die authentische Wirkung.“ Vor allem muss es auch ansprechend sein und etwas beim Betrachter auslösen - markant sein.

Einfache Idee

Für Künstler Holger Kurt Jäger (studierte an der Freien Akademie der bildenden Künste Essen, Fadbk) ist es auch eine Art Unterhaltung, wie er dem Süd Anzeiger sagt. Jäger schuf zuletzt „Despoten und Nervensägen“ aus einer einfachen Idee mit nachhaltiger Wirkung: Portraits auf Waschlappen. Konterfei auf Öl. Der Widerspruch: Man kauft sich das Kunstwerk Lappen und hängt es sich zu Hause an die Wand, der Kunst wegen, nicht unbedingt wegen der dort abgebildeten Person, die man eher als unangenehm oder nervig empfindet. Markanter kann Kunst kaum sein.
„Dem Künstler eine Bühne geben“ möchte die Galerie. Und offen sein für jeden, wie es Managerin Lisa Rosche ausdrückt. Manchmal komme sie mit Passanten ins Gespräch, die zunächst scheinbar achtlos am Rüttenscheider kunst-raum vorbeischlendern, die sich dann aber dafür interessiert entscheiden, sich Kunstwerke anzuschauen, nachdem ein wenig darüber geplaudert wurde.

Aktuell ist im kunst-raum von Martin Herler (unter anderem Akademie der Bildenden Künste, München )„demonstration“ zu sehen (noch bis Samstag, 14. Juli), eine Schau, die zum zehnjährigen Jubiläum der Galerie die zehnjährige Zusammenarbeit des Galeristen mit dem Künstler präsentiert.

Ab Freitag, 20. Juli wird „Summer journey - künstler der galerie“, mit Malerei, Fotografie und plastische Arbeiten von 38 Künstlern in der Galerie und im Skulpturengarten, eine gute und seltene Gelegenheit für Interessierte, einen schönen Querschnitt verschiedener Kunstformen kennenzulernen und zu hinterfragen, denn die Künstler sind an dem Tag anwesend (Vernissage um 19.30 Uhr).
In der Galerie Goltz an der Huyssenallee 85 ist die Ausstellung „Scriptorium... über das Schreiben - eine kulturhistorische Reise“ mit Gemälden, Fotografien und Skulpturen internationaler Künstler (bis Samstag, 1. September).

Hier gibt es weitere Informationen:
http://www.kunst-raum.net/
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