Parkhaus Hügel - 60 Jahre unter Imhoff-Leitung

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Hans-Hubert Imhoff mit einem alten Foto von Alfried Krupp.
 
Katinka Imhoff (Foto: privat)
Essen: Parkhaus Hügel |

Ein Anruf aus der Villa Hügel brachte Leo Imhoff seinerzeit mächtig ins Schwitzen: „Bitte liefern Sie uns ein Buffet für 300 Personen.“ 1955 hatte der Essener Gastronom das Parkhaus Hügel gerade übernommen und wollte doch eigentlich Architekt werden ...

„Mein Vater hat das Haus damals angefangen zu leiten, als hier quasi noch Diaspora war“, erinnert sich Hans-Hubert Imhoff, der heutige Inhaber des Parkhauses Hügel. „Im Winter war hier gar nichts los. Nachdem ihm der Auftrag zum Buffet für 300 Personen erteilt worden war, kaufte mein Vater sich ein Kochbuch und legte los.“
Damit war er dann so erfolgreich, das Folgeaufträge nicht lange auf sich warten ließen.
Einst wurde das Gebäude parallel zum Bau der Villa Hügel als Restaurationsbetrieb errichtet und fungierte während der Bauphase als Casino und Herberge für die Bauingenieure.
Hubert Imhoff, Leos Vater und Hans-Hubert Imhoffs Großvater, hatte 1920 eine Konditorei gegründet und belieferte damals auch das Parkhaus Hügel und die umliegenden Seegastronomien mit Kuchen. Dass sein Sohn Leo das Haus in den 50er Jahren leiten würde, dachte damals noch niemand.
Leo Imhoff machte sich dann sogar bundesweit als Krupp-Gastronom einen Namen und caterte viele wichtige Empfänge mit berühmten und gekrönten Häuptern. Als Kind überreichte Hans-Hubert Imhoff zusammen mit seiner Schwester zu diesen Anlässen Blumensträuße.

Catering für den Papst


„Damals wurden hohe Ansprüche an meinen Vater gestellt“, erinnert sich Hans-Hubert Imhoff an die Ägide von Alfried Krupp und Berthold Beitz auf dem Hügel. Die Gästeliste von damals liest sich schillernd: Königin Silvia von Schweden, König Bhumibol von Thailand, aber auch Willy Brandt und diverse Bundespräsidenten.
Und später dann sogar: Papst Johannes Paul II. An ihn erinnert sich Hans-Hubert Imhoff besonders gerne. Damals besuchte er den Ruhrbischof Hengsbach in dessen Bischofssitz am Burgplatz. Und Imhoff übernahm das Catering. „Dieser Mann hatte eine unglaubliche ­Austrahlung“, schwärmt Imhoff noch heute von Karol Wojtyla. Ein Foto, dass der Vatikan kurz darauf schickte, erinnert bis heute daran.
Im Laufe der Jahre wurde das Parkhaus Hügel immer wieder renoviert und umgebaut. Der Biergarten wechselte seine Größe zugunsten eines Parkplatzes direkt vor der Tür und schon immer gab es Hotelzimmer in der ersten Etage. „Damals allerdings noch mit Bad auf dem Flur“, schmunzelt Imhoff. Heute in dieser Kategorie undenkbar.
Hans-Hubert Imhoff stieg vor 30 Jahren in dritter Generation mit ein. „Ich habe damals eine Lehre als Hotelkaufmann absolviert und BWL studiert.“ Doch so einfach gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Vater zunächst nicht und es gab Konflikte.
Hans-Hubert Imhoffs Leben war von Anfang an sehr eng mit dem Parkhaus Hügel verknüpft. „Ich bin im Haus nebenan aufgewachsen, habe drüben beim ETUF Sport getrieben, am See gespielt und kenne hier jeden Baum!“
Doch gerade wenn man so eng mit etwas verbandelt sei, müsse man aufpassen, dass einem die Emotionen nicht den Kopf vernebelten“, so Imhoff im Hinblick auf die Betriebswirtschaftlichkeit, die es nie außer Acht zu lassen galt.
2004 wurde ihm das Haus von Krupp zum Kauf angeboten und er griff zu. „Wir haben dann erst einmal komplett renoviert. Meine Frau hat als Architektin versucht, den Charme des Hauses wieder herauszustellen.“
Auch die vierte Generation ist schon am Start: Tochter Katinka Imhoff ist seit Januar Betriebsleiterin und möchte gern in die Fußstapfen ihrer Großmutter treten, die sie sehr verehrt hat. „Generell ist uns wichtig, dass dies ein sehr persönlich geführter Betrieb bleibt“, ergänzt Hans-Hubert Imhoff.
„Wir haben viele Gäste, die quasi schon ein ganzes Leben zu uns kommen und hier Taufen, Kommunionen, Hochzeiten, hohe Geburtstage aber auch Beerdigungen gefeiert haben. 60 Jahre in der Obhut einer Familie, das ist in der Gastronomie schon etwas ganz Besonderes“, weiß Imhoff, dessen Sohn derzeit als Hotelmanager seine Wanderjahre in Asien verbringt.
„Wenn mein Sohn im Sommer wieder kommt, werden meine Kinder das Haus gemeinsam führen und sicher auch ein verändertes kulinarisches Konzept erarbeiten“, ist sich Imhoff sicher. Ihm selbst schwebt wieder die gute deutsche Küche vor. Schon jetzt hat er mit der Rubrik „Der vergessene Klassiker“ seine Passion auf die Karte gebracht:
„Ich liebe Sauerbraten oder auch geschmorte Ochsenbäckchen“, gesteht er und möchte kulinarisch gerne die Region im Auge behalten.
Was seine Kinder dazu sagen werden, lässt er auf sich zukommen.
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