Wie zwei Flüsse

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Der Chor von den Hecken und Zäunen unter der Leitung von Dieter Schermeier wird am Klavier begleitet von Irmgard Huber-Schermeier. (Foto: Gohl)
  Dieter Schermeier berichtet über die Entwicklung zweier Chöre in Bergerhausen

Als sein Telefon klingelt, arbeitet Dieter Schermeier gerade im Garten. Aber dies ist kein Problem, spontan plant er um und hat alle Informationen über die beiden Chöre, die er leitet, parat. Bei seiner Erzählung merkt man sofort, mit wie viel Engagement und Begeisterung der ehemalige Pfarrer - seit 2000 ist er schon in Rente - auch nach so vielen Jahren noch dabei ist.


Die Chöre “Billebrinkhöhe“ und “Von den Hecken und Zäunen“ gibt es schon seit vielen Jahren. Angefangen hat alles mit dem “Chor von den Hecken und Zäunen“ in der „heißen Zeit der Friedensbewegung“, so Dieter Schermeier und weiter erzählt er: „Ich war sehr aktiv zu dieser Zeit. Man brauchte nur zu rufen und alle kamen, um zu singen. In den Anfängen mit dem holländischen Dirigenten Jan Baaij.“ An diese Zeit erinnern sich auch heute noch alle gerne und an das Konzert beim Düsseldorfer Kirchentag mit 10.000 Besuchern.

Der Name “Chor von den Hecken und Zäunen“ geht auf ein biblisches Gleichnis zurück, indem die zu einem großen Mahl eingeladenen Gäste nicht erscheinen. Alle haben eine Entschuldigung und der Gastgeber schickt seinen Diener hinaus, um alle hinter den Hecken und Zäunen hervorzuholen, auf dass sein Haus voll werde. So ist auch der Chor entstanden. Alle, die politische und biblische Lieder singen wollten, kamen zusammen. Seitdem tritt der Chor immer bei politischen Veranstaltungen auf. „Visionen verstehen und Trauer zulassen, solche Lieder werden gesungen“, erklärt der ehemalige Pfarrer.

Nach einiger Zeit merkte Dieter Schermeier, das einige Gemeindemitglieder in den Nachbarchören mitsangen und gründete daraufhin einen „normalen" Chor, den Chor Billebrinkhöhe. Hier wurden zunächst einfachere Stücke gesungen, nach und nach dann aber immer anspruchsvollere.
Über die Zeit haben sich die beiden Chöre so weiter entwickelt, dass sie inzwischen fast deckungsgleich sind. Dieter Schermeier vergleicht die Entwicklung mit zwei Flüssen, die sich treffen und fast vereinigt sind. Bei Sonntagsgottesdiensten und Singegottesdiensten tritt der Chor “Billebrinkhöhe“ auf. Bei Nachtgebeten und Sondergottesdiensten mit politischem Inhalt nennt sich der Chor - in Erinnerung an den ad-hoc-Chor - dann “Chor von den Hecken und Zäunen“.

Konzerte wurden auch regelmäßig veranstaltet. Diese wird es nun aber nicht mehr geben, das letzte Konzert fand im vergangenen Jahr statt. „Die Menschen lieben dieses Format“, erklärt der Chorleiter, „da es auch immer Instrumentalmusik und auch Moderation gab, da es Sinn haben und nicht nur ein Konzert sein soll“. Aber die Konzerte, bei denen in der letzten Zeit auch immer Projekt-Sänger eingeladen wurden, erfordern viel Arbeit. Und da es ja auch eine schöne Veranstaltung werden soll, ist der Druck natürlich da, auch wenn die Chormitglieder routiniert sind und neue Stücke innerhalb kurzer Zeit eingeübt wurden.

Zwei Formate werden aber auf jeden Fall beibehalten. Zum einen die Singegottesdienste, bei denen die Gemeinde innerhalb des Gottesdienstes beteiligt wird. Hierbei dreht sich der Chorleiter nach dem Ruf vom Chor um und die Gemeinde antwortet. Zum anderen werden die Nachtgebete mit politischem Inhalt fortgeführt. Hier manchmal sogar mit besonderen Leuten, Rubert Neudeck oder Ignatz Bubis waren beispielsweise schon dabei. „Das ist ein sehr schönes Format, weil Kirche sich hier nicht nur mit sich selbst beschäftigt“, merkt Dieter Schermeier an.

Heute gibt es einen festen Bestand an Chormitgliedern mit viel Erfahrung und diese können Lieder innerhalb kurzer Zeit einüben. Ergänzt werden sie aber auch immer durch Sänger aus anderen Stadtteilen.
Auch neue feste Mitglieder werden gesucht. Eine Bitte, um in die tolle Gemeinschaft in Bergerhausen aufgenommen werden zu können, hat der ehemalige Pfarrer allerdings und äußert mit einem Lachen: „Sie sollten Noten lesen können“. Wer also Interesse hat mitzusingen, kann sich bei Dieter Schermeier unter Telelefon 0201 - 512312 melden.

Nächstes Frühjahr feiert Dieter Schermeier seinen 80. Geburtstag und er sagt: „ Dann wird es bestimmt auch wieder etwas zu hören geben.“ Näheres wird aber noch nicht verraten. Man kann also gespannt sein. Und wer bis dahin nicht warten möchte, hat auch vorher schon im Herbst zu Sankt Martin die Möglichkeit bei der Veranstaltung „Sankt Martins zweiter Mantel“ dabei zu sein.
Dieter Schermeier „will weiter machen, bis es nicht mehr geht“ und so werden auch in Zukunft noch Veranstaltungen folgen. Denn es macht ihm immer noch großen Spaß und er findet es toll, noch etwas machen zu können.
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