Aufbau sozialer Kontakte kennt kein Alter

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Einsamkeit und Kontaktarmut im hohen Alter ist leider viel zu oft eher die Regel als die Ausnahme. Der Seniorendienst der AWO in Rüttenscheid möchte da Abhilfe schaffen.

„Es gibt wenige Menschen, die so viel Wärme besitzen“, sagt Helga Lippermann über die Sozialarbeiterin Marlies Höller, die seit 14 Jahren die Koordinatorin des Seniorendienstes der AWO ist. Sie vermittelt Ehrenamtliche in Rüttenscheid im Rahmen des Projektes „HerzDame/HerzBube“. Dabei geht es darum, einen Besuchsdienst für Senioren zu organisieren, um mit ihnen Zeit zu verbringen.
Einsamkeit und Isolation im Alter sind oft ein Tabuthema und leider keine Seltenheit. „Momentan sind bei uns um die vierzig Ehrenamtliche beschäftigt, der Großteil von ihnen sind Frauen“, stellt Marlies Höller fest. „Eine Altersbegrenzung gibt es nicht, von jungen Menschen über ältere sind nahezu alle Jahrgänge vertreten.“

40 Freiwillige allein in Rüttenscheid


Eine Tochter Helga Lippermanns hat sich vor circa anderthalb Jahren bei dem Dienst gemeldet, da sie und ihre Schwester weit weg wohnen. Seit dem letzten Sommer wird die alte Dame nun jeden Montag für zwei Stunden von Angelika Janke besucht, die mit der 95-Jährigen Gespräche führt und Zeit verbringt. „Es macht mir Freude, da ich weiß, dass immer jemand kommt“, meint Helga Lippermann zufrieden. „Sie gibt mir viel und ist unglaublich lieb. Sie mischt mich richtig auf!“ Noch letztes Jahr sind die beiden oft spazieren gegangen, was momentan jedoch nicht möglich ist.

Der AWO-Besuchsdienst ist auf Senioren ausgelegt, die in ihren Wohnungen bleiben, jedoch vereinsamen. Oftmals können sie das Haus aufgrund von Handicaps nicht oder nur mit Unterstützung verlassen. Dies führt dazu, dass sie mehr und mehr vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind.
Bereits Aktionen wie Vorlesen, Spielen, Veranstaltungen Besuchen, Einkaufen oder einfach nur da sein und reden helfen den Senioren ungemein, wieder mehr Freude am Leben zu haben.

Geht es um den Auswahlprozess der Ehrenamtlichen, ist es für Marlies Höller wichtig, dass die Chemie zwischen den Senioren und den Freiwilligen stimmt. Deshalb lernt sie erstere in deren Wohnungen kennen und erfährt so Interessen und Möglichkeiten. Ehrenamtliche lädt sie zu einem Informations- und Kennenlerngespräch ins Büro ein. Danach geht es an die Vermittlung.

Besuchsdienst heißt „HerzDame/HerzBube“


Für Helga Lippermann ist die Gesellschaft der Ehrenamtlichen angenehm: „Man muss immer sehen, was der andere Mensch gibt, nicht immer nur fordern“, erklärt sie. „Zum Glück gibt es noch Menschen, die Gutes tun.“
Wer Interesse an dem Projekt „HerzDame/HerzBube“ hat, sich beteiligen möchte oder Senior ist und sich über Gesellschaft freuen würde, meldet sich unter marlies.
hoeller@awo-essen.de oder unter der Telefonnummer 7269867.
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