BürgerReporterin des Monats Oktober: Marita Gerwin aus Arnsberg

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Marita Gerwin aus Arnsberg
 
Jeck is jut: Humor hilft heilen.
 
beim ausgiebigen Frühstück am Wochenende

Marita Gerwin aus Arnsberg ist bereits seit über vier Jahren Mitglied unserer Community und als BürgerReporterin vor Ort aktiv. Im ausführlichen Interview erzählt sie uns von ihrer Heimatstadt, ihren Hobbies - und weshalb ihr der Lokalkompass immer wieder Freude bereitet.

Bitte stellen Sie sich kurz vor

Mein Name ist Marita Gerwin. Ich bin 60 Jahre alt, verheiratet und habe einen erwachsenen Sohn. Geboren und aufgewachsen bin ich in Hirschberg, einem Dorf mit 1.800 Einwohnern im Sauerland. Wir lebten mit drei Generationen auf einem Bauernhof.

Geprägt hat mich meine Großfamilie. Meine Oma hatte neun Kinder und 28 Enkelkinder! Unvorstellbar heute, oder? Ich habe es geliebt, mit vielen Kindern zu spielen. Unsere Eltern und Großeltern ließen uns machen. Zeit für Überbehütung gab es nicht. Auch in Würde zu scheitern, durften wir erfahren! Helikopter-Eltern, die über uns schwebten und uns in Watte packten? Unvorstellbar! Geborgen in dieser Familie, die uns vieles zutraute und durchaus auch Verantwortung auf uns Kinder delegierte, konnten wir unser Menschenbild entwickeln, unsere Werte und Haltungen prägen.

Nun lebe ich seit 32 Jahren in der Stadt Arnsberg, im Stadtteil Herdringen. Das ist ein sehr attraktiver Wohnort mit ca. 4.000 Einwohnern. Ich liebe es, in diesen dörflichen Strukturen zu leben. Dort kenne ich viele Menschen. Freu mich, wenn die Nachbarkinder mit Kreide unsere Straße bemalen oder in der Hängematte in unserem Garten schaukeln. Hier bin ich Zuhause, hier fühle ich mich wohl, hier gehöre ich hin!

Warum sind Sie beim Lokalkompass?

Zum Lokalkompass bin ich durch die Einladung von Frank Albrecht gekommen, der mich ermutigt hat, einfach mal loszulegen. Ich spiele gern mit der Sprache. Kreativ schreiben ist für mich Malen mit Worten. Wenn der Stift in meiner Hand das Papier berührt, entsteht ein Zauber, der sich für mich mit keinem anderen Medium vergleichen lässt.

So entstehen Bilder im Kopf, denen ich in meinen Geschichten und Reportagen freien Lauf lasse. Ich habe meinen eigenen Schreib-Rhythmus. gefunden. Nutze Techniken, die mich inspirieren, die mich herausfordern, meine Gedanken zu Papier zu bringen. Ich bin neugierig, will mehr über die Geschichte hinter der Geschichte erfahren. Ich versuche, Wichtiges prägnant auf den Punkt zu bringen. Das lässt Raum für Kopf-Kino. Meine Devise: „Kurz und knackig, statt lang und ausschweifend!“

Was schätzen Sie an Ihrer Heimatstadt?

Ich bin Arnsbergerin mit Leib und Seele. Ich liebe diese Stadt, die meine Heimat geworden ist. Sie liegt mitten im waldreichen Sauerland in der Ruhrschleife. Die Nähe zum Möhnesee, Sorpesee und Hennesee genieße ich bei unseren Ausflügen in die Naherholungsgebiete. Im Winter sind die Skigebiete des Hochsauerlandes nicht weit entfernt. Der RuhrtalRadweg, der durch unsere Stadt führt, ist ein Tourismus-Magnet. Ihn zu erradeln, kann ich nur jedem empfehlen!

"Hier bin ich Zuhause, hier fühle ich mich wohl, hier gehöre ich hin"

Auch der Weg in die Städte des Ruhrgebietes, Rheinland und Münsterland ist nicht weit. Ich lebe gern in dieser Mitmach-Stadt, in der die Bürgerinnen und Bürger ihre eigenen Lebenswelt gestalten und entwickeln. Ich genieße das vielfältige kulturelle Leben und die Freizeitangebote in dieser fahrradfreundlichen Stadt mitten in Nordrhein-Westfalen.

Was ist Ihr liebstes Thema?

Meine Lieblingsthemen sind nicht nur leichte Kost und Poesie. Ich beschäftige mich beruflich mit der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft. Dabei stehen für mich die Würde des Alters, Respekt, Verletzlichkeit und die individuelle Anmut des Alters und der Dialog der Generationen im Mittelpunkt meiner Themen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Leserinnen und -Leser darauf positiv reagieren. Das freut mich!

Auch Demenz und Alzheimer klammere ich bei meinen Reportagen und Geschichten nicht aus. Ganz im Gegenteil. Ich versuche gesellschaftliche Tabus zu brechen. Sie gehören in die Mitte der Gesellschaft. Wir sollten sie nicht totschweigen oder verschämt als interne Familiensache abtun. Vergessen wir nicht: Die Alten von Morgen, das sind wir. Insofern gestalten wir unsere eigene Zukunft, in der wir später leben werden.

„Bleib authentisch! Schreib so, wie Du bist, denkst und handelst“

Was ist Ihr liebstes Hobby?

Ich radele gern! Seitdem ich stolze Besitzerin eines Pedellecs bin, kann ich mir meinen Alltag ohne Fahrrad nicht mehr vorstellen. Ich nutze jede Gelegenheit, um Rad zu fahren. Wenn es die Zeit erlaubt, auch regelmäßig zum Dienst! Ich liebe es, wenn mir der Wind um die Nase weht. Die frische Briese im Gesicht macht meinen Kopf frei.

Mein zweites Hobby ist die Porträtfotografie. Ein Foto ist für mich, wie ein unvollendeter Satz, der dem Betrachter Freiraum zur eigenen Interpretation lässt. Ich liebe Momentaufnahmen, die den Zuschauer ein kleines Fenster in die Seele der Porträtierten öffnen. Ich fotografiere gerne alte Menschen. Tief sind häufig die Falten und Schatten um den Mund und die Augen. Es sind die Linien des Lebens, die in Ihrem Gesicht verewigt sind.

Ich liebe Schwarz-Weiß-Fotografien. Gleichzeitig faszinieren mich die Begegnungen zwischen den Generationen. Sie zu initiieren, zu portraitieren und zu fotografieren macht mir großen Spaß. Begegnungen sind ein Geschenk!

Was gefällt Ihnen am Lokalkompass?

Mit einer Portion Humor und einem kritischen Blick schreibe ich mir die Dinge von der Seele, die manchmal auch die Leser des Lokalkompass interessieren. Humor ist der Knopf, der verhindert, dass mir gelegentlich der Kragen platzt. Ich schreibe, was mich bewegt, was mir unter den Nägeln brennt. Themen, die mir „auf der Straße begegnen“, die mich berühren, wachrütteln und zum Lachen bringen. Manchmal lege ich „den Finger in die Wunde“, auch wenn' weh tut.

Ich freu mich über konstruktive Kritik, Dialoge und Kommentare zu meinen Beiträgen. Auch kontroverse Diskussionen, gehören dazu. All das macht eine Geschichte rund im Sinne der Qualität des Artikels. Wichtig für mich ist: ich mache es freiwillig, verdiene damit nicht meine Brötchen. Es soll mir persönlich Freude bereiten. Meine oberste Maxime ist „Bleib authentisch! Schreib so, wie Du bist, denkst und handelst“.

Was gefällt Ihnen nicht?

Das die eingestellten Fotos automatisch bei der Veröffentlichung das Logo des Lokalkompass erhalten! Das gefällt mir nicht.

Haben Sie mal jemanden aus dem Lokalkompass getroffen?

Ja. So habe ich z.B. durch meine Beiträge über Kunst und Kultur in Arnsberg Kontakt zum Grafiker Gottfried Lambert aus der Stadt Goch erhalten. Den LK Lesern bestens als MAC bekannt. Wir haben zwischenzeitig schon viele gemeinsame Projekte entwickelt, zu denen er phantasievolle Cartoons gezeichnet hat.

Künstler und kreative Köpfe, wie Mac, sind wunderbare „Türöffner“, die mit Augenzwinkern, spitzer Feder, Phantasie und klugen Verstand an die Themen herangehen. Einfach toll. Ohne Lokalkompass, wären wir nicht miteinander in Kontakt getreten. „Sozial Network“ kann inspirierend und bereichernd sein! Wir nutzen es!

Was ist Ihr Lebensmotto?

"Die beste Arznei für den Menschen ist der Mensch. Der höchste Grad dieser Arznei ist die Liebe." Das Zitat stammt von Paracelsus, dem berühmten Arzt des Mittelalters.

Letzte Frage?

Ich bin nun 60 Jahre alt und frage mich: “Was wird die Zukunft bringen?“

Ich weiß es nicht! Das Wichtigste ist für mich der Dialog zwischen den Generationen. Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der Alt und Jung miteinander in Kontakt stehen und sich gegenseitig unterstützen und stärken! Ich möchte neugierig sein und bleiben und dadurch meine Erfahrung und mein Wissen weiter entwickeln und verändern. Ich möchte offen bleiben für die sich verändernde Welt. Bereit sein für Neues. Lernen bis zum Lebensende und meine erworbenen Vorurteile ablegen.

Ich möchte mich auch mit zunehmendem Alter auf neue Rollen, Aufgaben und Lebensweisen einlassen und mich diesen Herausforderungen stellen. Getreu dem Motto von Martin Buber: „Alter ist eine wunderbare Sache, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heißt.“

Fotos: Martita Gerwin / Franz-Josef Gerwin / Stefan Maria Rother
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60 Kommentare
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Luzie Schröter aus Fröndenberg/Ruhr | 04.10.2014 | 10:18  
94.041
Peter Gerber aus Menden (Sauerland) | 04.10.2014 | 10:40  
14.995
Christiane Bienemann aus Kleve | 04.10.2014 | 10:51  
10.603
Jürgen Thoms aus Unna | 04.10.2014 | 10:55  
26.826
Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 04.10.2014 | 11:22  
49.042
Renate Schuparra aus Duisburg | 04.10.2014 | 11:33  
31.222
Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn | 04.10.2014 | 11:47  
51.196
ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 04.10.2014 | 12:04  
11.659
Marita Gerwin aus Arnsberg | 04.10.2014 | 12:20  
59.003
Hanni Borzel aus Arnsberg | 04.10.2014 | 12:40  
26.331
Paul Scharrenbroich aus Monheim am Rhein | 04.10.2014 | 12:59  
59.003
Hanni Borzel aus Arnsberg | 04.10.2014 | 13:10  
5.823
Stanley Vitte aus Düsseldorf | 04.10.2014 | 13:25  
59.003
Hanni Borzel aus Arnsberg | 04.10.2014 | 13:29  
50.380
Luzie Schröter aus Fröndenberg/Ruhr | 04.10.2014 | 13:36  
26.331
Paul Scharrenbroich aus Monheim am Rhein | 04.10.2014 | 13:41  
59.003
Hanni Borzel aus Arnsberg | 04.10.2014 | 13:43  
9.279
Gerda Bruske aus Goch | 04.10.2014 | 13:45  
26.331
Paul Scharrenbroich aus Monheim am Rhein | 04.10.2014 | 13:46  
3.437
Reinhold Speck aus Menden (Sauerland) | 04.10.2014 | 14:02  
59.003
Hanni Borzel aus Arnsberg | 04.10.2014 | 14:07  
31.222
Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn | 04.10.2014 | 14:27  
59.003
Hanni Borzel aus Arnsberg | 04.10.2014 | 14:38  
5.823
Stanley Vitte aus Düsseldorf | 04.10.2014 | 15:21  
14.979
Michael Güttler aus Sprockhövel-Haßlinghausen | 04.10.2014 | 16:05  
61
Christopher Stephan aus Velbert | 04.10.2014 | 16:21  
6.190
Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 04.10.2014 | 17:58  
15.363
Franz Burger aus Bottrop | 04.10.2014 | 19:25  
3.759
Norbert Rittmann aus Essen-West | 04.10.2014 | 21:35  
4.716
Gerti Dörfling aus Essen-Süd | 04.10.2014 | 22:28  
11.659
Marita Gerwin aus Arnsberg | 04.10.2014 | 23:50  
2.315
Michael Küsgen aus Arnsberg | 05.10.2014 | 08:31  
11.659
Marita Gerwin aus Arnsberg | 05.10.2014 | 08:54  
14.707
Christoph Niersmann aus Hilden | 05.10.2014 | 11:16  
Hans-Jürgen Köhler aus Menden (Sauerland) | 05.10.2014 | 13:01  
27.615
Armin von Preetzmann aus Castrop-Rauxel | 05.10.2014 | 13:06  
462
Gisela Weining aus Mülheim an der Ruhr | 05.10.2014 | 14:53  
3.974
Heidrun Kelbassa aus Goch | 05.10.2014 | 15:12  
9.808
Bernfried Obst aus Herne | 05.10.2014 | 18:19  
3.028
Dr. Malgorzata Hartwich aus Menden (Sauerland) | 05.10.2014 | 22:38  
11.659
Marita Gerwin aus Arnsberg | 05.10.2014 | 23:20  
5.637
Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 06.10.2014 | 07:22  
16.044
Manfred Kramer aus Dorsten | 06.10.2014 | 12:21  
4.493
Gabriele Bach aus Witten | 06.10.2014 | 20:11  
11.659
Marita Gerwin aus Arnsberg | 06.10.2014 | 23:51  
2.571
Frank Heu aus Herne | 07.10.2014 | 09:29  
12.159
Lothar Dierkes aus Goch | 07.10.2014 | 09:44  
7.292
Regine Hövel aus Dinslaken | 07.10.2014 | 17:54  
11.659
Marita Gerwin aus Arnsberg | 07.10.2014 | 18:43  
11.659
Marita Gerwin aus Arnsberg | 07.10.2014 | 19:03  
14.245
Gerd Szymny aus Bochum | 07.10.2014 | 21:53  
122.845
Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 07.10.2014 | 23:01  
4.023
Kirsten Fischer aus Arnsberg | 07.10.2014 | 23:09  
13.667
Mali Fuhrmann aus Düsseldorf | 08.10.2014 | 09:40  
46.510
Imke Schüring aus Wesel | 08.10.2014 | 11:39  
13.588
Volker H. Glücks aus Neukirchen-Vluyn | 08.10.2014 | 18:31  
31.291
Henry Sten aus Emmerich am Rhein | 08.10.2014 | 21:11  
3.034
Jutta Mühle aus Wesel | 09.10.2014 | 15:03  
2.135
Elke Hahne aus Arnsberg | 10.10.2014 | 21:28  
11.659
Marita Gerwin aus Arnsberg | 10.10.2014 | 23:32  
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