Ein kleines Wunder?

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„Wir müssen unsere Zweisamkeit in gewohnter Umgebung neu lernen.“ so die Lebensgefährtin Verena Berger.
In Deutschland erleiden jährlich über 250.000 Menschen einen Schlaganfall - immer häufiger sind die Betroffenen noch keine 60 Jahre alt. Die Folgen sind gravierend: Über zwanzig Prozent sterben an den direkten Folgen, etwa zehn Prozent der Betroffenen bleiben anschließend auf lebenslange Hilfe angewiesen. Der Schwerpunktpflegebereich Schlaganfall im Malteserstift St. Bonifatius will hier in Essen eine Versorgungslücke schließen.

Der Wohn- und Pflegebereich für Schlaganfallerkrankte soll Menschen eine persönliche und wohnliche Perspektive in einer Lebensumgebung bieten, die ihren Wünschen und Bedürfnissen gerecht werden kann. Neben der notwendigen Technik wurde deshalb besonders Wert auf eine wohnliche und freundliche Einrichtung der Zimmer gelegt. Zur Betreuung der Schlaganfallbetroffenen steht ein Team, bestehend aus Pflegefachkräften, Physio- und Ergotherapie und wenn nötig der Logopädie bereit. Es bezieht Angehörige auf Wunsch auch in die Pflege ein.

Zusammenarbeit mit den Angehörigen


Die Erstversorgung von Schlaganfallpatienten erfolgt zunächst im Krankenhaus, danach schließt sich eine in der Regel dreiwöchige Rehabilitation an. Nach dieser Zeit werden die Patienten wieder nach Hause entlassen. Nur: Die meisten von ihnen sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage, eigenständig den Alltag zu bewältigen wie beispielsweise sich waschen, kämmen, ankleiden, Essen zubereiten und selbstständig zu essen.
Genau hier setzt der Schwerpunktpflegebereich für Schlaganfallerkrankte an: Ziel ist es, die eigenen Ressourcen und Fähigkeiten der betreuten Menschen bestmöglich zu mobilisieren, zu erhalten oder wiederzuerlangen. Mit den Bewohnern arbeiten Pflegekräfte, Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten. "Trotz und gerade durch diese Kombination von Fachleuten gelingt es uns immer wieder, Schlaganfallbetroffene, die schwerstpflegebedürftig und absolut unselbstständig in unsere Einrichtung kommen, wieder in die Häuslichkeit oder andere betreute Wohnformen zu entlassen", betonen die Verantwortlichen.

Die eigenen Fähigkeiten wiedererlangen


Ein Beispiel dafür ist Ralf Hoymann, 44 Jahre alt, der im November 2015 in die Einrichtung mit einer zusätzlichen Magensonde verlegt wurde. Sein Schlaganfall (im Versorgungsgebiet der A.cerebri media li.), der sich im August 2015 ereignete, hatte zur Folge, dass durch seine Halbseitenlähmung und einer Aphasie, eine selbstständige Grundpflege, Nahrungsaufnahme, Medikamenteneinnahme etc. nicht möglich war.
Durch intensive Pflege in Verbindung mit der Physio-/Ergotherapie und Logopädie, gelang es zum einen, Ralf Hoymann in die Lage zu versetzen, dass er sich wieder ohne Rollstuhl und Dreipunkt-Gehstock fortbewegen kann. Zum anderen wurden mit den Alltagsbegleitungen und der Lebensgefährtin, Verena Berger alltägliche Dinge, wie das Spazierengehen durch die Stadt oder die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel immer wieder eingeübt. Verena Berger und Ralf Hoymann verbringen nun schon einige Male gemeinsame Wochenenden zu Hause.
In ein bis zwei Monaten kann Ralf Hoymann, auch wegen seines starken Willens, wieder einigermaßen gesund zu werden, wieder zurück ins „normale Leben“
entlassen werden.
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