Essen: Dreiste Trickbetrüger haben es auf Senioren abgesehen

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Erneut versuchten dreiste Betrüger, mit verschiedenen Maschen, Senioren im gesamten Essener Stadtgebiet um ihr Hab und Gut zu bringen. Dazu ein ausführlicher Bericht der Polizei mit Tipps, wie sich Bürgerinnen und Bürger dagegen wehren können.

Bereits am Donnerstagvormittag (9. Februar, gegen 22:30 Uhr) meldete sich telefonisch ein offensichtlich falscher Polizeibeamter bei einer 72 Jahre alten Frau auf der Krayer Straße. Sie solle alle Fenster und Türen schließen, weil zwei flüchtige Einbrecher in der Gegend seien. Es gäbe Hinweise, dass sie es auf die alleinstehende Frau abgesehen hätten.

Unbedingt Anzeige erstatten


Am nächsten Morgen meldete sich der dreiste Betrüger erneut, stellte Detailfragen zu ihren finanziellen Verhältnissen und forderte die Frau auf, ihre gesamten Ersparnisse von der Bank zu holen. Der Mann erklärte ihr sogar, was sie den möglicherweise nachfragenden Bankmittarbeitern zu sagen habe. Diese könnten nämlich mit den Einbrechern ebenfalls unter einer Decke stecken. Zu Recht misstrauisch tat die Seniorin das einzig Richtige: Sie informierte die Polizei und erstattete Anzeige.
Am Freitagmittag (10. Februar, gegen 14 Uhr) versuchte es ein ebenfalls unverschämter Täter bei einem 89 Jahre alten Anwohner der Schmachtenbergstraße. Ein unbekannter Anrufer probierte es mit der alten Masche des Enkeltricks. Als vermeintlicher Enkel wollte er sich Geld von seinem Opa leihen. Dieser war jedoch hellwach und erkannte sofort, dass es sich um einen Betrüger handelt. Erbost legte daraufhin der Trickdieb den Hörer auf. So glücklich wie in den geschilderten Fällen geht es für die ausgewählten Opfer leider nicht immer aus.
Erst am Freitag berichteten wir über einen ähnlichen Sachverhalt, bei dem eine 86-jährige Anwohnerin des Nordviertels ihre gesamten Ersparnisse verlor. (Pressemeldung vom 10. Februar)
Oftmals kommt es neben dem materiellen Schaden auch zu einschneidenden persönlichen Folgen. Das Opfer fühlt sich nicht mehr sicher in den eigenen vier Wänden, mag nicht mehr alleine leben und gibt das selbstbestimmte Leben auf.

Wie kann man sich schützen?


Die Polizei rät: Seien Sie Fremden gegenüber misstrauisch und sehen Sie
sich Besucher vor dem Öffnen der Wohnungstür unbedingt an. Benutzen Sie dabei den Türspion oder schauen Sie aus dem Fenster. Auch die Sprechanlage und die Türspaltsperre sollten sie verwenden.
Ziehen Sie Nachbarn hinzu, wenn sie unbekannten Besuch haben oder bestellen Sie die Besucher zu einem anderen Termin, wenn eine Vertrauensperson
anwesend ist.
Wehren Sie sich notfalls energisch gegen zudringliche Besucher (laute Ansprache, Hilferufe)
Von vermeintlichen Amtspersonen fordern Sie deren Dienstausweis und überprüfen Sie diesen sorgfältig. Im Zweifel rufen Sie vor Einlass bei der Behörde an. Suchen Sie sich unbedingt die Telefonnummer selbst heraus.
Nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen halten Sie Rücksprache mit der Familie. Bei nicht zu klärendem Sachverhalt informieren Sie umgehend die Polizei und sprechen das weitere Vorgehen ab.
Geben Sie am Telefon keine Details zu finanziellen oder familiären Verhältnissen preis.
Darüber hinaus: Erstatten Sie unbedingt Anzeige, auch wenn Sie schon auf einen Trick hereingefallen sind.
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