Kirche und Politik würdigen Telefonseelsorge: "Ihre Arbeit ist wichtig und kostbar!"

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Zum Jubiläum gratulierten: Marion Greve, Superintendentin des Kirchenkreises Essen; Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland; Pfarrer Werner Korsten, Leiter der Evangelischen TelefonSeelsorge Essen; Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW; Jürgen Cleve, Stadtdechant des Katholischen Stadtdekanats Essen; Ruth Belzner, Vorsitzende der Evangelischen Konferenz für TelefonSeelsorge und Offene Tür e.V.; Oberbürgermeister Thomas Kufen (v.l.)
Essen: Erlöserkirche |

Anlässlich des 50jährigen Bestehens der Evangelischen Telefonseelsorge Essen haben Vertreter aus Kirche und Politik die Arbeit dieses wichtigen christlichen Hilfsangebots gewürdigt. Gefeiert wurde das Jubiläum mit einem Festakt in der Erlöserkirche; zu den Gratulanten zählten unter anderem NRW-Familienministerin Christina Kampmann, der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen und Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Telefonseelsorge ist verlässliche Ansprechpartnerin für Menschen in seelischer Not

Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, erklärte in ihrem Statement: „Seit 50 Jahren ist die Telefonseelsorge eine verlässliche Ansprechpartnerin für alle, die in seelischer Not sind, schwere Schicksalsschläge zu bewältigen haben und die alleine keine Lösung sehen. Hier finden sie Menschen mit hohem Einfühlungsvermögen und viel Lebenserfahrung, hier zeigt sich die besondere Bedeutung und Qualität von bürgerschaftlichem Engagement.“

Arbeit der Telefonseelsorge steht in biblischer Tradition

Präses Manfred Rekowski hob in seiner Würdigung die professionelle Vorbereitung der Ehrenamtlichen auf ihren Dienst hervor: „Die Ausbildung bei der Telefonseelsorge ist eine hoch angesehene Schulung: wer ein Zertifikat der Telefonseelsorge in den Händen hält, ist überall ein gern gesehener Ehrenamtlicher!“ Darüber hinaus stellte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland den Dienst der Telefonseelsorge in eine biblische Tradition: „’Einer trage des anderen Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen’, sagt die Bibel. ‚Sorgen kann man teilen’, sagt das öffentliche Motto der Telefonseelsorge dazu.“

Ein ganz besonderes Zuhören

Marion Greve, Superintendentin des Kirchenkreises Essen, beschrieb das besondere, von seelsorgerischer Zuwendung geprägte Zuhören der Telefonseelsorger: „Es ist ein Hören auf den anderen, bei dem mitschwingt: Du bist mir wichtig. Ich nehme ernst, was du sagst, und es wird vertraulich bleiben. Ein Zuhören und ein Gespräch unter der Verheißung, dass all das, was gehört und gesagt wird, bei Gott aufgehoben ist. Sowohl die Momente, die an den Himmel stoßen, als auch jene, die bedrückende Lasten erkennen lassen“, sagte die Pfarrerin. „Ich danke Ihnen, den ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitenden unserer Telefonseelsorge, für Ihren Einsatz. Ich wünsche Ihnen die Kraft, die Sie brauchen, um den Menschen auch zukünftig aufmerksam zuhören zu können. Mögen Ihnen die Quellen unseres Glaubens dabei immer eine Hilfe sein."

Engagement der Telefonseelsorge ist wichtig und kostbar

Die Bedeutung, die die Telefonseelsorge für ein durch Solidarität und Mitmenschlichkeit geprägtes Miteinander hat, stellte Oberbürgermeister Thomas Kufen in den Mittelpunkt seines Beitrags für die Festschrift, die anlässlich des runden Jahrestages erschienen ist: „Unsere Gesellschaft lebt davon, dass Menschen sich füreinander interessieren und sich in schwierigen Lebenslagen unterstützen. Der Reichtum einer Stadt bemisst sich nicht in Euro und Cent, sondern am Reichtum an Menschen, die Verantwortung für ihre Mitmenschen und die Stadtgesellschaft übernehmen“, schreibt der Politiker. „Ich bin froh, dass die Evangelische Telefonseelsorge den Bürgerinnen und Bürgern zuverlässig zur Seite steht. Ihre Arbeit ist wichtig und kostbar.“

Es ist toll, dass sich immer wieder neue Menschen für diesen Dienst ausbilden lassen

Pfarrer Werner Korsten, der die Evangelische Telefonseelsorge Essen seit vielen Jahren leitet, hob die professionelle Einstellung der 65 Telefonseelsorger hervor: „Die Zusammenarbeit mit dem Team der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist für mich eine Freude und eine Bereicherung. Es ist toll, dass sich in jedem Jahr neue Menschen finden, die bereit sind, anderen Menschen ihr Ohr zu leihen. Ein besonderer Schwerpunkt in ihrer Ausbildung besteht darin, sie zu befähigen, ihre eigenen Belastungen und Einschränkungen von denen der Anrufenden zu unterscheiden. Dass es ihnen im Augenblick des Telefonates immer gelingt, die Sorgen und Nöte des Anrufenden wahrzunehmen und sich auf sein oder ihr Anliegen einzustellen, ist eine großartige Leistung.“

Jährlich 22.000 Anrufe

Die Evangelische Telefonseelsorge Essen wurde am 16. April 1966 gegründet und ist auch für die Städte Bottrop, Gladbeck, Gelsenkirchen, Heiligenhaus und Velbert zuständig. Während in den ersten 15 Jahren nach der Gründung insgesamt etwa 80.000 Anrufe bei der Evangelischen Telefonseelsorge Essen eingingen, nehmen die 65 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute in nur einem Jahr fast 22.000 Anrufe entgegen – Tendenz steigend. Ihre Ursprünge hat dieses Hilfsangebot in London, wo sie Anfang der Fünfzigerjahre des vorigen Jahrhunderts als Hilfsangebot für Menschen mit Selbstmordabsichten entstand („Before you commit suicide, ring me up!“).

Tag und Nacht, an jedem Tag des Jahres erreichbar

In Deutschland ist die Telefonseelsorge ein Dienst in Verantwortung der Evangelischen und der Katholischen Kirche. Sie ist telefonisch rund um die Uhr aus dem deutschen Festnetz und dem Mobilfunknetz unter den bundeseinheitlichen gebührenfreien Rufnummern 0800 1110111 (evangelisch) und 0800 1110222 (katholisch) erreichbar sowie im Internet per Webmail und Chat unter telefonseelsorge.de. Als einzige Einrichtung in Deutschland bietet die Telefonseelsorge Tag und Nacht ein telefonisches Gesprächsangebot für Menschen in Krisen an.

Neue Ehrenamtliche sind willkommen!

Wer sich vorstellen kann, diesen Dienst als Ehrenamtlicher selbst aktiv zu unterstützen, erhält bei der Evangelischen Telefonseelsorge Essen, Telefon 0201 747480, Internet www.telefonseelsorge-essen.de, Informationen zur Ausbildung und Mitarbeit.
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