Nachwuchsförderung in zweifacher Hinsicht: Anneliese Brost-Stiftung hat Kinderbeirat

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In den Räumen der Anneliese Brost-Stiftung in der City trifft sich mehrfach im Jahr der Kinderbeirat.

In Essen haben 890 Stiftungen ihren Sitz, aber nur eine hat einen Kinderbeirat: die Anneliese Brost-Stiftung. Sie gehört damit zu den ganz wenigen in Deutschland, die ein solches Gremium gegründet haben. Und das nicht etwa nur, um mal zu hören, was die Kinder denn so meinen, sondern um die Mitglieder, die zwischen 10 und 16 Jahre alt sind, über die Finanzierung von Projekten entscheiden zu lassen. Gesamtwert 15.000 Euro Fördergeld pro Jahr.

Dem Aufruf, sich an einem Kinderbeirat zu beteiligen, folgten im Jahr 2015 etliche junge Menschen von Hünxe bis Herne. 15 wurden ausgewählt. Seit September ist das Gremium zweimal zusammengetreten und hat nach erstem Kennenlernen sich rasch eingearbeitet.

Vorstand Werner Meys sowie Katrin Schmitz sind Moderatoren des Kinderbeirats, greifen aber so wenig wie möglich ein. Zum Beispiel, wenn man in Bezug auf Gemeinnützigkeit juristisch auf der richtigen Seite bleiben muss.
Vom Stiftungsvorstand bekommen die jungen Mitentscheider etliche Anträge auf Förderung vorgelegt, mit denen sich Einrichtungen und Gruppen an die Stiftung wenden. Die Kinder und Jugendlichen diskutieren die Vorlagen, holen weitere Informationen ein und beschließen dann, wer mit jeweils 1.500 Euro gefördert wird. Zehn Projekte im Jahr können von ihnen Geld erhalten.
Nun ist Stiftungsarbeit nicht unbedingt Lieblingsfreizeitbeschäftigung von Kindern. Aber gerade die Möglichkeit, wirklich entscheiden zu können, reizt die Teilnehmer: "Hier wird nicht bloß 'rumgelabert."
Dabei befassen sich die einzelnen Mitglieder jeweils mit Projekten, welche sie besonders interessieren. B.M.V.-Schülerin Anna (11) aus Haarzopf hat sich gründlich informiert über spielerische Sprachförderung von Flüchtlingskindern. Sophia, mit fast 17 die älteste im Beirat, ist fasziniert von der Aktion "Open Sunday", bei der Studienrende an drei Grundschulen in der Nordhälfte der Stadt sonntägliche Bewegungsangebote für Kinder organisieren. Der 14-jährige Julian wiederum erläutert das Motto "Das Rad soll rollen", unter dem in der Evangelischen Kirchengemeinde Vogelheim gebrauchte Fahrräder aufgearbeitet werden - mit und für Flüchtlingskinder. Weil die Beirätler sich auch nach der Bewilligung des Antrags um die Projekte kümmern, können sie verfolgen, wie das Stiftungsgeld verwendet wird, erläutert Julian.
Mittlerweile hat schon die Arbeit für die Fördergeldvergabe 2016 begonnen. In Zukunft sollen vermehrt auch Projekte aus anderen Ruhrgebietsstädten unterstützt werden. Die noch entferntere Zukunft hat Stiftungsvorstand Werner Meys im Blick: "Unser Kuratorium ist im Schnitt über 60 Jahre alt, insofern ist der Kinderbeirat auch Nachwuchsförderung."
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