Schnipp-Schnapp: An Weiberfastnacht ist kein Mann vor der Schere jecker Frauen sicher.

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Über die Anfänge der Weiberfastnacht.

Im Rheinland herrscht Weiberfastnacht, in Köln Wieverfastelovend, auch Altweiberfasching oder einfach Altweiber. Dann übernehmen die Frauen das Regiment und den Männern geht es an den Kragen, eher an die Krawatte als Symbol für die Macht des Mannes. Schluss mit der Männerherrschaft, zumindest für diesen einen Tag, also wird sie mit der Schere abgeschnitten.

Im Südwesten Deutschlands heißt der letzte Donnerstag vor der Fastenzeit auch schmutziger Donnerstag, abgeleitet vom schwäbisch-alemannischen Wort Schmotz für Fett. Früher wurde an diesem Tag letztmalig vor Aschermittwoch geschlachtet und es gab die in fett gebackenen Fastnachtskrapfen. Kümmern wir uns wieder um die Frauen, besser gesagt, um die Möhnen. Das Wort komm von der Muhme, einer älteren weiblichen Verwandten, oft schwarz gekleidet. Heute nennt man auch die Mitglieder von Frauenkarnevalsvereinen so. In Köln ist der Begriff nicht so sehr geläufig, eher schon in der Bonner gegend. Und damit wären wir bei den Anfängen der Weiberfastnacht.

Männersünden kamen auf den Tisch.

Die Weiberfastnacht hat ihren Ursprung im rechtsrheinischen Bonner Stadtteil Beuel, der einstmals als Wäscher- und Fischerdorf bekannt war. Die Beueler Frauen wuschen die Wäsche für die reichen Herrschaften aus Bonn und Köln. Für das Austragen der fertigen Wäsche waren die Männer zuständig. Und im Jahr 1823 ließen sich die Herren der Schöpfung in Köln natürlich nicht den ersten Straßenkarneval entgehen. Schon ein Jahr später wollten die Beueler Wäscherinnen den Karneval nicht nur den Männern überlassen. Bei einem Kaffeeklatsch kamen sie für ein paar vergnügliche Stunden zusammen, dies war die Geburtsstunde des „Alten Beueler Damenkomitees von 1824 e.V.“ Von nun an feierten die Frauen alljährlich an diesem Tag, und die Männer bekamen gehörig ihr Fett weg.
Alle Frauen hatten die Pflicht, Verfehlungen ihrer Ehemänner zu berichten. Verstöße gegen den Hausfrieden, möglich außerehelichen Vergnügungen oder übertriebener Alkoholgenuss – alles kam auf den Tisch. Die Männer blieben draußen. Immer mehr Frauen schlossen sich in den Folgejahren dem Komitee an. Der Tag der Weiberfastnacht begann mit einem Umzug und setzte sich dann im Saal mit der Wieversitzung fort. Nach Programmschluss ließ man (frau) auch die Männer in den Saal. Die durften die Frauen zum Tanz auffordern oder einfach nur die gemachte Zeche bezahlen.

(Quellennachweis: Fred Eschbach. WAZ Freitag. 13.Februar 2015)
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Christoph Niersmann aus Hilden | 13.02.2015 | 19:54  
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