Weniger Polizisten statt mehr

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59 Pensionierungen stehen 2017 an, ferner 22 Versetzungen. Somit verlassen 81 Beamte das Polizeipräsidium Essen, was zu einem Minus von 13 Beamten führt. Archivfoto: Debus-Gohl

Gewerkschaft warnt vor Milchmädchenrechnung

Nachdem vor wenigen Tagen die Belastungsbezogene Kräfteverteilung (BKV) von knapp 30 Stellen mehr für die Essener Polizei ausging, sehen die tatsächlichen Zahlen anders aus, warnt die Gewerkschaft der Polizei.

Als Grund wird ein Rechenspiel genannt. Bei der Zuweisung nach BKV handele es sich nur um Planstellen und keine personelle Verstärkung.
Laut Erlass zur Nachersatzquote werden dem Polizeipräsidium Essen 56 Polizisten zum 1. September zugeteilt, erläutert der Essener Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Heiko Müller. Im letzten Jahr seien es noch 110 (!) Beamte gewesen. Darüber hinaus würden zwölf Polizisten aus anderen Behörden aufgrund persönlicher Versetzungswünsche zum Polizeipräsidium Essen verlegt, so dass insgesamt 68 Neue begrüßt werden könnten.
Dem gegenüber müssten aber die Abgänge berechnet werden. Insgesamt 59 Pensionierungen stünden 2017 an, ferner 22 Versetzungen. Somit würden 81 Beamte das Polizeipräsidium Essen verlassen, was zu einem Minus von 13 Beamten führe.

Ein Minus von 13 Beamten

„Die verfehlte Personalpolitik der vergangenen Jahre bekommen wir in diesem Jahr zu spüren. Das Polizeipräsidium Essen wurde als Schwerpunktbehörde vom Ministerium identifiziert. Dort weniger Polizei vorzuhalten ist für mich ein Fehler. Die Einsatz- und Deliktzahlen ergeben ein anderes Ergebnis als die geplante Zuweisung. Dass dies kaum Berücksichtigung findet, enttäuscht mich“, so Heiko Müller.
Auf Unverständnis stößt bei ihm auch die Überlegung, mit den geplanten zusätzlichen 500 landesweiten Stellen der Angestellten erst im nächsten Jahr zu beginnen. „Die Kollegen fehlen jetzt und könnten im administrativen Bereich unterstützen. So wäre für uns eine Konzentration auf die Kernarbeit der hoheitlichen Aufgaben möglich. Allerdings fehlt mir bisher eine klare Aussage, wo diese Angestellten eingesetzt und wie sie bezahlt werden sollen“, so Müller weiter. Es müsse befürchtet werden, dass die Überstunden bei der Polizei anwachsen.
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