Keine Floskeln schreiben! Anschreiben auf Stellen- oder Ausbildungsangebote ist der schwierigste Teil einer Bewerbung

Erste Arbeitsprobe: In Bewerbungsanschreiben gilt es, sich als Kandidat akkurat und gut vorbereitet vorzustellen. Werkfoto: Wodicka
Das erste Anschreiben auf ein Stellenangebot ist wie eine erste Arbeitsprobe. Künftige Chefs lesen darin, ob der Bewerber wirklich Interesse an dem Angebot hat. Sie achten auf Floskeln, Wiederholungen, Wortgeklingel. Und auf Fehler, die Jobsuchende aus Unwissenheit machen - und sich damit disqualifizieren.

Welche das im schwierigsten Teil einer Bewerbung sind, erklären versierte Personal-Entscheider und erfahrene Arbeitsmarkt-Experten.
Fehler Nummer 1 - Der erste Satz: Er sollte sich möglichst von denen anderer Bewerber auf den Job unterscheiden. Es gilt zu formulieren, was an diesem Job interessiert und warum sich der Bewerber für geeignet und motiviert hält. Zudem heißt es, neugierig zu machen auf den Lebenslauf. Nicht den typischen Satz verwenden „Hiermit möchte ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle bewerben.“ Diese Erklärung gehört nur in die Betreffzeile des Briefes.
Fehler 2 - Die falsche Anrede: Nie „Sehr geehrte Damen und Herren“ als Anrede
schreiben. Dies zeigt, dass sich der Bewerber mit der Firma nicht wirklich beschäftigt hat. Steht in der Stellenanzeige kein Ansprechpartner, via Internet oder Telefon informieren, wer dies ist. Wichtig: Auch die Anschrift und Rechtsform des Unternehmens sollte richtig geschrieben werden.
Fehler 3 - Zu viel Eigenlob: Teamfähig, zuverlässig, lernfähig und motiviertem sowie auf der Suche nach einer neuen Herausforderung im Berufsleben - diese Selbstbeschreibung und Ab¬sichts¬erklärungen sind für Personalchefs „Nullaussagen.“ Die Eigenschaften müssen konkreter belegt werden. Etwa: „Ich habe mich in einem großen Team behaupten können, weil...“. Oder: „Ich suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung, weil...“. Hier wird der Personal-Entscheider die Aussagen gern lesen wollen. Und in deutlichen Sätzen ergänzen, warum das eigene Berufsprofil zu den Anforderungen der Stellenausschreibung passt.
Fehler 4 - Der Brief ist zu lang: Ein gutes Bewerbungsschreiben ist kurz, prägnant und individuell, empfehlen Arbeitsmarkt-Experten. Das Schreiben sollte nicht länger als eine Din-A4-Seite sein und sich inhaltlich auf das Wesentliche beschränken. Und die Mischung muss stimmen. Ein Drittel Text über die eigene Qualifikation, ein Drittel über die aktuelle berufliche Situation und ein Drittel über die Gründe für die Bewerbung auf diese Stellenangebot.
Fehler 5 - Der Einer-für-alle-Brief: Natürlich gibt es Formulierungen in einem Bewerbungsbrief, die sich auf alle Firmen beziehen können. Aber der Personal-Entscheider sollte schon merken, dass sich mit dem Unternehmen und der Stelle gründlich beschäftigt wurde. Wer einen Massenbrief verfasst und nur die Adresse des Unternehmens austauscht, hat schlechte Karten.
Fehler 6 - Der Schreibstil: Der Schreibstil sollte zum Bewerber passen. Er sollte lebendig sein, möglichst kurze, prägnante Sätze beinhalten. Bandwurmsätze vermeiden. Gedrechselte Sätze, wie „Eingedenk meiner Fähigkeiten... - wirken pathetisch auf Personalchefs.
Fehler 7 - Schreibfehler im Brief: Rechtschreibfehler in einem Bewerbungsschreiben sind unverzeihlich. Sie disqualifizieren von vornherein, sind ein rotes Tuch für Personalchefs. Die häufigsten Fehler: dass mit nur einem „s“ (Ich habe erfahren, das Sie einen .... suchen) und die Kleinschreibung der persönlichen Anrede „Sie“. Deshalb: Das Anschreiben gründlich auf diese Rechtschreibfehler prüfen - außer durch ein Rechtschreibprogramm auch von einem Zweitleser.
Fehler 8 - Das Briefende: Das beste Anschreiben nützt nichts, wenn vergessen wurde, die Bewerbung zu unterschreiben. Auch der letzte Satz ist wichtig. Den Personalchef nicht unter Druck setzen: „Es kann nur einen geben, den Sie brauchen: Nämlich mich!“. Und auch eine Demuts-Formulierung kommt nicht gut an: „Ich hoffe, mit meinem Brief Ihr Interesse geweckt zu haben...!“ Am besten ist ein knapper, sachlicher Gruß!
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