Emschergroppen im Borbecker Mühlenbach ausgesetzt

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Bis zu 14 cm Länge erreichen Emschergroppen, die bei uns lange als ausgestorben galten und nur im Oberlauf der Boye in Bottrop überleben konnten.

Man habe der Emschergroppe eine Steilvorlage geliefert, stellt Gunnar Jacobs mit zufriedenem Blick auf den naturnah umgestalteten Borbecker Mühlenbach fest. In diesen kehrt die seltene Fisch-Art jetzt zurück - in Fulerum von Oberbürgermeister Thomas Kufen und Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, persönlich ausgesetzt.

Falls Sie den Namen Emschergroppe noch nie gehört haben, ist das nicht verwunderlich, denn der Fisch war in unseren Breiten über lange Zeit fast ausgestorben. Einst im gesamten Emschersystem so verbreitet, dass sie auch als Speisefisch genutzt wurde, hat die, so die Emschergenossenschaft, "immense Abwassereinleitung vor über 150 Jahren" fast das Ende der Art bedeutet. Einzig im Oberlauf der Bottroper Boye, der vom Abwasser verschont blieb, konnte sie sich halten. Was auch Fachleuten unbekannt war, bis die Groppe vor einigen Jahren wiederentdeckt und in anderen Gewässern ausgesetzt wurde.

Zweite Wiederansiedlung auf Essener Gebiet

Die erste Wiederansiedlung auf Essener Gebiet erfolgte im Läppkes Mühlenbach nahe Oberhausen, die zweite jetzt im Borbecker Mühlenbach. Dessen Lauf gleich unterhalb des Rhein-Ruhr-Zentrums wurde im Rahmen der Emscherrenaturierung bereits ökologisch umgestaltet und ist abwasserfrei.
Der kleine Fisch - er wird kaum 14 cm lang - wird von Uli Paetzel als "echter Qualitätsindikator" für die Qualität des Gewässers gewertet. Mittlerweile biete der Borbecker Mühlenbach "hervorragende Lebensbedingungen". Die einstige „Köttelbecke“, in der offen Schmutzwasser floss, wurde südlich der A40 für rund 45 Millionen Euro naturnahe umgestaltet. Mit dem Geld wurde auch, wie überall bei der Emscherrenaturierung, der Kanal gebaut, durch den das Abwasser jetzt geführt wird.

Noch gilt: Angeln verboten!

Die Emschergroppe ist standorttreu. Findet sie in einem Bachlauf genügend Steine, um sich unter ihnen zu verstecken, so nimmt sie den neuen Lebensraum gerne an, berichtet Gunnar Jacobs. Da die Wiederansiedlung in verschiedenen Gewässern erfolgreich verlief, kann der Bestand als gesichert gewertet werden. Selten ist der Fisch aber nach wie vor. Deshalb: Angeln verboten:
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2 Kommentare
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Franz Firla aus Mülheim an der Ruhr | 26.08.2017 | 09:23  
Sabine Pfeffer aus Essen-Süd | 28.08.2017 | 10:11  
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