Vera Aldenhoven fragt: Meine Chihuahua-Hündin war 9 Monate im Rudel, bevor sie vor ca. 1 Jahr zu uns kam. Alles ist bestens bis auf die Tatsache, dass sie sich nicht mit den Händen nehmen lässt, auch Leckerchen sind keine Hilfe, sie läuft weg und versteckt sich. Ich hoffe sehr, dass Sie auch einen Rat für unser Problem haben.
Meine Antwort: Bei Angstverhalten ist es wichtig, dass Ihre Chihuahua-Hündin in kleinen Schritten lernt, Ihre Angst zu überwinden. Daher müssen Sie zunächst einmal absolut vermeiden, Ihre Hündin mit den Händen hochzunehmen. Jedes Mal, wenn sie wieder erfährt, dass Sie geschnappt wird und damit in eine für sie unangenehme Situation gebracht wird, steigern Sie das Abwehr- bzw. Angstverhalten. Wenn Sie daher nun ein Training beginnen möchten, überlegen Sie zunächst, wie Sie Situationen, in denen Sie Ihre Hündin normalerweise hochheben, anderweitig lösen können. Eine Situation, in der kleine Hunde häufig hochgehoben werden, ist z.B. das Einsteigen in das Auto, hier können Sie z.B. eine Rampe benutzen und Ihrer Hündin beibringen, die Rampe hinaufzulaufen, um ins Auto einzusteigen. Das eigentliche Training beginnen Sie dann damit, indem Sie Ihre Hand zunächst einmal positiv belegen. Dazu füttern Sie Ihre Hündin zunächst einmal nur aus der Hand, sie bekommt in dieser Zeit kein Futter aus dem Napf. Sollte Ihre Hündin das Futter nicht aus der Hand nehmen, können Sie es ihr anfangs auch zuwerfen, bis sie sich traut, auch direkt aus der Hand zu fressen. Beginnen Sie dann damit, Ihre Hündin mit der Hand kurz zu berühren, bevor sie das Futter bekommt. Diese Streicheleinheiten werden dann immer länger und intensiver, bis Ihre Hündin die Schmusestunde mit Ihnen sichtlich genießt und Sie gar kein Futter mehr zur Belohnung benötigen. Im nächsten Schritt fangen Sie an, Ihre Hündin mit einer Hand einmal kurz unter dem Bauch hochzuheben. Wechseln Sie dann ab und heben Sie z.B. eine Pfote an, danach einmal den Vorderkörper etc. Achten Sie dabei auf Zeichen von Unwohlsein bei Ihrer Hündin. Dies kann z.B. ein Kopf abwenden, ein Blinzeln, Gähnen oder Hecheln sein. Das Training sollten Sie immer so gestalten, dass Ihre Hündin die Berührung bewusst registriert, aber noch kein Meideverhalten zeigt. Wiederholen Sie eine Trainingsstufe so lange, bis Ihre Hündin diese vollständig akzeptiert, erst dann steigern Sie das Training. In weiteren Schritten können Sie nun Ihre Hündin ganz hochheben, anfangs nur ein paar Sekunden, später dann immer länger. Verbinden Sie das Hochheben weiterhin mit positiven Ereignissen, starten Sie z.B. danach ein tolles Spiel.
Oh je ich denke Veras Problem ist wohl nicht so schnell zu beheben.
Nur gut dass Jackys solche Ängste wohl nicht kennen, denn sie sind absolut nicht ängstlich oder zurückhaltend, naja wenigstens mein Benny-Jacky ist ein Ausbund an Selbstsicherheit.
Wir hatten mit Kira ( Mischling aus Fuerte ) ein ähnliches Problem.
Sie kam als Zweithund zu uns.
ich selber habe nun seit 34 Jahren Hunde und in den letzten 20 Jahren nur noch Riesenschnauzer.
Hier passte Kira gut hin und hat von unserem Riesen viel gelernt.
Geduld und nochmals Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg.
Viele Hundebesitzer wollen das Problem am besten in wenigen Tagen lösen- doch braucht es oft Wochen bis Monate.
ich bin kein Fan von Martin Rütter, da das Konzept in erster Linie ein wirtschaftliches Produkt ist, und wer sich damit ein wenig beschäftigt kommt schnell darauf was dahinter steckt.
Nichts für mich und wer sich ein Problemhund im Haus holt, sollte sich auch bewußt sein, dass auch eine Portion Hundeerfahrung dazu gehört.
Bei sehr ängstlichen Hunden, die nicht gelernt hatten, Berührungn mit der Hand als angenehm zu empfinden, habe ich mit Tellington-Touches gute Erfahrungen gemacht, sobald die ersten Kontakte möglich waren.
@ Martina. Ja damit habe ich bei meinen auch sehr viel erreicht, aber erstmal muss man dahin kommen das der Hund es überhaupt zu lässt. Dass kann auch schon mal länger dauern.
Eine Handscheue baut sich nicht auf nur weil ein Hund im Rudel/Meute gelebt hat. Da wird wohl auch noch was anderes hinter stecken.
Und da gebe ich Herrn Lehtmate recht, viele sind zu ungeduldig mit dem Hund, (er muss doch verstehen das wir ihn lieben und nur gutes tun wollen) verlangen zu viel und überfordern dadurch den Hund.
Liebe Vera, ich habe auch einen Chihuahua (Rüden) und kann deshalb Dein Problem nachvollziehen. Die Antwort von Martin ist absolut kompetent!!! Na klar! Ich kann es nur "einfach", als Laie sagen: Mein Rüde war schon 7 Monate alt, als ich ihn vom Züchter holte. Er war sehr schüchtern (und krank) am Anfang. Langhaar-Chihuahuas sind ruhiger und stiller als die Kurzhaar-Rasse. Eigentlich ist mein Chi ein Sensibelchen geblieben, frißt am liebsten aus der Hand (Aufmerksamkeits- und Verwöhnungsbedürfnis), möglichst gekochtes oder gebratenes Frischfleisch und die allerbesten Leckerlis - also nicht alle! Eigensinnig und stur ist die Rasse allemal, und das ist nicht abstellbar. Bloß nicht brechen! Dein Hund leidet vielleicht noch an dem Rausriß aus seiner Hundegruppe. Gib ihm Zeit! Hilfreich könnte auch der Kontakt zu anderen Chihuahuas sein. Im Netz gibt es auch eine tolle Chihuahua-Austausch Seite. Sehr interessant! War jetzt länger nicht mehr drin. Alles Gute und Liebe für Deine - wahrscheinlich unter Heimweh leidende
Chi-Hündin. Gruß Iris
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