Anneliese Brost-Stiftung: Im Kinderbeirat sitzen die Bestimmer

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Anna, Linda, Julian, Matteo, Greta (v.links) und Mariella (vorn) gehören gerne zu den Bestimmer-Kindern.
 
Der Kinderbeirat der Anneliese-Brost-Stiftung entscheidet gemeinsam, welche Projekte unterstützt werden sollen.

Hier sind Kinder mit an Bord, hier gilt jetzt auch unser Wort!
Ja, Beteiligung ist echt
ein richtig cooles Kinderrecht!

Eine tolle Sache, finden die Mitglieder der der Anneliese Brost-Stiftung, die seit vielen Jahren Projekte zur Stärkung von Sozialkompetenzen für Kinder und Jugendliche fördert: seit fast zwei Jahren dürfen Kinder und Jugendlichen des extra gegründeten Kinderbeirates bei Themen mitsprechen, die sich sonst nur Erwachsene vorbehalten: die Verteilung von Spendengeldern an Projekte, die Kindern und Jugendlichen zugute kommen.



So trifft sich der Kinderbeirat, der zurzeit aus 12 Mitgliedern besteht, gemeinsam mit Werner Meys, Vertreter der Anneliese Brost-Stiftung, zweimal im Jahr, um die Förderanträge zu begutachten. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir diese engagierten Kinder und Jugendlichen für die Idee der Mitbestimmung begeistern konnten“ berichtet Werner Meys „Kinder haben einen ganz entscheidenden Blick auf die Dinge, die für Menschen in ihrer Altersgruppe wichtig sind.“
So diskutieren Mariella (12), Anna (13), Matteo (13), Linda (16), Julian (16), Greta (16) und Sara (15) und einige andere jedes einzelne zu fördernde Projekt aus. „Ganz besonderen Wert legen wir darauf, ob ein Antrag auch sinnvoll ist“ meint Anna „wir haben schon so manchen Vorschlag abgelehnt, weil er uns zwar ganz schön, aber unnötig vorkam, wie z. B. eine Schach-AG im Kindergarten.“ Auch der sechzehnjährige Julian hat durch seine Tätigkeit als Kinderbeirat erst einmal gelernt, was vielen Kindern und Jugendlichen fehlt: „Ich bin echt erstaunt, wieviel bedürftige Kinder es gibt, die mit den tollen Projekten die Chance erhalten etwas Spaß und Abwechslung in ihr Leben zu bekommen“. Ist ein Projekt entschieden wird ein „Pate“ ausgeguckt, der sich um die Ausführung kümmert und auch Ansprechpartner dafür ist.
So war Julian Pate bei einer Aktion der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Vogelheim: „Ich habe jugendlichen Flüchtlingen zusammen mit einem fahradtechnisch versierten Ehrenamtlichen geholfen, alte Fahrräder wieder flott zu machen. Dank des Förderbetrages konnten Ersatzteile beschafft werden. Jetzt sind die Kinder und Jugendlichen froh, etwas mobil zu sein“ berichtet Julian. Auch Linda, 16 Jahre, erinnert sich sehr gerne an eine Fahrt mit Kindern aus dem Kinderschutzhaus Essen in unsere Hauptstadt Berlin: „Als uns die Kinder voller Eifer und Freude vom Besuch in Berlin erzählt haben, wusste ich, dass wir richtig entschieden haben, uns für die Förderung durch die Anneliese-Brost-Stiftung einzusetzen“ schwärmt Linda. „Regeln des Straßenverkehrs waren für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unbekannt“ berichtet der dreizehnjährige Matteo „so entschieden wir im Kinderbeirat, dass 20 Teilnehmer durch die Verkehrswacht Bochum im richtigen Verhalten mit dem Fahrrad im Straßenverkehr geschult wurden und ich durfte mich von dem Ergebnis des Projektes überzeugen.“
Zu diesen und noch vielen weiteren Projekten haben die „Bestimmer-Kinder“ bereits entschieden. Wer jetzt meint, Kinder könnten doch noch garnicht über Spendengelder in Höhe von immerhin 15.000,- € im Jahr entscheiden, der täuscht sich. Pro und Contra werden in der Runde ausdiskutiert, bis die Mehrheit zu einer Entscheidung gekommen ist. Nach genauen Kriterien wird eine Förderung beschlossen, damit alles auch gerecht zugeht. „Wenn wir uns für die Förderung eines Projektes entschieden haben, besucht jemand den Antragsteller“ erzählt Anna „weil wir es ganz wichtig finden, uns selbst ein Bild vor Ort zu machen“.
Werner Meys ist sehr beeindruckt, wie die Kinder und Jugendlichen mit der Entscheidungsfindung umgehen: „Wir können stolz auf Kinder und Jugendliche sein, die sich im Kinderbeirat engagieren. In ihnen steckt unsere Zukunft und wir hoffen, dass auch noch andere Stiftungen Kinderbeiräte gründen.“ Ab sofort können sich auch noch Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Ruhrgebiet zwischen 10 und 17 Jahren, die gerne mitreden möchten, bewerben. Mitbringen sollte man auf jeden Fall ein großes Interesse am sozialen Miteinander und den Wunsch das Leben von Kindern und Jugendlichen, denen es nicht so gut geht, zu verbessern. Noch bis zum 1. September 2017 kann man sich bewerben. Download-Formular gibt es auf www.kids.anneliese-brost-stiftung.de
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