Aus dem Netz: Das Internet ist alt geworden

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Das Internet wie wir es kennen, wurde 1991 für jedermann zugänglich. (Foto: Lokalkompass / Schönfeld)
von Jens Steinmann

Alles wird immer digitaler, das Internet verändert unsere Gesellschaft in rasantem Tempo. Nicht nur hat sich in den letzten 25 Jahren unsere Art der Kommunikation verändert, auch hat die Digitalisierung ganze Wirtschaftszweige modernisiert und neue hervorgebracht - nicht zuletzt verdanken auch die Redakteure des Lokalkompass' dem weltweiten Netz ihren Job. Wie schön, dass sich seit einiger Zeit auch die Politik um das Thema zu bemühen scheint.

Unter Hundeliebhabern gilt die Faustregel, dass ein Menschenjahr sieben Hundejahren entspricht. Das ist zwar eigentlich Unfug, unterstreicht aber die Tatsache, dass vielen Tieren für ihre individuelle Entwicklung sehr viel weniger Zeit zur Verfügung steht. Menschen sind da eben langsamer. Zugegeben, der Vergleich hinkt etwas, ich bin aber trotzdem dafür, Internetjahre einzuführen. Das ist zwar eigentlich auch Unfug, aber es macht deutlich, wie schnell sich das Netz entwickelt hat und dass wir wahrscheinlich auch in Zukunft Probleme haben werden, mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Ein Beispiel: Als Angela Merkel im Jahr 2013 auf einer Pressekonferenz verkündete, das Internet sei immer noch "Neuland", war dieses Neuland (bei Faktor 7) immerhin schon 154 Internetjahre alt. Höchste Eisenbahn, könnte man meinen, diesen schwarzen Fleck auf der Karte zu erkunden, aber wie schon gesagt: Menschen sind da eben langsamer.

Digitalisierung im Eiltempo

Zur Verdeutlichung nochmal: Unsere Internetseiten sehen nicht mehr aus wie dieser Klassiker hier und sind längst um einiges nutzer- und augenfreundlicher als damals. Auch dieses Video von der CeBit 1996 zeigt, dass sich in den letzten anderthalb Internetjahrhunderten viel getan hat. Viel entscheidender aber ist, dass wir längst unsere Bankgangelegenheiten, Wasser- und Stromversorgung, unsere Häuser über das Internet steuern. Niek Jan van Damme aus dem Vorstand der Deutschen Telekom AG meint: "In Deutschland gab es Ende 2013 etwa 315.000 intelligent vernetzte Privathaushalte. Im Jahr 2020 wird es rund eine Million sein." (Quelle) Eine Steigerung von knapp 300 Prozent in sieben Jahren wirkt beachtlich, verblasst aber gemessen an der Verbreitung von Smartphones. Und das ist nur ein kleiner Aspekt des digitalen Wandels, den unsere Gesellschaft durchlebt.

Gabriels "Digitale Agenda"

Anfang letzten Jahres, also rund 14 Internetjahre nach Kanzlerin Merkels Neuland-Erklärung, meldete Digitalkommissar Günther Oettinger, Deutschland liege in puncto digitale Infrastruktur international im vorderen Mittelfeld. Eine gute Nachricht. Endlich. Doch wie netzpolitik.org recherchierte, muss auch das in Zweifel gezogen werden. Von der digitalen Agendades Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist also noch nicht viel zu spüren und auch das gar nicht mal so ehrgeizige Ziel, bis 2018 eine flächendeckende Grundversorgung mit schnelleren Internetverbindungen (50 MBit/s) zu schaffen, ist nicht sicher zu schaffen.

Bis dahin wird sich bestimmt noch einiges verändern, immerhin sind es noch gute zehn Internetjahre bis 2018. Leider sind es für unsere Politiker nur gute anderthalb Jahre, die sind da eben deutlich langsamer.
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9 Kommentare
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Bodo Kannacher aus Essen-Süd | 09.04.2016 | 10:54  
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 09.04.2016 | 11:20  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 09.04.2016 | 16:54  
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Manfred Kramer aus Dorsten | 09.04.2016 | 20:58  
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Volker Dau aus Bochum | 10.04.2016 | 00:00  
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 10.04.2016 | 08:58  
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Manfred Kramer aus Dorsten | 10.04.2016 | 11:32  
Jens Steinmann aus Herne | 11.04.2016 | 10:31  
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