Greenpeace vor dem RWE-Tower

Thorsten Aust, Josephine Parol, Malte Thomas (v.l.) vor dem RWE-Tower

Essen: RWE-Tower | Der Anti-Atom-Montagsspaziergang wächst!

500 Demonstranten, darunter erneut etliche Aktivisten von Greenpeace Mülheim-Oberhausen, zogen unter dem Eindruck der nuklearen Katastrophe von Fukushima beim Essener Anti-Atom-Montagsspaziergang vom Willy-Brandt-Platz zur Hauptverwaltung der RWE. Dort wurde die wichtigste Forderung skandiert: „Abschalten!“ So laut, dass es bis in das Büro von RWE-Chef Jürgen Großmann zu hören gewesen sein muss. Vor dem RWE-Tower wurde aber auch ein anderes, sehr starkes Zeichen gesetzt: Mit 15 Schweigeminuten zeigten die Demonstranten Solidarität und Mitgefühl für die Opfer der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan.

Am Morgen hatten Greenpeace-Aktivisten in ganz Deutschland an die sieben ältesten Atommeiler und den Pannenreaktor in Krümmel den Spruch „Das Lügen geht weiter“ projiziert. Auch der Mitorganisator der Anti-Atom-Montagsspaziergänge, Greenpeace-Aktivist Björn Ahaus machte in seiner kurzen Ansprache an die Demonstranten auf die Unwahrheiten aufmerksam, die die Bundesregierung und die Atomkonzerne weiterhin über die Atomkraft verbreiten.
Greenpeace hat in einer Kurzanalyse die Aussagen zu Anlagensicherheit, Klimaschutz, Strompreisen, Versorgungssicherheit und angeblich notwendigen Stromimporten widerlegt. Die unabhängige Umweltorganisation fordert die Bundesregierung auf, die Öffentlichkeit nicht weiter zu täuschen und ein Gesetz zur Laufzeitverkürzung der Atomkraftwerke vorzulegen.

„Es ist eine Lüge, wenn die Bundeskanzlerin behauptet, deutsche Atomkraftwerke seien die sichersten der Welt. Und es ist auch eine Lüge, dass Atomkraft eine unverzichtbare Brückentechnologie ist“, sagte Björn Ahaus unter dem Applaus der Demonstranten.
Dass Atomkraft als Brückentechnologie völlig ungeeignet ist, zeigt eine heute veröffentlichte Studie des ehemaligen Leiters der Bundesatomaufsicht Wolfgang Renneberg für Greenpeace. Demnach sind Atomkraftwerke als Grundlastkraftwerke zu unflexibel, um die durch verstärkte Einspeisung der Erneuerbaren Energien entstehenden Lastschwankungen auszugleichen. Starke Regelschwankungen und Abschaltungen belasten die Reaktoren und erhöhen dadurch das Sicherheitsrisiko.

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Alexander Oslislo aus Wesel am 21.03.2011 um 22:48 Uhr  
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