Haarzopfer Demonstration gegen Bebauung verbliebener Freiflächen und Landschaftsschutzgebiete

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Die Eröffnungs- und die Abschlußkundgebung fand auf dem Vorplatz der Gaststätte Erbach an der Raadter Straße statt.
 
Statt Freiflächen in Haarzopf und Fulerum mit Schlichtwohnungsbauplänen zu belegen, wäre es sicherlich sinnvoller, Neuplanungen zur Kümftigen Nutzung des abzuwickelnden Flughafens Essen/Mülheim zu erstellen.
Essen: Haarzopfer Schmiede | Eine beeindruckende Demonstration zog sich am kalten Samstagvormiitag über die Hatzper Straße in Haarzopf. Begleitet von Traktoren der in Haarzopf und den umliegenden Stadtteilen auch heute noch wirtschaftenden Bauern, von vielen Aktiven der Umweltverbände, die im Runden Umwelttisch Essen - RUTE zusammengeschlossen haben, waren viele BürgerInnen aus Haarzopf und Fulerum zur Kundgebung und Demonstration auf den Platz vor der Gaststätte Erbach gekommen.
Auf jeden Fall ist den meisten BürgerInnen klar - wenn mit einem Beschluß der schwarz-roten großen Koaltion im Stadtrat doch wichtige Frischluftschneisen oder bisherige Naturschutzflächen bebaut werden sollten, sind nicht die Flüchtlinge in unserer Stadt daran Schuld, sondern die kurzsichtige Strategie unserer Planungsverwaltung unter Herrn Best.

Baulücken und Gewerbeflächen nutzen

Es gibt jede Menge Baulücken in unserer Stadt oder auch Gewerbeflächen, die obwohl bestens erschlossen, seit 10-20 Jahren auf eine Nutzung warten. Es gibt unter anderem auch nicht wenige Gewerbeimmobilien, deren Umbau für Wohnzwecke billiger wäre und kaum Landschaftsverbrauch bedeuten würde.
Licht, Wasser- und Abwasserkanäle, Straßeninfrastruktur auf bisher z.B. für die Landwirtschaft gebrauchte Flächen zu setzen, ist nur vordergründig billiger.

Eine 100 Jahre wirksame Entscheidung

Der angeblich vorübergehende Gebrauch als Bauland für Schlichtwohnungen heißt für so verdichtete Ackerflächen auf jeden Fall, dass dort gut 100 Jahre auch nach Abriß der einfachen Wohngebäude kein Getreide oder andere Feldfrüchte mehr angebaut werden könnten.
In den meisten Reden der Kundgebung wurde zum Glück auch deutlich, dass sich mit den in den Ratsvorlagen genannten Flächen keine südlichen gegen die nördlichen Stadtteile ausspielen lassen dürfen.
Zukunftsfähig für die Gesamtstadt Essen sind mögliche Unterkunftslösungen nur, wenn Rettungsmaßnahmen für Landschaftflächen z.B. im Hexbachtal oder in Haarzopf nicht dazu führen, dass beispielsweise in Altenessen oder Katernberg und Schonnebeck nicht deshalb doppelt so große Schlichtwohnungsghettos in die Stadtteile gepflanzt werden.
Viele BürgerInnen aus dem Stadtteil, aber auch Ratsmitglieder von Grünen und Linken waren deshalb auf den Beinen, um gegen die Pläne der Stadtverwaltung zu protestieren, die unter dem Deckmantel der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften mit rieisgen Hektarzahlen jetzt wohl endlich die Chance wittert, vermeintliche Flächenengpässe für gewünschte neue Wohnbebauung durchsetzen zu können.
Es gibt aber sehr wohl Möglichkeiten, die Flüchtlinge in unserer Stadt unter human zuträglichen Bedingungen unterzubringen, ohne gleich Großghettos mit 400 - 800 Menschen mit Schlichtwohnungen auf engen Raum auf irgendwelche Äcker zu packen. Alternativen dafür liegen lange auf dem Tisch - da haben Grünen , wie Linke und Umweltverbände gut vorgearbeitet.

Braune GeisterfahrerInnen aus dem Protest heraushalten

Wir müssen gemeisam aber auch konsequent daran weiterarbeiten, dass sich keine rechten oder braunen Geister in diesen Protest drängeln. Manche dieser braunen Geister würden sich über ein Bürgerbegehren freuen. Bei den entsprechenden Kampagnen könnte leicht die Frage des nachhaltigen Landschaftsschutzes trotz der Wohnbaunotwendigeeiten untergehen, gegenüber dem Versuch, einfach die Flüchtlinge in unserer Stadt für das Problem verantwortlich zu machen.
Deshalb: Wir müssen keine Prinzipien von Landschaftsschutz oder die Projekte zur Grünen Hauptstadt über Bord werfen, um Flüchtlinge in dieser Stadt menschenwürdig und bezahlbar unterzubringen.
Allerdings müssen wir eingefahrene Wege von Stadtplanung aus guten Gründen auch mal verlassen dürfen. Das allerdings funktioniert nur im unmittelbaren und schnellen Dialog mit den betroffenen BürgerInnen in den nördlichen wie südlichen Stadtteilen unserer Großstadt.
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