Kanalbau im Walpurgistal: "Licht am Tunnelende"

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Bauleiter Zia Omar im noch trockenen Rohr des Hauptfluters. Fotos: P. de Lanck

Diese Nachricht freut sicher vor allem die Anwohner der Mammut-Kanalbaumaßnahme der Stadtwerke im Walpurgistal: Es geht zügig voran unter der Erde. Noch sind die riesigen Rohre nicht final geflutet, doch das Wasser ist bereits deutlich zu hören, als der SÜD ANZEIGER unweit der Gönterstraße durch den sich noch im Bau befindenden Wirbelfallschacht in die Kanalisation herabsteigt.

"Freuen wir uns, dass es gerade nicht regnet", erläutert Bauleiterin Melanie Odenthal von den Stadtwerken, "sonst hört sich das hier so an, als würde ein 40.000 Liter Tanklastzug vorbeirasen."
Als eine der wichtigsten Abwasser- und Regenwasserachsen des Essener Südens ist das Tal des Rellinghauser Mühlenbaches in der Vergangenheit oft bei Starkregen überflutet worden. Auf einer Gesamtlänge von 2,5 Kilometern entsteht seit 2008 ein neuer Abwasserkanal, der in seinem Verlauf auch weitere Abwasserkanäle der geplanten Bebauungsgebiete des Essener Südens anschließen soll. Künftig können im neuen Kanal bis zu 40 Kubikmeter Wasser transportiert werden.
Die geplante Fertigstellung der Baumaßnahme samt Bachrenaturierung ist für das erste Quartal 2018 geplant - doch derzeit sind bereits drei von vier Einleitstellen fertiggestellt - ein halbes Jahr früher als geplant. Das Abwasser kann also früher ins System.
"Wir sind butterweich durch den Fels gekommen", erinnert sich Stadtwerke-Bauleiterin Melanie Odenthal an die Verlegung der Rohre, die unter dem Bahndamm im Vortriebsverfahren hindurchgepresst wurden.

Städtebau profitiert vom schnellen Baufortschritt

In der Zielbaugrube des Vortriebs Richtung Birkenstraße entsteht derzeit ein sogenannter Wirbelfallschacht, der dafür sorgt, dass die Kraft des Wassers entschärft wird, indem man die Höhendifferenz von achteinhalb Metern durch spiralförmige Verwirbelungen mildert. Das Bauwerk des Wirbelfallschachtes ist in der Dimension mit einem vier- bis fünfstöckigen Haus zu vergleichen.
Auch Baudezernentin Simone Raskob freut sich über den zügigen Baufortschritt. "Durch die frühzeitige Inbetriebbnahme dieses Teilstückes profitiert nicht nur die städtebauliche Entwicklung in einem attraktiven Umfeld, sondern wir haben uns hierdurch auch ein Mehr an ursprünglicher Natur in unsere Stadt zurückgeholt."
Nach Abschluss des Kanalbaus erfolgt dann die vollständige Renaturierung, die zum Teil bereits zu sehen ist. Ein kleines Wäldchen auf Höhe der Brücke zur Eschenstraße ist geplant und auch die Wiederherstellung des Spielplatzes, der an dieser Stelle einst zu finden war und einer Lagerfläche weichen musste. Die Planung obliegt Grün & Gruga. Der Bach soll im Uferbereích bepflanzt werden.
2018 blicken die Stadtwerke dann auf 70.000 Kubikmeter Erde zurück, die sie im Rahmen der Baumaßnahme bewegt haben. Die Gesamtinvestition liegt bei rund 20 Millionen Euro. Bauleiter unter sich ... Melanie Odenthal und Zia Omar stellen die weiteren Pläne vor.
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Bodo Kannacher aus Essen-Süd | 11.02.2017 | 11:03  
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