"Night-Shopping" statt verkaufsoffene Sonntage in Rellinghausen?

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Viele Kunden nutzen verkaufsoffene Sonntage - wie hier in Rellinghausen bei Optik Scheffer - um in Ruhe Neuanschaffungen auszuwählen. Das Problem für Veranstalter sind jedoch die Bedingungen, die ans Rahmenprogramm gestellt werden. (Foto: Debus-Gohl)

Der verkaufsoffene Sonntag am dritten Advent, 11. Dezember, ist der vorerst letzte in Rellinghausen. Die Veranstalter der örtlichen Werbeinitiative W.I.R. haben die entsprechenden Anträge an die Stadtverwaltung zurückgezogen und überlegen nun nach Alternativen.

Der Grund sind verschärfte Bedingungen, die in Bezug auf den Anlass gestellt werden und die zu erfüllen sich die Organisatoren nicht in der Lage sehen.

Ralph Steiner als W.I.R.-Vorsitzender bedauert die Entscheidung, doch es bleibe keine andere Möglichkeit: "Das Programm, welches den Anlass bildet, muss in der Lage sein, mehr Besucher anzulocken, als es die geöffneten Geschäfte für sich allein könnten. Wir als vergleichsweise kleine Werbegemeinschaft in einem kleinen Stadtteil können das nicht schaffen." Zumal auch nicht alle Einzelhändler im Stadtteil mitmachten.
Generell verlangt der Gesetzgeber für die Genehmigung eines verkaufsoffenen Sonntags einen ausreichend großen Anlass, wie etwa ein Stadtteilfest, eine Messe oder ähnliches. In Rellinghausen gab es zuletzt das Herbstfest, zu dem Treckerfahrten und andere Aktionen gehörten. Wurden verkaufsoffene Sonntage mit solch einem eher kleinen Programm bisher dennoch genehmigt, so macht neuere Rechtssprechung diesem Vorgehen immer öfter einen Strich durch die Rechnung.

Rechtssprechung nimmt es heute genauer


Nicht ohne Wehmut erinnert Ralph Steiner an einen Anlass, "als die letzte Straßenbahn über die Frankenstraße fuhr". Rund 10.000 Besucher seien damals gekommen. Überhaupt habe man in Rellinghausen zu den ersten gehört, die Stadtteilfeste veranstalteten.
Nun aber werden sich die Mitglieder der W.I.R. Anfang des neuen Jahres zusammensetzen und überlegen, welche Alternativen es zu den allzu aufwändig gewordenen Sonntagsöffnungen gibt. Steiner nennt als Beispiel "Night-Shopping" an einem Donnerstag - immerhin begann die Ausweitung der Öffnungszeiten damals mit dem 'Langen Donnerstag' - oder auch an einem Samstag: "Aber immer im Rahmen der normalen Öffnungszeiten". Normal im Sinne des Gesetzes, und das heißt bis 22 Uhr.

Auch zwei von der Interessengemeinschaft Rüttenscheid (IGR) für 2017 beantragte Termine stehen auf der Kippe. IGR-Vorsitzender Dr. Rolf Krane geht aber davon aus, dass sie durch die Stadtverwaltung genehmigt werden. "Danach muss man sehen, wie es weiter geht", sagt Krane mit Blick auf mögliche Klagen durch die Gewerkschaft ver.di. Die Termine aufgeben wolle man nicht.
Bedenklich findet der IGR-Vorsitzende, dass durch die Infragestellung von verkaufsoffenen Sonntagen mittelständische Unternehmen und Arbeitsplätze langfristig gefährdet würden: "Dabei machen viele Mitarbeiter es gerne", bilanziert er die Bereitschaft, am Sonntag mal für fünf Stunden zu arbeiten. Ohnehin, das sagt auch Ralph Steiner für Rellinghausen, seien in den Stadtteilen die meisten Geschäfte, die sonntags öffnen, inhabergeführt. Da sei deshalb im allgemeinen der Chef bzw. die Chefin selbst im Einsatz.
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