Schüler der Schwanenbuschschule nahmen Huttrop ins Visier

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Die Klassen 4a und 4b der Gemeinschaftsgrundschule Schwanenbuschstraße nahmen ihren Stadtteil unter Anleitung von Dennis Längert (hinten links) und Nikola Ruhnow (hinten rechts), sowie weiteren Gruppenleitern, kritisch ins Visier
 
Gemeinsam wurden die Ergebnisse der Entdeckungstouren besprochen.
Von Carmen Dluzewski
„Welchen Eindruck habe ich eigentlich von meinem Stadtteil?“
Diese spannende Frage wurde beim Projekt „Entdecke die Möglichkeiten“ den beiden vierten Klassen der Gemeinschaftsgrundschule an der Schwanenbuschstraße gestellt.
Beim stadtweiten Projekt, das aus Landesmitteln finanziert wurde, ging es vor allem darum, Kindern die Chance zu geben, auf Orte in ihrem Stadtteil hinzuweisen, die sie besonders negativ oder auch positiv empfinden.
Nachdem Projektleiter Dennis Längert von der Ev. Jugend in Essen als Partner seitens der Jugendverbände, zusammen mit seinem Team die Kinder in Klein-Gruppen aufgeteilt hatte, ging es für die neun- bis zehnjährigen Schüler an zwei Tagen auf Entdeckungsreise. Jede Gruppe erhielt einen Fotoapparat, mit dem sie Aufnahmen von Orten, die ihnen Angst machen, oder die sie einfach nur hässlich finden, festzuhalten. „Wir möchten gerne erfahren, wie Kinder im Stadtbezirk I ihre Umgebung wahrnehmen“ erklärt Dennis Längert. Auch Nikola Ruhnow, Bezirksschulsozialarbeiterin im Projekt 2.0 der Stadt Essen, war gerne mit den Kindern unterwegs. Deutlich konnte sie merken, dass Kinder Orte spannend finden, die Erwachsene eher als negativ, aber notwendig empfanden, wie z. B. die Autobahnbrücke über die A 52.
Mit Spannung wurden nun im großen Saal im Haus der Ev. Kirche die Ergebnisse präsentiert. Zahlreiche Schüler, Eltern, Lehrer, sowie drei Vertreterinnen aus Politik bekamen einen sehr guten Eindruck, was die Kinder störte. „Ich fand den Müll doof, der überall herum lag“ sagte ein Mädchen und dunkle Ecken sind für alle beängstigend. An Stellwänden waren über 200 Fotos, die die Kinder gemacht hatten, angeheftet. Auffallend oft hatten die Kinder frei herumstehenden Müll fotografiert und dies als besonders negativ empfunden. „Wo bin ich denn hier gelandet“ dachte eine weitere Schülerin, als sie neben einem Altglascontainer eine wahre Müllkippe entdeckte und fotografierte. Durchschnittlich 7 Kilometer legte jede Gruppe zurück und entdeckte dabei ihren Stadtteil so, wie sie ihn noch nicht kannten. Der Spielplatz am Twingenbergplatz wurde genauestens von den Schülern inspiziert, mit dem Ergebnis, dass der Fußballbereich o. k. sei, aber der Spielplatz zu dunkel und teilweise vermüllt sei. „Ich habe heute viel von euch erfahren und danke euch dafür“ erwähnte Reinhild Witte, als Mitglied der SPD-Bezirksvertretung und viele Jahre als Kinder- und Jugendbeauftragte, insbesondere zuständig für Spielplätze, „ich werde eure Sorgen und Anregungen gerne ins Rathaus „tragen“. Auch Marion Buschkönig von den Grünen, die 2. Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, lobte das Engagement der Kinder, einmal genau hinzuschauen, was zur Verbesserung des Umfeldes beitragen könnte.
Festgehalten wurden auch positive Eindrücke, wie die Entdeckung des Sportjugendhauses an der Moltkestraße, wo jeweils der Ausklang des Projekttages stattfand. „Es freut mich sehr, dass wir den Kindern auch schöne Orte zeigen konnten, an dem sie sich aufhalten können, die sie zuvor noch nicht kannten“ so Dennis Längert „eine Aktion, aus der sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen jede Menge mitnehmen konnten".
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