Von Hundekot bis Herkulesstaude: Themen der Bezirksvertretung II

In vielen Kommunen - wie hier in Hagen - werden Hundekotbeutelspender aufgestellt. Doch längst nicht an jeder Straße, so die Essener Stadtverwaltung, sind sie genehmigungsfähig. | Foto: Lokalkompass Hagen
  • In vielen Kommunen - wie hier in Hagen - werden Hundekotbeutelspender aufgestellt. Doch längst nicht an jeder Straße, so die Essener Stadtverwaltung, sind sie genehmigungsfähig.
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Die Bezirksvertretung II tagt am Donnerstag, 3. Dezember, ab 16.30 Uhr in der Kantine „Prinz Ludwig“ der Jugendhilfe Essen an der Schürmannstraße 7. Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils geht es unter anderem um den barrierefreien Umbau der Haltestelle Rüttenscheider Stern.

Möglichst bald barrierefrei

SPD, Grüne und Linke beantragen, die stark genutzte Tram-Haltestelle Rüttenscheider Stern möglichst bald als barrierefreien Mittelbahnsteig für beide Fahrtrichtungen in der Zweigert- zwischen Rüttenscheider- und Alfredstraße zu realisieren. Die Wendemöglichkeit für die Bahnen soll beibehalten werden, nicht aber der Bahnsteig östlich der Rüttenscheider Straße. Dessen Wegfall würde zum Beispiel einen Linksabbieger aus der Straße Rüttenscheider Stern in die Klara-/ Richtung Zweigertstraße ermöglichen.
Der Umbau soll zugleich die Haltestelle Zweigertstraße ersetzen. Die Haltestelle Rüttenscheider Markt soll dagegen dauerhaft in beide Fahrtrichtungen eingerichtet werden, schlagen die Kommunalpolitiker vor - später auch barrierefrei. So würden nach wie vor Haltestellen auf beiden Seiten des Sterns angeboten.

Kein Platz für Tütenspender

Nicht gut sieht es aus, was die Aufstellung von Spendern für Hundekot-Tüten angeht. Dafür hat die Verwaltung Bedingungen definiert, vor allem die „klassische Ausführsituation“. Diese aber sei, so Grün und Gruga, im gesamten Bezirk II an keiner Straße gegeben. Auf „Hundekotbeutelspender“ - schönes Wort - müssen Hundebesitzer weiterhin verzichten und alles Nötige selber mitbringen.

Recycling macht Lärm

Wieder so ein Beispiel fürs Sankt-Florian-Prinzip: Glascontainer. Viele nutzen sie, wenige möchten in ihrer unmittelbaren Nähe wohnen, denn nicht jeder Nutzer beherzigt die Nacht- oder Sonntagsruhe.
In einem Stadtteil wie Rüttenscheid, von Parkplatznotz gequält, ist es ohnehin schwierig, geeignete Standorte zu finden. Darauf weist die Verwaltung in ihrer Begründung hin, weshalb sie die Container an der Von-Einem-/Odastraße belassen will: Endlich mal ein Standort, der von Bürgern wie Entsorgern optimal anzufahren sei, und die vorgeschriebenen Abstände zur Wohnbebauung würden sogar deutlich überschritten.
Eine Alternative zur Von-Einem-/Odastraße sieht die Verwaltung nicht, abgesehen davon, dass das auch nur eine Verlagerung des Problems bedeuten würde, „welches Depotcontainerstandorte nun einmal mit sich bringen“.

Keine neue Gefährdung

Eine Gefährdung durch in beide Richtungen fahrende Radler befürchtet ein Anwohner mit Blick auf die Nebenfahrbahn der Eleonorastraße. Ihm geht es vor allem um die Sicherheit der Schulkinder.
Das Befahren in beiden Richtung sei jedoch, darauf weist die Verwaltung in ihrer Antwort hin, keine neue Regelung, sie bestehe seit 2009. Neu sei die Definition als Fahrradstraße, was bedeute: Radfahrer seien die bevorzugten Verkehrsteilnehmer, alle anderen würden nur geduldet und müssten sich entgegenkommenden Radlern unterordnen. Wobei Tempo 30 für alle gelte.
Gerade durch diese Einrichtung der Fahrradstraße verspricht sich die Verwaltung mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

Frostschäden beseitigen

Nach dem Frost ist vor dem Frost, und so gelingt es der Stadt nicht immer und überall, die alten Straßenschäden zu beheben, bevor die neuen entstehen. Kaninenberghöhe und Max-Keith-Straße sind bzw. kommen ins Frostschädenprogramm und sollen so bald wie möglich repariert werden. Bis dahin halte der „Regiedienst“ sie verkehrssicher. Akute Verkehrsgefahr bestehe auf beiden nicht.

Pflanzliche Neubürger

Wer den Begriff Neophyten nicht kennt, kennt aber wahrscheinlich den Großen Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt. Um diese und andere pflanzliche Neubürger macht man sich auch im Bezirk II Gedanken. Wo sind sie, wie dominant sind sie, und was kann man gegen sie unternehmen, um heimisches Grün zu schützen?
Wo und wie? Im Prinzip im ganzen Stadtbezirk II kleine und vereinzelte Bestände. Nahe der Ruhr jedoch finden sich gerade auch Staudenknöterich und das rosa blühende, machtvolle Springkraut auf vielen und teils großen Flächen.
Was tun? Da hat auch Grün und Gruga noch keine wirksame Methode gefunden, sonst könnte man sie patentieren lassen. Der Versuch, Springkraut oder Knöterich auszugraben, ist aufwändig. Ähnliches gilt für die Herkulesstaude, da ist es noch dazu gefährlich, weil ihr Saft Hautverbrennungen nach sich ziehen kann. Immerhin: Schafe weiden die Pflanzen gerne ab, doch wo immer Samen verteilt werden, ist schon die nächste Generation am Start.
Von einer Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet erhofft sich das Umweltamt die Entwicklung weniger aufwändiger Methoden der Neophyten-Bekämpfung.

Autor:

Sabine Pfeffer aus Essen-Kettwig

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