Die Maus öffnet Türen beim Trauerhaus Sobotta

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Eine Urne zu bemalen, kann wahnsinnig viel Spaß machen
 
Früher trugen Bestatter als Erkennungszeichen noch einen Zylinder. Heute tragen die Kids beim Trauerhaus Sobotta gern die Urnen.

Wenn ein geliebter Mensch oder auch ein Tier geht, sind die Zurückgebliebenen traurig und manches Mal verzweifelt. Den fehlenden Teil im Leben zu verabschieden und mit dem Verlust zurecht zu kommen, dabei helfen beispielsweise Nico und Bianca Sobotta vom Trauerhaus Sobotta

. Das junge Ehepaar hat selbst einen kleinen Sohn und Nico Sobotta beschloss, sich bei der Aktion „Die Maus öffnet Türen“ zu bewerben. „Aufarbeitungsarbeit ist gerade bei Kindern wichtig“, weiß Melanie Sobotta, Schwester des Inhabers und selbst Lehrerin. „Der Tod ist bei vielen ein Tabu-Thema und macht den meisten eher Angst. Dabei sollten wir und davor nicht erschrecken sondern eine Chance darin sehen, denjenigen zu bedenken, der unser Leben bereichert hat.“ Sie weiß, „oft ist es schwierig, das kindgerecht zu erklären. Aber es ist notwendig, denn der Tod wartet nicht. Viele haben schon einmal die geliebten Haustiere der Kinder begraben und beerdigt. Das ist nichts anderes, als bei einem Menschen.“ Mit der offenen Tür möchte das junge Bestatter-Unternehmen die Angst vor dem Endlichen nehmen.
Moritz (5) und seine Mama sind heute hier, um eben genau diese Angst abzubauen. „Bei uns ist das Thema sehr präsent, Moritz hat Angst vor dem Tod. Dass wir vor ihm gehen, aber auch, dass er selbst stirbt und dann allein ohne uns im Himmel ist.“ Dabei tröstet ihn sein Kumpel Jakob (4): „Wieso, das ist doch gar nicht schlimm. Ich wäre dann beim Hund meiner Oma, das ist doch auch schön.“ Als dann der geprüfte Bestatter die Kinder zu sich ruft, sind sie doch erst zurückhaltend. Doch der junge Familienvater fasst das Thema Tod so selbstverständlich auf, dass die Kids auch schnell ihre Scheu verlieren. Auf dem Tisch stehen Urnen, ein kleiner Kindersarg, ein Kreuz, Engel und vieles mehr. Und in dieser Runde fragt Nico Sobotta: „Was bedeutet es eigentlich tot zu sein?“ Jakob antwortet: „das ist, wenn man sich nicht mehr bewegt und unter der Erde ist“, eine Jugendliche sagt: „wenn man ewig schläft?“. Doch genau das möchte der Bestatter den Kindern nicht vermitteln: „Sonst haben sie Angst davor, einzuschlafen!“ Den Unterschied zwischen Leben und Tod macht der Herzschlag. „Fühlt mal auf die linke Seite Eurer Brust, was spürt ihr da?“, fragt er. „Solang es bumm-bumm macht, seid ihr am Leben.“ Das was auch nach der Endlichkeit bleibt, ist die Seele, weiß der Bestatter und erklärt nun den aufmerksamen Kindern, wie das mit Beerdigen funktioniert, welche Möglichkeiten es gibt, und dass es sogar die Möglichkeit gibt, aus der Asche des gestorbenen Menschen mit Kompostzusatz einen eigenen Baum im Garten zu pflanzen. Die Kids hören aufmerksam zu. Auf einmal ist der Gedanke an den Tod gar nicht mehr so unheimlich. Und am Ende darf die Gruppe gemeinsam eine Urne bemalen. Die landen in den freundlich und gemütlich gestalteten Ausstellungsräumen des Bestatters, der it Urga Urnenland kooperiert, „denn es ist durchaus möglich, eine Urne auch komplett selbst zu gestalten“, so Nico Sobotta. Und dann malen die Kids noch ein Bild, viele beschäftigen sich darin mit dem Thema Tod. Auf der Facebookseite des Unternehmens werden dann die Kunstwerke ausgestellt. Wer am meisten Likes bekommt, gewinnt einen Gutschein. Aber nicht für das Trauerhaus, sondern von einem Spielwarengeschäft.

Info

Das junge Unternehmerpärchen möchte in seinem Trauerhaus an der Von-Seeckt-Straße 28 in einem freundlichen Ambiente den Menschen helfen, Abschied von geliebten Menschen zu finden.
Da Bestatter Nico Sobotta gerne mit jungen Menschen arbeitet, spielt er als Ausgleich zu seiner Arbeit den Osterhasen am Limbecker Platz. Zudem plant die Familie derzeit auch, an Kindergärten oder Schulen das Thema Tod näher zu bringen.
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